2006 erschien mit Wii Sports einer der größten Erfolge der jüngeren (inzwischen sogar älteren) Videospielgeschichte. Der Titel brachte damals nicht nur Millionen Menschen vor den Fernseher, sondern führte auch zahlreiche „Nicht-Gamer“ erstmals an das Medium heran. Drei Jahre später folgte mit Wii Sports Resort ein direkter Nachfolger, der in vielerlei Hinsicht noch einmal eine Schippe drauflegte: mehr Sportarten, eine präzisere Bewegungssteuerung und natürlich Wuhu Island.
Gerade die Insel erwachte mit Wii Sports Resort so richtig zum Leben und dürfte bis heute einen festen Platz in den Herzen vieler Fans haben. Mit ihr verbinden wahrscheinlich nicht wenige inzwischen eine ordentliche Portion Nostalgie – mich eingeschlossen.
Genau daran möchte Nintendo mit Nintendo Switch Sports Resort anknüpfen. Gleichzeitig handelt es sich um den ersten Sports-Ableger für die Nintendo Switch 2. Und ein kleines Comeback könnte die Reihe durchaus gebrauchen. Sowohl Wii Sports Club für Wii U als auch Nintendo Switch Sports wurden von Teilen der Fangemeinde immer wieder als vergleichsweise seelenlose Ableger mit sehr wenig Content bezeichnet.
Entsprechend scheint sich die riesige Vorfreude auf den neuen Teil bislang noch in Grenzen zu halten. Zumal knapp zwei Wochen später mit dem Remake von The Legend of Zelda: Ocarina of Time bereits der nächste große Nintendo-Titel wartet.
20 Jahre nach Wii Sports setzt Nintendo also auch auf Nostalgie. Nintendo Switch Sports Resort nutzt die Joy-Con 2 und bietet insgesamt zwölf Sportarten. Mit Daumenringen und Skateboarden sind darunter auch zwei komplett neue Disziplinen.
Auf der diesjährigen Gamescom konnten wir bereits mehrere Sportarten ausprobieren, die bislang noch nicht für alle zugänglich waren. Und natürlich haben wir dabei auch Wuhu Island einen Besuch abgestattet.
Zwölf Sportarten und jede Menge Bewegung
Bei den zwölf Sportarten setzt Nintendo auf eine Mischung aus alten Bekannten und einigen neuen Ideen. Klassiker wie Bogenschießen oder Wasserscooter spielen sich dabei ziemlich genau so, wie man es von früher in Erinnerung hat. Natürlich profitieren sie von der deutlich verbesserten Bewegungssteuerung der Joy-Con 2, die auch diesmal wieder ein elementarer Bestandteil des Spiels ist.
Ähnlich verhält es sich mit Tischtennis, Tennis und Golf. Gleichzeitig feiern mehrere Disziplinen aus Wii Sports und Wii Sports Resort ihr Comeback. Dazu zählen unter anderem Boxen, Bogenschießen, Basketball, Wasserscooter und Propellerflugzeug. Aus Nintendo Switch Sports kehrt wiederum Volleyball zurück.
Ein paar komplett neue Sportarten gibt es ebenfalls. Dazu gehören Daumenringen und Skateboarden. Gerade hier hätte es meiner Meinung nach aber ruhig noch etwas mehr sein dürfen. Bei insgesamt zwölf Disziplinen fallen lediglich zwei vollkommen neue Sportarten doch etwas mager aus.
Eine große Stärke der Reihe hat Nintendo dafür erneut getroffen: die intuitive Steuerung. Gefühlt braucht es bei jeder Sportart vielleicht 20 Sekunden, bis es plötzlich „Klick“ macht und man verstanden hat, was zu tun ist. Genau diese Zugänglichkeit zeichnete schon die Vorgänger aus und funktioniert auch hier wieder hervorragend.
Moment mal, ist das wirklich Wuhu Island?
