Heute wirkt es fast selbstverständlich, dass Nintendo mit der Switch einen gigantischen Erfolg feiern konnte. Nach der Wii U stand das Unternehmen allerdings deutlich stärker unter Druck – und laut Branchenanalyst Dr. Serkan Toto hätte ein weiterer Fehlschlag sogar weitreichende Folgen für den gesamten japanischen Konsolenmarkt haben können.
Im Gespräch mit The Game Business zeichnet der CEO des Analyseunternehmens Kantan Games ein drastisches Was-wäre-wenn-Szenario. Wäre die Switch ein ähnlicher Flop wie die Wii U geworden, hätte dies seiner Einschätzung nach den klassischen Konsolenmarkt in Japan praktisch vollständig verschwinden lassen können.
„Ich würde sagen: Hätte Nintendo einen weiteren Flop wie die Wii U herausgebracht und wäre die Switch nicht der Superhit geworden, der sie letztendlich war, wäre der japanische Konsolenmarkt komplett verschwunden“, erklärt Toto.
Stattdessen hätten sich seiner Einschätzung nach noch mehr japanische SpielerInnen Smartphones und möglicherweise auch PCs zugewandt.
Nintendo habe den Konsolenmarkt in Japan „gerettet“
Toto geht sogar noch einen Schritt weiter. Nintendo dominiere heute nicht nur das Konsolengeschäft in Japan, sondern habe es seiner Einschätzung nach überhaupt am Leben gehalten.
„Nintendo dominiert hier in Japan nicht nur das Konsolensegment mit einem Marktanteil von 70 % bei allen Spielinhalten vollständig, sondern hat es auch gerettet“, so der Analyst.
Wie wichtig die Switch für Nintendo war, zeigt schon der direkte Vergleich mit ihrem Vorgänger. Die Wii U verkaufte sich weltweit weniger als 14 Millionen Mal und blieb damit weit hinter dem Erfolg der Wii zurück. Die Switch entwickelte sich dagegen zu einer der erfolgreichsten Konsolen überhaupt.
Nintendo ging entsprechend mit einigen seiner größten Marken in die neue Generation. Super Mario Odyssey wurde zum großen neuen Mario-Abenteuer der Switch, während The Legend of Zelda: Breath of the Wild gleichzeitig für Wii U und Switch erschien und direkt zum Start der neuen Hardware verfügbar war.
Heute ist Nintendo längst über das klassische Konsolengeschäft hinausgewachsen. Super Mario ist im Kino erfolgreich, Themenparks erweitern die Marke und mit der „Switch 2“ läuft bereits die nächste Hardware-Generation.
Dass all das nach einem zweiten Wii-U-ähnlichen Fehlschlag möglicherweise ganz anders ausgesehen hätte, bleibt natürlich ein Gedankenexperiment. Für Toto steht jedoch fest: Der Erfolg der ersten Switch war nicht nur für Nintendo entscheidend, sondern für den japanischen Konsolenmarkt insgesamt.
Was ist eure Meinung dazu? Wie hätte der Konsolenmarkt nach einer zweiten gefloppten Konsole ausgesehen?
via GamesRadar, Bildmaterial: Super Mario Bros. Wonder – Nintendo Switch 2 Edition + Gemeinsam im Bellabel-Park, Nintendo

@gettingbetter
Ich glaube auch, dass ein Online-Abo hinsichtlich Akzeptanz schwierig ist. Aber wie von dir beschrieben, Produkt Placement kann durchaus einen Teil der Kosten auffangen. Die potentielle Zielgenauigkeit ist hoch. Wie hoch allerdings die tatsächliche Werbewirkung ist, müsste man separat betrachten.
Bei deinem Beispiel Steam und Konsole würde ich gern noch hinzufügen, dass man sich bei Steam selbst um die Hardware kümmern muss. Bei Konsolen wird dir das im Grunde abgenommen. Das ist für mich schon ein Vorteil des geschlossenen systems, wenn man dich nicht mit Hardware auseinandersetzen möchte.
Das wäre dann schon die zweite Rettung 🙃
Zweifellos deutlich düsterer. Bei einem Marktanteil von 70% für Nintendos Konsolen wäre ein Fehlschlag des WiiU-Nachfolgers katastrophal gewesen. Das mobile Konsolen in Japan hervorragend angenommen werden, haben früher schon DS & 3DS gezeigt. Für Nintendo war die Switch also quasi ein Heimspiel. Warum dagegen stationäre Konsolen wie die Playstation weit weniger gekauft werden ist mir immer noch schleierhaft; schließlich kann man immer mehrgleisig fahren - habe seit jahren selbst immer sowohl Nintendo als auch PS-Konsolen geholt (mit Ausnahme der WiiU, Switch 2 & PSP/PS Vita).
Smartphones kann ich für Casual-Spieler, die mit Discs und Cartridges oder Einmalkäufen wenig anfangen können, noch verstehen. Warum aber sollte der PC eine bessere alternative sein als Konsolen wie z.B. PS5? Schon vor der RAM-Krise war PC-Hardware keineswegs billig (vielleicht mal vor 10 oder 12 Jahren) und trotz Preiserhöhungen ist eine PS5 erheblich Preiswerter als selbst ein Einsteiger-Gaming-PC. Dieser Tage erst recht.
Glücklicherweise ein vermiedenes Endzeit-Szenario.
Diese Grenze wollen nicht nur die Japaner nicht überschreiten.
Smartphones, weil es jeder hat. PCs, weil man entweder einen hat oder ein Internet-Cafe besuchen kann, der einen brauchbaren Gaming-PC hat. Deshalb sind die beiden in Asien so beliebt.
Ohne Nintendo könnte man den ganzen Konsolenmarkt vergessen. Will jetzt nicht sagen, dass bei Nintendo alles perfekt ist, aber in diesem beschissenen Markt, ist Nintendo mit seinen positiven Seiten durchaus ein Lichtblick.