| Titel | Moonlight Peaks |
| 7. Juli 2026 | |
| Marvelous, XSEED | |
| 7. Juli 2026 | |
| Marvelous USA, XSEED | |
| 7. Juli 2026 | |
| Marvelous Europe, XSEED | |
| System | Switch (2), PC-Steam, Mobile |
| Getestet für | Nintendo Switch 2 |
| Versionsnummer | 1.1.41 |
| Entwickler | Little Chicken |
| Genres | Farming-Simulation |
| Texte |
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| Vertonung | – |
Von Harvest Moon zu Story of Seasons bis hin zu Stardew Valley: Farming-Simulationen erfreuen sich seit jeher großer Beliebtheit und sind eine der tragenden Säulen sogenannter Cozy-Games. Allerdings leidet das Genre seit einigen Jahren an Gleichförmigkeit.
Helle Pastelltöne, niedliche Chibis und eine immer gleiche Prämisse sind altbekannte Formeln, durch die den meisten Spielen mittlerweile eine eigene Identität fehlt. Moonlight Peaks scheint hierfür mit seiner besonderen Atmosphäre Abhilfe zu schaffen, indem es auf düstere Halloween-Stimmung abzielt. Ob es tatsächlich frischen Wind ins Genre bringt, erfahrt ihr im Test.
Ein Vampir kommt selten allein
Der Haussegen hängt schief in Schloss Dracula. Nach einem heftigen Streit mit der Berühmtheit, die auch gleichzeitig unser Vater ist, packen wir unsere Sachen und ziehen gemeinsam mit unserem Höllenkätzchen nach Moonlight Peaks. In diesem kleinen Örtchen für magische Wesen hat früher unsere Mutter gelebt. Wir kommen also direkt in einem kleinen Häuschen auf einem eigenen Grundstück unter.

Die umgebenden Wälder, Sümpfe, Strände und Höhlen laden uns direkt zum Erkunden ein. Da wir als Vampir tagsüber verbrennen würden, gehen wir unserer Arbeit erst nach Sonnenuntergang nach. Neben Erkundungen darf natürlich auch ein Besuch in der Stadt nicht fehlen. Hier tummeln sich Vampire, Werwölfe, Hexen und Seher und gehen ihrem routinierten Nachtwerk nach. Dabei stellen wir schnell fest, dass in Moonlight Peaks nicht alles eitel Mondenschein ist, denn die Stadt scheint das ein oder andere Problem zu beherbergen.
Gärtnern will gelernt sein
Das erste von vielen liegt auch direkt vor unserer Haustür und nennt sich Orlock. Dieser mürrische Vampir ist ein echter Trunkenbold und nicht gut auf Dracula zu sprechen. Um ihn also von uns zu überzeugen, stimmen wir seinem Vorschlag zu, Wein für ihn anzubauen und herzustellen. Unser Onkel Viktor, der ganz in der Nähe in einer Gruft wohnt, hilft uns bei unseren ersten Schritten in die Selbstständigkeit und erklärt uns die Grundlagen der Landwirtschaft.
Hier fällt schnell auf, dass Moonlight Peaks nicht allzu aufdringlich mit seinen Tutorials ist. Das meiste ist in einem kurzen Satz erklärt. Dinge wie Boden pflügen und Saatgut pflanzen werden uns auch erst nach direktem Nachfragen über eine Dialogoption erklärt. Das erspart allen, die schon mal ein Farming-Game gespielt haben, unnötige Einstiegszeit. Denn es gibt wenig Neues zu lernen. Felder bestellen, Bäume fällen und Erze abbauen dürften mittlerweile altbekannte Tätigkeiten sein.
Über ein Werkzeugrad haben wir schnellen Zugriff auf Optionen wie beispielsweise Spitzhacke und Gießkanne, wobei die Steuerung manchmal etwas friemelig erscheint und das gewählte Werkzeug nicht immer sofort angelegt wird. Anders als bei Stardew Valley verbrauchen die Werkzeuge keinen Platz im Inventar, sodass wir noch mehr Objekte auf einmal horten können.
