Heute gilt The Legend of Zelda: The Wind Waker als einer der beliebtesten Serienteile überhaupt. Als das Spiel 2003 jedoch in Nordamerika erschien, war die Stimmung eine ganz andere. Viele Fans kritisierten damals den Cel-Shading-Look – von einigen sogar spöttisch als „Celda“ bezeichnet – und wünschten sich stattdessen wieder ein „realistisches“ Zelda.
Wie Serienproduzent Eiji Aonuma bereits 2007 auf der Game Developers Conference (DYKG hat diese alte Geschichte ausgebuddelt) erklärte, hatte diese Kritik offenbar weitreichende Folgen für die Zukunft der Reihe.
Wind Waker 2 wurde zu Twilight Princess
Laut Aonuma befand sich zunächst ein direkter Nachfolger zu The Wind Waker in Entwicklung, der auf einer ähnlichen Präsentation aufbauen sollte. Doch nach Gesprächen mit Nintendo of America änderte sich die Richtung des Projekts grundlegend.
„Ich habe [Nintendo of America] gefragt, woran das lag. Mir wurde erklärt, dass die „Toon-Shading-Technik“ tatsächlich den Eindruck erweckte, dieses Zelda-Spiel sei für ein jüngeres Publikum gedacht, und dass es aus diesem Grund die älteren Teenager abschreckte, die bisher die typische Zelda-Spielergruppe dargestellt hatten.“
Daraufhin begann Aonuma zu zweifeln, ob ein weiteres Zelda mit Toon Link außerhalb Japans erfolgreich sein könnte: „Da habe ich beschlossen: Wenn wir keine wirksame und sofortige Lösung hätten, bliebe uns nichts anderes übrig, als dem gesünderen nordamerikanischen Markt das Zelda zu bieten, das er sich wünschte.“
Auch aus spielerischer Sicht passte der Stilwechsel. Wie Art Director Satoru Takizawa später erklärte, sollte das neue Spiel nicht mehr auf dem Meer, sondern an Land spielen. Toon Link auf einem Pferd überzeugend darzustellen, sei allerdings kaum möglich gewesen. Gleichzeitig warteten viele Spieler ohnehin wieder auf ein realistischeres Zelda.
Miyamoto gab den entscheidenden Rat
Aonuma wandte sich schließlich mit seiner Idee an Shigeru Miyamoto, der zunächst skeptisch reagierte. Statt einfach nur den Grafikstil zu ändern, sollte das Team zunächst ausprobieren, was mit der bestehenden Technik überhaupt möglich sei – insbesondere Kämpfe zu Pferd.
Nur vier Monate später war ein erster Prototyp fertig. Als Nintendo Twilight Princess schließlich auf der E3 2004 enthüllte, reagierte das Publikum euphorisch. Dennoch blieb der Druck enorm.
„Wir wussten, dass wir ein Zelda-Spiel entwickeln mussten, das den Erwartungen der Fans in Nordamerika gerecht wird, und dass es das Ende der Reihe bedeuten könnte, wenn wir dies nicht schaffen würden.“
Rückblickend markierte diese Entscheidung einen der größten Richtungswechsel in der Geschichte der Zelda-Reihe. Aus einem ursprünglich geplanten Wind Waker 2 entstand letztlich Twilight Princess – ein Spiel, das den Wunsch vieler Fans nach einem düsteren, realistischeren Zelda erfüllte und bis heute auch als einer der beliebtesten Serienteile gilt.
via GamesRadar, Bildmaterial: Zelda: Wind Waker HD, Nintendo

Vermutlich hat sich heute daran nichts geändert, aber man muss halt den europäischen Markt auch sondieren, da ja aus Japan keine relevanten Sales mehr kommen
Der Wunsch nach einem erwachsenem Zelda war ja bei den meisten immer da. Für mich hat sich über die Zeit aber Wind Waker als das deutlich zeitlosere Spiel durch seinen Grafikstil und seiner charmanten Odyssee-Thematik erwiesen. Im Vergleich dazu hast du das graue, triste Twilight Princess. Man wollte mit der Ocarina of Time Formel (nur größer, noch düsterer und mehr Möglichkeiten) die sinkende Beliebtheit nach Wind Waker kontern und den Leuten das Spiel liefern, was der genaue Gegenentwurf zum bunten Wind Waker war. Das hat damals funktioniert. Nur, damit Skyward Sword wieder das Gegenteil beweisen konnte^^
Ich habe Twilight Princess damals auf der Wii komplett durchgespielt und dann das Remaster auf der Wii U mit meiner Freundin mal etliche Stunden gespielt, aber am Ende konnte ich mich nicht durchringen, es nochmal komplett zu beenden. Dafür ist mir wirklich die ganze Thematik, zu trist, Midna zu stressig und die Spielwelt ist einfach nicht interessant genug. Dazu noch die massive Spielzeit. Also ich würde jederzeit die Wii U Version empfehlen, alleine schon wegen dem grafischen Neuanstrich und weil eben einige nervige Aufgaben wegfallen und die Spielzeit etwas gestrafft wurde. Aber nochmal komplett durchspielen würde ich es wohl nicht. Da ist Wind Waker mit seiner eher kompakten Spielzeit deutlich angenehmer.
