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Angespielt! Roco Kingdom traut sich, was Pokémon immer vermieden hat

Unsere Bemühungen, euch interessante Projekte abseits des Mainstreams zu zeigen, hatten im Rahmen der Gamescom auch eine Einladung beim chinesischen Multimedia-Giganten Tencent Games zur Folge.

Die Auswahl war groß: Es gab gleich mehrere Spiele aus dem „Honor of Kings“-Universum, einen neuen mobilen Monster-Hunter-Ableger, das schnuckelige Miniatur-Cozy-Game Animula Nook und die Europa-Premiere des sehr niedlichen Monstersammlers Roco Kingdom zu sehen.

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Ein gemütliches Monster-Abenteuer für Grundschüler

Da Monstersammler immer funktionieren, haben wir uns aus der großen Tencent-Auswahl für Roco Kingdom entschieden – und Eindrücke erhalten, die wir so nicht erwartet hätten. Denn während man für Spiele wie Pokémon, Digimon, Monster Hunter Stories, Aniimo und ähnliche lediglich ein starkes inneres Kind benötigt, hat Roco Kingdom gezielt und direkt die Gruppe der Grundschulkinder und sehr frühen Teenager im Blick.

Dabei sollen sie nicht unbegleitet spielen, weshalb auch ein Koop-Modus ein zentraler Bestandteil ist. Die Zielgruppe zeigt sich bereits bei der Story – wir zitieren die Entwickler MoreFun Studios: „Entscheide dich für eine von verschiedenen, renommierten Schulen, nimm am Unterricht im Freien teil und mach bei besonderen, zur Jahreszeit passenden Schulevents mit.“

Und weiter: „Miss dich mit anderen Rocos am großen Akademiepunkte-Turnier, mausere dich vom Zauberlehrling zum Großmeister und setze deine Magie ein, um diese traumhafte Welt Seite an Seite mit deinen Jinis zu beschützen.“

Das hat auch direkte Auswirkungen auf das Gameplay: Roco Kingdom wird China-typisch als Free-to-Play-MMO beworben, muss auf Nachfrage jedoch zugeben, dass der MMO-Teil doch stärker limitiert ist, um den Kinderschutz zu gewährleisten. Auch das Finanzierungssystem ist daher ohne Gacha und mit nur wenigen „Dark Patterns“ versehen, damit möglichst jedes Kind das gesamte Spiel erleben kann.

„MMO Light“ mit Freunden und im Koop-Modus

Trotz der Limitationen ist es möglich, mehrere Freunde in eure Welt einzuladen und die Welten zu synchronisieren. Währenddessen könnt ihr gemeinsam spielen oder parallel Quests abarbeiten. Die in dieser Zeit gewonnenen Belohnungen sollen dabei für alle anwesenden Accounts gelten.

Das klappt sogar bei Inhalten hinter einer F2P-Bezahlschranke: Wer einen Monatspass abschließt, kann zum Beispiel auch zu zweit das besondere „Jini“ fangen – so heißen die Monster in Roco Kingdom. So kann das Kind auch problemlos von einem Familienmitglied oder einem Freund in der 64 Quadratkilometer großen Spielwelt begleitet und unterstützt werden.

Besonders witzig ist dieses Konzept bei den „Mounts“ – einige bieten die Option an, zwei SpielerInnen aufzunehmen. So kann zum Beispiel ein Mitspieler ein reitbares Jini besitzen und dieses zur Verfügung stellen, während der andere ein Flug-Monster für beide zur Verfügung stellt und so für beide neue Optionen in der Spielwelt zur Verfügung stehen.

Rundenbasierte Kämpfe im altbekannten Stil

In die Kämpfe konnten wir ebenfalls kurz reinschnuppern. Dazu konnten wir in Begleitung von Morefun zu zweit ein stärkeres Jini schnappen. Dieser Kampf hatte sogar zwei Phasen. In Phase 1 ging es darum, das generische Jini abzulenken und seine schützende Hülle zu durchbrechen. Die eigenen Jini sind dabei nutzlos, stattdessen brauchen wir die Fähigkeiten unserer menschlichen Mitstreiter. Diese Phase läuft in einem Action-orientierten RPG-System ab.

Die zweite Phase besteht aus einem rundenbasierten Jini‑vs‑Jini-Kampfsystem: Jedes Jini hat dabei eine begrenzte Menge an Energie, welche es im Kampf zu verwalten gilt. Stärkere Attacken benötigen dabei mehr Energie, Statusattacken in der Regel weniger. Dazu gibt es Fähigkeiten, welche die Energie-Generierung fördern oder nach mehreren Einsätzen weniger Energiekosten verursachen. Dabei kommt auch das altbekannte Schere-Stein-Papier-System bei den Kämpfen zum Einsatz, bei dem unterschiedliche Elementtypen unterschiedlich effektiv sind.

Die im chinesischen Browserspiel-Vorgänger von Roco Kingdom gewachsene Open World ist ziemlich groß, aber nicht überladen – trotzdem steckt sie voller kleiner Geheimnisse und Überraschungen. Dazu kommt ein Housing-System mit der Möglichkeit der persönlichen Einrichtung und Möbelstücken für das Lieblings-Jini, welches mit euch zusammen im Häuschen wohnt. Natürlich können auch Freunde zu euch kommen und ihre Jini mitbringen.

Damit möglichst jeder Roco Kingdom spielen kann, wird es für PC-Steam, PlayStation 5, Xbox Series, iOS und Android erscheinen. Ein Cross-Play über alle Plattformen hinweg ist möglich.

 

Ein Spiel wie Roco Kingdom hätten wir uns als Kind gewünscht

Roco Kingdom ist kein Spiel, das seine Zielgruppe versteckt: Das Abenteuer richtet sich vor allem an Kinder, junge Teenager und Familien – und genau daraus zieht es seine Stärke. Die große Welt lädt zum gemeinsamen Erkunden ein und das ungewöhnlich zurückhaltende, ebenfalls gemeinschaftlich nutzbare Free-to-Play-Modell machen den Titel zu einem interessanten Gegenentwurf zu vielen anderen Monster-Sammelspielen.

Ob die eingeschränkten MMO-Funktionen, das Kampfsystem und die Open World auch über viele Stunden hinweg überzeugen, lässt sich nach unserer kurzen Anspielsession noch nicht beurteilen. Der erste Eindruck ist jedoch: Roco Kingdom ist kein Pokémon-Klon, sondern eher genau das, was Pokémon seit vielen Jahrzehnten vermeidet. Nämlich ein Abenteuer in einer riesigen offenen Welt, die für gemeinsame Erlebnisse und eine gute gemeinsame Zeit geschaffen wurde – aber es funktioniert auch im Einzelspielermodus gut.

Zusammenarbeit ist bei Roco Kingdom oft wichtiger als der Wettbewerb. Die Arbeitsteilung ist auch sinnvoll, denn bereits zum Start stehen in Roco Kingdom über 400 unterschiedliche Jini bereit, die wie in jedem guten MMO mit der Zeit durch weitere Gebiete und Monster ergänzt werden – in China ist bereits die erste Monster- und Gebietserweiterung online.

Bildmaterial: Roco Kingdom, MoreFun Studios, Tencent

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