Nintendo setzt seinen konsequenten Kurs gegen Switch-Emulatoren fort. Wie TorrentFreak berichtet, hat das Unternehmen innerhalb eines einzigen Tages mehr als 400 entsprechende Repositories auf GitHub ins Visier genommen. Die meisten davon sind mittlerweile nicht mehr erreichbar.
Insgesamt soll Nintendo sieben DMCA-Beschwerden wegen der Umgehung technischer Schutzmaßnahmen eingereicht haben. Betroffen waren unter anderem Kopien des Suyu-Emulators, verschiedene Forks von Yuzu sowie der unabhängige Switch-Emulator Skyline.
Allein Suyu trifft es mit über 300 Repositories
Besonders umfangreich fiel das Vorgehen gegen Suyu aus. Da das zugehörige Netzwerk aus mehr als 100 Repositories bestand, wandte GitHub die Beschwerde laut Bericht auf das gesamte Netzwerk an. Dadurch verschwanden allein 311 Repositories (gespeicherte Softwareprojekte). Weitere Beschwerden richteten sich gegen einzelne Projekte und Netzwerke mit mehreren Dutzend Repositories.
Nintendo argumentiert, dass die betroffenen Switch-Emulatoren technische Schutzmaßnahmen umgehen würden. Switch-Spiele seien mit proprietären kryptografischen Schlüsseln geschützt. Nach Auffassung des Unternehmens würden die Emulatoren nicht autorisierte Kopien dieser Schlüssel verwenden, um Switch-Spiele beziehungsweise ROMs zu entschlüsseln. Die Verbreitung solcher Emulatoren verstoße daher gegen entsprechende Bestimmungen des amerikanischen DMCA. 2025 erklärte man, noch warum die Regeln noch weiter verschärft würden.
Neu ist Nintendos Vorgehen keineswegs. Bereits 2024 ging das Unternehmen gerichtlich gegen die Verantwortlichen von Yuzu vor. Im selben Jahr verschwanden die Discord-Server von Suyu und Sudachi, während auch die Entwicklung von Ryujinx eingestellt wurde.
Erst letztes Jahr verklagte Nintendo die Entwickler des Switch-Emulators Yuzu. Der Vorwurf: Über eine Million Exemplare von The Legend of Zelda: Tears of the Kingdom seien schon vor der Veröffentlichung raubkopiert worden. Yuzu wurde daraufhin von seinem Entwickler Tropical Haze geschlossen und stimmte zu, Nintendo 2,4 Millionen Dollar zu zahlen.
via Nintendo Everything, Bildmaterial: The Legend of Zelda: Wind Waker, Nintendo

Nintendo verschwendet mal wieder mehr Geld. Wenn man das stattdessen in qualitative 1st Party-Titel stecken würde, wäre allen geholfen.
Vor allem verstehe ich nach wie vor nicht, dass sich die Entwickler der Emulatoren von Nintendo verrückt machen lassen. Die tun nichts illegales. Reverse engineeringing von Hard- und Software, die man legal erworben hat, ist nicht verboten. Die gewonnenen Erkenntnisse in einen Emulator zu programmieren ebenfalls nicht. Und da die Emulatoren nicht verkauft, sondern kostenlos weitergegeben werden, verdient der Entwickler auch kein Geld daran. Wenn jemand dann diesen Emulator nutzt, um aus illegalen Quellen bezogene Software zu verwenden, ist das nicht die Schuld des Entwicklers des Emulators.
Pro Nintendo:
Die Switch ist das aktuelle Nintendo-Ecosystem, dessen Mauern hier viel zu früh eingerissen werden. Unabhängig davon, ob diese Mauern den Kunden mehr einsperren oder mehr schützen – das Geschäftsmodell des Unternehmens basiert auf dem intakten Ökosystem. Das Argument, man solle die Piraten ins Visier nehmen und nicht den Hersteller des Piratenschiffs, zieht für mich nicht.
Contra Nintendo:
DMCA-Takedown Notices und Klageerhebung sind eine Axt und kein Skalpell. Hier werden Privatpersonen von einem Megakonzern attackiert und das kann sehr schnell existenziell werden. Nintendo sollte sich bewusst werden, dass hinter den meisten Emulatorprojekten auch nur jahrzehntelange Nintendo-Fans stecken. Die könnte man wirklich etwas sanfter anpacken.