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Sieh an: In Deutschland wurde 2025 der Großteil der Konsolenspiele physisch verkauft

Gerne wird in diesen Tagen im Kontext des angekündigten Disc-Aus aus den Geschäftsberichten der Publisher zitiert. Capcom würde 90 Prozent digital verkaufen, Square Enix auch schon 80 Prozent – und so weiter. Oft werden die Zahlen dabei nicht eingeordnet oder erläutert.

Der Branchenverband Game hat jetzt seinen Jahresreport für den deutschen Spielemarkt vorgelegt. Dort erwarten uns aktuelle Zahlen von 2025 zum Thema, die vielleicht den ein oder anderen überraschen.

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Der Branchenverband, der naturgemäß die Branche vertritt, bandelt zunächst mit Digital-freundlichen Zahlen an. So wurden 7 von 10 Games für PC und Konsole im letzten Jahr als Download verkauft. Der Downloadanteil betrug 2025 konkret 69 Prozent – ein Anstieg von nur einem Prozent im Vergleich zum Vorjahr. In der Gruppe der 20- bis 29-Jährigen ist es insgesamt ein Anteil von 82 Prozent.

Die Zahlen sind natürlich, je nach Perspektive, „geschönt“ oder „verschlimmbessert“ um die PC-Sales, die seit Jahren zu 99 Prozent digital verkauft werden. Bereinigt um die PC-Zahlen ergibt sich ein ganz anderes Bild.

Bei den Konsolenspielen beträgt der Downloadanteil in Deutschland 2025 nur 42 Prozent. Damit wird der Großteil (58 Prozent) der Spiele für Konsolen auf Datenträgern erworben – und das, obwohl hier auch Digital-Only-Spiele erfasst werden.

Befürworter von Sonys Entscheidung, die Disc-Produktion ab 2028 einzustellen, argumentieren gerne damit, dass SpielerInnen sich selbst dafür entschieden hätten – mit ihrem Kaufverhalten. Das kann man sicherlich so sehen. Zumindest in diesem kleinen deutschen Markt kann davon aber offensichtlich noch keine Rede sein.

via Game, Bildmaterial: Sony Interactive Entertainment

22 Kommentare

  1. Ich finde, man sollte die 58 % bei Deutschland schon etwas genauer einordnen. Die Zahl ist tatsächlich nicht übertrieben: 2025 wurden in Deutschland bei Konsolenspielen 58 % physisch und 42 % digital gekauft. Deutschland ist damit tatsächlich ein ziemlich besonderer Markt.

    Wenn man aber andere Länder miteinander vergleicht, wird es erst richtig interessant von Ampere-Analyse zu Resident Evil Requiem:

    🇩🇪 Deutschland: 58 % physisch / 42 % digital
    🇯🇵 Japan: 51 % physisch / 49 % digital
    🇫🇷 Frankreich: über 55 % physisch / etwa 45 % digital
    🇬🇧 UK: 40 % physisch / 60 % digital
    🇺🇸 USA: nur 22 % physisch / 78 % digital

    @Nero_Arrington Er stamm von einer aktuellen Ampere-Analyse zu Resident Evil Requiem von Christopher Dring: https://www.gamesradar.com/games/survival…rce=chatgpt.com

    Diese Vergleichswerte stammen aus aktuellen Ampere-Analysen am Beispiel von Resident Evil Requiem und sind deshalb nicht 1:1 mit der deutschen Jahresstatistik vergleichbar. Sie zeigen aber sehr deutlich, dass die einzelnen Märkte ganz unterschiedlich schnell auf Digital umsteigen.

    Besonders interessant finde ich Japan: Dort liegt das Verhältnis mit 51 zu 49 praktisch bei 50/50. Frankreich ist mit über 55 % physisch ebenfalls noch sehr stark. Deutschland liegt mit 58 % sogar noch etwas darüber.

    Ganz anders sieht es dagegen in den USA aus. Dort sind bereits rund 78 % der Verkäufe digital. Das ist ein enormer Unterschied zu Deutschland. Auch das UK ist mit 60 % digital schon deutlich weiter in Richtung Download gegangen.

    Und wenn man Europa insgesamt betrachtet, sieht es ebenfalls ganz anders aus. Laut GSD waren bis Ende Juli 2025 von 71 Millionen verkauften PC- und Konsolenspielen rund 74 % digital und nur etwa 26 % physisch.

    Genau deshalb würde ich die Aussage aus dem Thread etwas anders formulieren: Deutschland ist beim Konsolenmarkt tatsächlich ein bemerkenswerter Sonderfall und gehört zu den Märkten, in denen physische Spiele noch eine ungewöhnlich große Rolle spielen.

    Das bedeutet aber nicht, dass der weltweite Markt wieder stark auf physisch zurückgeht. Der internationale Trend geht weiterhin eindeutig Richtung Digital. Deutschland, Japan und Frankreich zeigen eher, dass dieser Übergang in manchen Ländern deutlich langsamer erfolgt als beispielsweise in den USA oder im UK.

    Und bei „physisch“ muss man natürlich zusätzlich aufpassen: Eine Verpackung bedeutet heutzutage nicht automatisch, dass das komplette Spiel auf Disc oder Cartridge vorhanden ist. Download-Codes und insbesondere Game Key Cards machen die Definition von „physisch“ zunehmend komplizierter.

    Ich finde deshalb gerade die 58 % aus Deutschland interessant nicht weil sie beweisen würden, dass physische Spiele weltweit noch dominieren, sondern weil Deutschland im internationalen Vergleich tatsächlich ziemlich stark aus der Reihe fällt und etwas zugespitzt dessen Thema befasst wird

  2. Ich stelle mir gerade vor (auch, wenn ich weiß, dass dem nicht so ist - da mache ich mir nichts vor), wenn Sony eigentlich nur von Disc auf Module umstellen will, weil die PS6 ein Handheld wird. Das wäre so lustig, wenn die den ganzen Rage sehen, aber noch nichts zu der neuen Konsole sagen dürfen. xD

  3. Handheld funktioniert auch schön digital :D
    Wobei die Speicherpreise da natürlich auch nicht hilfreich sein werden.

  4. Nach dem Digitalvertrieb kommt irgendwann das Streaming, und dann wird Sony und anderen Betreiber alles über seine Server und Rechenzentren steuern. Dazu kommen womöglich dauerhafte Abo-Gebühren und eine permanente PS-Plus-Pflicht. Dann wird irgendwann keiner mehr darüber lachen können.

  5. Ich habe eine entsprechende Rückfrage soeben per E-Mail an die deutsche Games-Branche abgesetzt und halte euch auf dem Laufenden.

    Sonntag die E-Mail geschrieben, keine Antwort bis jetzt. Dachte ich mir gestern, naja, die Daten sind ja von yougov, schreibst du die halt an. E-Mail geschrieben, sofort heute die Antwort von yougov: Da müssen Sie game fragen. Ja, Leute, hab ich doch. Ich warte noch bis Freitag. Dann würde ich einfach annehmen, dass wir von den 58% physisch noch 10 bis 15 Prozentpunkte abziehen müssen und damit die Headline falsch ist. ;)

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