Die Sehnsucht nach einem düsteren, erwachsenen Zelda wird halt aber auch nie abflauen bei den meisten. Dafür war die Tech Demo auf der E3 damals auch zu prägnant. Nintendo wird wohl immer wieder auf diese Hürde stoßen, dass das ein sehr beliebtes Konzept ist und die Menschen ne menge Erinnerungen mit Twilight Princess verbinden. Eine komplette Generation, die bei Ocarina of Time vielleicht noch zu jung war und eben dann mit Twilight Princess so richtig durchgestartet sind, was ihre ersten Berührungspunkte zu The Legend of Zelda angeht.
Ich bin mir nicht sicher, ob einige sich diesen Stilwechsel beim Ocarina of Time Remake wünschen. Zumindest die niedrige Altersfreigabe, die nun offen bekannt wurde, dürfte dem schon einmal ein Riegel vorgeschoben haben, Twilight Princess hatte ein relativ hohes ESRB Teen-Rating in den USA.
Ich mochte den Look von Wind Waker im ersten Moment auch nicht, das hatte sich in meinem allerersten Durchlauf aber direkt erledigt.
Mittlerweile sind der Look und einfach die Seefahrerthematik und die Atmosphäre mit die allerstärksten Aspekte am Spiel und auch ich hätte absolut nichts dagegen, noch mal ein "großes" Zelda in dieser Optik zu bekommen (noch besser: Ein Spiel, dass den Look der Artworks von Ocarina of Time und Majora´s Mask von damals perfekt einfängt. Klar, die 3DS-Spiele haben das irgendwie versucht, aber ich meine wirklich komplett in dem Anime-Look).
Aber trotzdem bin ich froh, dass wir Twilight Princess bekommen haben. Ja, es ist im Grunde Ocarina of Time 2. Stört das wirklich? Ich finde, auch diese Reihe darf es sich erlauben, mal ein sehr "sicheres" Sequel zu bekommen. Ist denn nicht auch Super Mario Galaxy 2 sehr beliebt? Stört es die Leute, dass Mario Wonder auch nur ein neues New Super Mario Bros., nur endlich mal wieder mit interessantem Theming und ein paar coolen Set Pieces ist? Dann ist das für Twilight Princess auch okay.
Und, so sehr ich Wind Waker auch liebe, ich finde, TP ist auch das besser designte Spiel. Das hat zwar auch so seine Problemchen, aber gerade auf dem Gamecube konnte das ständige Ändern des Windes auf hoher See gerne mal nerven, die Dungeons waren für die Reihe so höchstens okay-isch und das Spiel ist berüchtigterweise auch "unfertig" erschienen und es war eigentlich mehr geplant, deswegen haben wir jetzt am Ende die Triforce-Quest. Die ich (zumindest auf Wii U) sogar eigentlich gerne mag, aber da die Dungeons für mich ein Highlight der Reihe sind, ist das halt insgesamt doch ein wenig enttäuschend.
Twilight Princess hingegen hat zusammen mit Skyward Sword hingegen die besten Dungeons der gesamten Reihe. Zudem liebe ich die Welt und die Atmosphäre, Midna ist mit Abstand die beste Begleiterin der Reihe, das Spiel ist größer aber nicht ZU groß, einige der Items, ja, sind außerhalb ihres Dungeons recht nutzlos, aber unglaublich spaßig einzusetzen in ihren Situationen.
Es ist einfach mit Abstand mein liebstes Zelda und sicherlich auch in den Top 5 meiner liebsten Spiele aller Zeiten. Ich weiß auch nicht, ob je ein Zelda es toppen könnte - höchstens, wenn das Ocarina of Time Remake das macht, was Capcom mit den Resident Evil Remakes angestellt hat.
DANN hätte es vielleicht eine Chance, TP zu entthronen.
Ich fand den Wind Waker Stil bereits ziemlich cool, als ich den zum ersten Malin der N-Zone damals sah^^
Allerdings war das halt auch eine Zeit, wo ich kaum neue Spiele holen konnte. Irgendwie kam es daher nie dazu, dass ich Wind Waker gespielt hatte damals, erst vor wenigen Jahren, als ich alle Zelda Spiele nacheinander angegangen bin. Allerdings war ich dann doch bisschen ernüchtert vom Spiel in einigen Belangen. Dennoch fand ich es grundsätzlich sehr cool und es auch super spannend, wie das bereits schon die ersten Schritte in die Open World Richtung versuchte. So im Nachhinein ist das halt echt nochmal ein erheblich spannenderer Eintrag in der Reihe, als man es damals vor Augen hatte.
Gegen einen richtigen zweiten Teil hät ich an sich auch nichts, wenn man diesmal die Welt auch gut befüllt und dem Gameplay dem nötigen Feinschliff geben würde. An sich könnt man da echt noch eine Menge rausholen.
Dass man damals jedoch stattdessen Twilight Princess brachte, freut mich allerdings, weil es auch für mich, mein liebstes 3D Zelda, noch immer ist. Ein tolles Spiel.^^
Ich mag Wind Waker, bin aber auch nicht böse drum, dass wir keinen Nachfolger bekommen haben, der ähnlich aussieht, sondern stattdessen mit Twilight Princess etwas neues, "erwachseneres" serviert bekamen. Gibts ja noch die beiden Ableger für den DS, von denen ich aber kein großer Fan bin.
Wann erscheinen denn endlich Wind Waker HD und Twilight Princess HD auf der Switch?!
good ol' times, wo es nichts wichtigeres gab, dass man anhand der Games die man zockte als harter und düsterer Erwachsener wahrgenommen wird und sich dadurch nur noch mehr als Teenie geoutet hat (oder als vermeintlich Erwachsener, der intellektuell und emotional in diesem Alter hängen geblieben ist).