Aller Anfang ist schwer
Der Gebrauch von Werkzeugen verbraucht Ausdauer, die wir über Nahrung wiederherstellen können. Allerdings können wir als Vampir nicht aus allem Nährstoffe ziehen. Viele Lebensmittel geben uns nur zwei oder vier Ausdauerpunkte zurück. Beim Anbau können wir daher berücksichtigen, dass wir beispielsweise Bluttrauben anbauen, aus deren gewonnenem Traubensaft wir ordentlich Energie tanken können.
Alternativ schlendern wir rüber in die Stadt und gönnen uns bei Tote Torten ein Häppchen. Happig sind hier allerdings auch die Preise. Die Umsätze aus unseren unverarbeiteten Feldfrüchten fallen eher gering aus, daher ist es gerade am Anfang des Spieles gar nicht so einfach, genug Geld für Annehmlichkeiten zusammenzukratzen. Für ein erstes Rucksack-Upgrade brauchen wir 2000 Goldmünzen, auch für bessere Werkzeuge müssen wir neben Materialien einen vierstelligen Betrag blechen. Nach und nach lernen wir aber, wie man Schmelzöfen, Käsepressen und Mana-Extraktoren herstellt, um lukrativere Geschäfte zu machen.
Fleißig ackern für Gute-Nudel-Sterne
Bei unseren nächtlichen Ausflügen stolpern wir hin und wieder über kleinere Ereignisse, bei denen einzelne Figuren im Fokus stehen. So erfahren wir, wie die Bewohner zueinander stehen und welche Charaktereigenschaften sie haben. Von der stets hilfsbereiten Luna über den frechen Ludo bis hin zur ernsten Alina oder dem insgeheim sorgengeplagten Dragan lernen wir allerlei unterschiedliche Persönlichkeiten kennen. Alternativ können wir auch aktiv nach Ereignissen über die Karte Ausschau halten, wo relevante Orte durch Symbole oder ein Glitzern hervorgehoben werden.
So gibt es neben der Hauptgeschichte, die sich mit Konflikten zwischen den Familien beschäftigt, auch viele kleinere Handlungsstränge, durch die wir eine Verbundenheit zu den Figuren aufbauen. Gelegentliche Erledigungen über das Auftragsbrett, tägliche Gespräche und Geschenke verbessern die Beziehungen noch weiter, sodass auch Romanzen und Eheschließungen möglich werden. Auf eigenen Nachwuchs müssen wir allerdings verzichten, dieser wird laut Entwicklern wohl auch nicht mehr implementiert.
Jetzt wird’s magisch
Bis auf die magischen Spezies klingt Moonlight Peaks soweit noch wie ein normales Farming-Spiel. Dabei bietet es allerdings Optionen, die uns das Leben erleichtern, wie das bereits genannte Werkzeugrad, aber auch ein unendliches Lager, das wir übers Haus verwalten können, sowie die Möglichkeit im Laufe des Spiels die Länge der Nächte anzupassen. Leider fehlt hier noch die Möglichkeit, das Spiel jederzeit zu speichern.
Was das angeht, ist es genauso streng wie andere Genrevertreter und speichert nur, wenn wir uns schlafen legen. Wir müssen also immer einen kompletten Tag spielen, wenn wir keine Zeit verschwenden wollen. Da ein Tag standardmäßig circa fünfzehn Minuten lang ist, fällt dies nicht allzu sehr ins Gewicht. Es sei denn, das Spiel stürzt ab, was in der ganzen Testzeit (in der allerersten Version vor Updates) nur ein Mal vorkam.
