Tencent hat uns nicht nur einen ersten Eindruck in ihren neuen Monstersammler Roco Kingdom gegeben, sondern auch Einblicke in die Entwicklung des Titels sowie weiterer bekannter Titel des chinesischen Gaming-Konzerns.
Wenig überraschend: Es wird viel KI eingesetzt, um möglichst effizient zu arbeiten und Dinge zu erreichen, die sonst sehr viel Handarbeit benötigen. Sehr überraschend: Die KI macht die Spiele nicht nur effizienter in der Entwicklung, sondern sogar objektiv besser.
In den vergangenen zwei Jahren nutzte Tencent KI-Werkzeuge in nahezu allen Bereichen der Spielproduktion. Auffällig sind die deutlich glatteren Animationen, KI-generierte Stimmen, Bilder und Dialoge. Das Problem: Die KI löst zwar manche Probleme, verursacht aber an anderer Stelle gerne neue. Deshalb müssen die modernen Werkzeuge gut in die Produktion von Spielen integriert werden – sonst verursachen sie am Ende neue Kosten.
Roco Kingdom: Mit KI-Hilfe vom Browserspiel zum MMORPG
Für Roco Kongdom berichtet etwa Zhenyuan Zhang, Senior Engineer bei Tencent Games MagicDawn, wie sie das Spiel von einem Browserspiel zu einem aufwändigen MMO-Open-World-Spiel brachten.
Eine besondere Herausforderung war dabei die Beleuchtung, die im Browserspiel sehr simpel war. Die neue Global Illumination Technik sollte dazu auf allen Plattformen gut aussehen, von Smartphone bis hin zum PC. Roco Kingdom war dabei die enge Zusammenarbeit zwischen Kunst- und Technikteams wichtig, um den Stil des klassischen Browserspiels in eine plattformübergreifende Open-World mit einer Fläche von 64 Quadratkilometern zu verwandeln und einen Tag-Nacht-Wechsel der Spielwelt zu ermöglichen.
Um Fehler auszumerzen, nutzte man auch die hauseigene Plattform WeTest. Das Programm entwickelte sich von einer Skriptsammlung, um repetitive Tests automatisch vorzunehmen zu einem KI-gestützten Tool, um auch komplexere Aufgaben in komplexeren Spielen automatisch zu testen.
Aktuelle KI-Technik und der heutige Stand
Wie bereits erwähnt, sind sanfte und flüssige Animationen ein echtes Herausstellungsmerkmal, welche mit KI sehr gut optimiert werden können – insbesondere Hersteller aus China sind hier herausragend, auch wenn Unternehmen wie Sony und Microsoft diese bereits in mehreren ihrer Spiele nutzen und diese Technik wie auch Tencent weiter verfeinern möchten.
Bereits 2025 sprach Microsoft bereits davon, in der nächsten Konsolengeneration KI-unterstützte Begleiter und Gegner nutzen zu wollen, die natürlich reagieren sollen – auch auf Sprachbefehle. Tencent ist auch hier mit am Start: Sie nennen es „Building Autonomous AI Agents for FPS Battlefields“. Hierzu werden im Grunde Chatprogramme (LLMs) genutzt, welche die Spielfigur steuern und von Feedback lernen sollen. So sollen sie am Ende überzeugend und eigenständig handeln, statt unflexibel und skriptgesteuert, wie es bisher der Fall war.
Forschung und Entwicklung für „Next Gen“-Spiele
Im Forschungsstadium sind auch komplett neue Modelle, die Spielwelten zu erstellen und Echtzeitvideos auf Basis des Spiels mithilfe von KI interaktiver zu gestalten. Eine große Herausforderung ist auch, die NPC-Spielfiguren in zunehmend komplexen Welten autonom entscheiden zu lassen.
All das durften wir uns im Detail ansehen – und werden in den nächsten Wochen sicherlich auf das ein oder andere eingehen, was uns besonders beeindruckt hat. Beispiele wurden für die Spiele Game for Peace, PUBG MOBILE, Delta Force, Honor of Kings, Roco Kingdom, League of Legends und Teamfight Tactics gezeigt – eine Vielzahl unterschiedlicher Spiele, die zeigt, wie flexibel die KI-Technologie am Ende eingesetzt werden kann.
Wie seht ihr die Unterstützung durch KI-Technologie in der nächsten Generation von Spielen? Freut ihr euch auf große dynamische Welten, intelligentere und glaubwürdige BegleiterInnen, flüssigere Animationen und allgemein neue Möglichkeiten der KI-Technologie, oder seid ihr eher skeptisch?
Bildmaterial: Tencent, Roco Kingdom

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