Während unserer Anspiel-Session bekamen wir außerdem die Gelegenheit, Wuhu Island etwas genauer unter die Lupe zu nehmen. Unter anderem lässt sich die Insel beim Propellerflugzeug aus der Luft und beim Skateboarden vom Boden aus erkunden.
Unser erster Gedanke fiel dabei allerdings etwas überraschend aus: Sind wir hier wirklich auf Wuhu Island?
Nintendo hat die bekannte Insel nämlich gehörig umgebaut. Wer die ursprüngliche Version noch genau im Kopf hat, wird sich deshalb erst einmal neu orientieren müssen. Das kratzt vielleicht ein kleines bisschen am Nostalgiefaktor, sorgt gleichzeitig aber dafür, dass sich Wuhu Island nicht einfach wie eine unveränderte Kopie von damals anfühlt. Vieles ist vertraut und trotzdem gibt es Neues zu entdecken.
Wie bereits in Wii Sports Resort können wir in diesen vergleichsweise freien Modi die Insel erkunden und verschiedene Points of Interest beziehungsweise die bekannten Ausrufezeichen-Punkte entdecken. Und tatsächlich macht es auch heute noch erstaunlich viel Spaß, einfach loszuziehen und zu schauen, was sich auf der Insel finden lässt.
Endlich fast zu Fuß über die Insel
Besonders interessant ist dabei der komplett neue Skateboard-Modus. Dadurch lässt sich Wuhu Island noch einmal aus einer ganz anderen Perspektive erleben. Das hat während unserer Session durchaus Spaß gemacht, auch wenn sich präzisere Manöver auf dem Skateboard noch etwas fummelig anfühlten.
Für mich erfüllt Nintendo damit gleichzeitig zumindest ein Stück weit einen alten Wunsch. Schon zu Zeiten von Wii Sports Resort wollte ich unbedingt einen freien Modus haben, in dem ich Wuhu Island quasi zu Fuß erkunden kann. Ganz so weit geht Nintendo zwar auch diesmal nicht, mit dem Skateboard bekommen wir diesen Wunsch über Umwege aber zumindest teilweise erfüllt.
Gerade diese offenen Modi gehörten für mich schon damals zu den größten Highlights von Wii Sports Resort. Ich konnte viel Zeit damit verbringen, einfach über die Insel zu fliegen und neue Orte zu entdecken. Nach unserer ersten Session könnte das auch bei Nintendo Switch Sports Resort wieder ganz ähnlich aussehen.
Ein bisschen wie 2009
Natürlich bleibt die große Frage, ob dieses Konzept im Jahr 2026 noch genauso gut funktioniert wie 2009. Nintendo Switch Sports Resort erfindet die Reihe nach unserem ersten Eindruck jedenfalls nicht neu. Viele Sportarten kennt man bereits und gerade bei den komplett neuen Disziplinen hätte Nintendo durchaus mutiger sein können.
Gleichzeitig funktioniert das, was wir ausprobieren konnten, aber wieder erstaunlich gut. Die Bewegungssteuerung ist intuitiv, die Sportarten machen schnell Spaß und insbesondere die Rückkehr nach Wuhu Island hat bei mir genau den Nerv getroffen, auf den Nintendo offensichtlich abzielt. Dass die Insel dabei nicht einfach unverändert übernommen wurde, sondern einige Überraschungen bereithält, gefällt mir ebenfalls.
Ob die Nostalgie auch langfristig trägt, muss die Vollversion noch zeigen. Während unserer kurzen Anspiel-Session hat mir Nintendo Switch Sports Resort allerdings fast durchgehend ein großes Grinsen ins Gesicht gezaubert. Und vielleicht ist das für ein Spiel, das zwanzig Jahre nach Wii Sports noch einmal dieses ganz bestimmte Gefühl zurückbringen möchte, zunächst einmal das beste Kompliment.
Bildmaterial: Nintendo Switch Sports Resort, Nintendo

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