Was ist nun anders? Auf den ersten Blick reißt die Atmosphäre einiges raus, um sich abzuheben. Die vielen dunklen Farbtöne lassen schöne Halloween-Stimmung aufkommen. Auch Tiere und Pflanzen sind eher ungewöhnlich. Kühe mit Flügelchen, einäugige Schweineziegen, herumfliegende Totenschädel oder Augenknoblauch geben der Spielwelt die nötige Würze. Mit einem Zauberstab können wir zudem Objekte bewegen, das Feld bewässern und ansonsten die Arbeit allgemein leichter machen. Schön ist dabei, dass jeder Zauber ein eigenes Muster hat, das wir lernen und mit dem Analogstick nachzeichnen. Fühlt sich gleich so viel magischer an!
Das Tüpfelchen auf dem magischen Paket sind schließlich die Verwandlungen, von denen wir insgesamt drei erlernen können. So flitzen wir im Laufe der Geschichte beispielsweise als Höllenkätzchen durch die Gegend, schlüpfen in kleine Löcher und kommen schneller von einem Ort zum anderen. Wobei schnell hier relativ zu betrachten ist, da uns die Ladezeiten an jeder Ecke ausbremsen.
Technisch noch Luft nach oben
Beim Betreten von Häusern und bei Gebietswechseln begrüßt uns erst einmal sekundenlange Schwärze. Die einzelnen Gebiete sind zügig abgelaufen, wodurch sich die Ladezeiten häufen und da wir in einer Nacht viel hin und her laufen, stören sie den Spielfluss extrem. Dazu gesellen sich gelegentliche Framerate-Einbrüche, die sich vor allem innerhalb der Stadt bemerkbar machen. Alles keine weltbewegenden Probleme, die den Entwicklern auch bekannt sind und durch zukünftige Updates ausgebessert werden sollen.
Immerhin wird unsere Ladezeit durch Musik überbrückt, die währenddessen weiterläuft. Sanfte Streichinstrumente streicheln unser Ohr, begleitet von langsamen Klaviertönen. Dazu gesellen sich gelegentlich Glockentöne, die genau das richtige Maß an Mysterium und magischer Stimmung aufbauen. Leider ist die Musik nicht dauerhaft zu hören. Öfters werden wir auch nur von Grillenzirpen und Eulengeheul beim Erkunden begleitet. Aber auch hier gehen Optik und Ton Hand in Hand. Moonlight Peaks bietet genau das, was man erwartet, wenn man an Halloween, Zauber und Geister denkt.
Vampirsein ist Nebensache, aber das ist nebensächlich
Moonlight Peaks ist ein solides Farming-Game mit ganz besonderem Charme. Es erfindet das Rad nicht neu, bringt aber einige Quality-of-Life-Features mit, die definitiv eine Verbesserung zu anderen Genrevertretern darstellen. Einzig die Ladezeiten gingen mir auf die Nerven, aber das ist Jammern auf hohem Niveau.
Im Laufe des Spiels fiel mir auf, dass unser Vampirdasein eigentlich keine Relevanz für das Spielgeschehen hat. Klar, wir verbrennen in der Sonne. Aber ansonsten werden keine typischen Vampirklischees bedient. Wir können ganz normal über Brücken laufen, dürfen Häuser ohne Einladung betreten, saugen niemanden aus und haben auch kein Problem mit Knoblauch. Verwandlungen und Zauber sind nichts Vampir-spezifisches, wir hätten genauso gut Druiden oder Hexen sein können.
Dafür leben die anderen Bewohner ihr magisches Wesen aus. So sehen wir die Werwölfe in ihrer pelzigen Gestalt auf vier Pfoten durch den Wald spazieren oder beobachten die Hexen bei fehlgeschlagenen Zaubern. Es wäre schön gewesen, wenn diese Besonderheiten mehr Relevanz hätten, allerdings tut dies dem Spielspaß keinen Abbruch. Moonlight Peaks ist mit seiner ganzen Art sehr charmant, auch wenn die Charakterportraits im ersten Moment etwas gewöhnungsbedürftig waren. Aber Fans von cozy und farming kann ich hier nur eine wärmste (oder vampirkalte) Empfehlung aussprechen.
Story
Gameplay
Grafik
Sound
Sonstiges
Bildmaterial: Moonlight Peaks, Marvelous, XSEED Games, Little Chicken

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