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Mit Ragnarok Zero: Global wagt Gravity einen ambitionierten Neustart „from Zero“

Großes Community-Highlight in Frankfurt am Main: Zahlreiche enthusiastische Fans und Pressevertreter versammelten sich am vergangenen Samstag zum Player & Media Meetup, um tief in die Zukunft des legendären Ragnarok-Franchises einzutauchen.

Der Publisher Gravity hat seine Pläne für eine weitreichende Expansion, ein radikal überarbeitetes Vertriebsmodell und handfeste Details zum kommenden globalen Meilenstein Ragnarok Zero: Global enthüllt. Nach dem Event haben wir alle Fakten, den finalen Veröffentlichungstermin und die vollständige Content-Roadmap direkt vom Event zusammengefasst.

Gravity auf Expansionskurs: Fokus auf Europa

Das Ragnarok-Franchise begeistert seit nunmehr 24 Jahren Fans rund um den Globus. Die Marke gehört zu den langlebigsten Urgesteinen der MMORPG-Geschichte, denn sie wurde über 250 Millionen Mal in 122 Regionen heruntergeladen. Nun läutet Gravity eine neue Ära ein.

Das erklärte Ziel ist es, eine der weltweit führenden Entertainment-Gruppen zu werden, die gestützt auf mittlerweile zehn spezialisierte Konzerngesellschaften agiert. So wird die Tochtergesellschaft Gravity Game Unite jetzt auch die Betreuung des europäischen Marktes übernehmen. In der Geschichte des Franchising gibt es eine Premiere: Die europäische Region wird von Gravity direkt und ohne externen Publisher gemanagt. So soll eine bestmögliche Servicequalität garantiert werden.

Fokus auf den westlichen Markt: Abo-Modell statt Gacha

Die Abkehr von klassischen Gacha-Mechaniken für den europäischen Server von Ragnarok Zero: Global zählte zu den zentralen Ankündigungen der Player Conference. Stattdessen plant Gravity ein transparentes Abonnement-Modell, das gezielt auf die Bedürfnisse westlicher Spieler zugeschnitten sein soll, um für mehr Chancengleichheit zu sorgen.

Die Entwickler des Spiels gaben zwar zu, dass die Wahrnehmung von „Pay-to-Win“ letztlich subjektiv sei, versicherten jedoch, dass im Shop keine spielentscheidenden Vorteile oder direkten Level-Ups zum Verkauf stehen werden. Es sind lediglich Komfortfunktionen vorgesehen.

Ob dieses Versprechen in der Praxis langfristig gehalten werden kann und wie schmal der Grat zwischen reinen Komfortfunktionen und spürbaren spielerischen Vorteilen am Ende tatsächlich ausfällt, bleibt abzuwarten, wobei die Einordnung hier eine entscheidende Rolle spielt.

Die Erfahrung mit ähnlichen MMO-Launches zeigt, dass die finale Ausgestaltung des Ingame-Shops oft erst nach der Veröffentlichung kritisch von der Community bewertet werden kann. Der Einblick in den Shop der offenen Beta hat jedenfalls gezeigt, dass zumindest Items verfügbar sind, die Drop-Chancen und erhaltene Erfahrungspunkte erhöhen.

Designed from „Zero“: Gameplay, Komfort & User-Generated Content

Ragnarok Zero: Global wurde buchstäblich von null auf neu konzipiert. Die Entwickler analysierten die Kernidentität des klassischen Ragnarok Online intensiv, um beliebte Tugenden beizubehalten und gleichzeitig moderne Standards einzuführen. Zum offiziellen Launch am 18. August startet das Spiel mit den sechs klassischen Grundberufen sowie exklusivem Story-Content in einer brandneuen Episode.

Ein wesentliches Kern-Feature ist das stark modernisierte und flexibel platzierbare User Interface. Spieler können frischen Wind über den stylischen Valkyrie-Skin genießen oder auf Wunsch nahtlos auf das vertraute Classic UI umschalten. Um den teils monotonen Grind für simple Aufgaben zu minimieren, wird ein Auto-Hunting-System definiert, über das Items und Skills automatisch genutzt werden können.

Die Entwickler betonten jedoch ausdrücklich, dass dieses System rein für einfache Routine-Tasks gedacht und für das anspruchsvolle Endgame völlig ungeeignet ist. Die Community erwartet im Rahmen der MVP Raids zudem dedizierte PvE- und PvP-Zonen, Bosskämpfe mit angepassten MVP-Rates sowie abwechslungsreiche monatliche Challenges.

Ein echtes Highlight für die Community ist das User-Generated-Content-System RO Factory. Zum ersten Mal können Spieler eigenen Ingame-Content entwerfen und teilen. Das Feature startet zum Launch komplett kostenlos und bietet anpassbare Footstep FX. Der weitere Ausbau sowie spätere Monetarisierungsmodelle der RO Factory befinden sich aktuell noch in der Evaluierung.

Die vollständige Roadmap: Der Update-Fahrplan für das erste Jahr

Für die kommenden Monate liegt der Plan für die Inhalte vor. Für Veteranen ist Folgendes besonders wichtig: Im gesamten Zyklus wird es nur Second Jobs geben, aber kein Rebirth-System.

Lokalisierung, Kreativ-Wettbewerbe & Multimedia-Zukunft

Kulturelle Identität ist für Gravity von großer Bedeutung. Unter dem Motto „Music & Events“ werden berühmte Musikstücke des Spiels mit landestypischen Instrumenten neu eingespielt. So erhält Deutschland eine eigene, traditionell angereicherte Version des legendären Morroc Themes.

Passend dazu wird es mit Nordfeld eine komplett eigene Ingame-Karte geben, die in Architektur und Atmosphäre direkt von Deutschland inspiriert ist. Frankreich erhält eine folkloristische Version von „Christmas in the 13th Month“.

Um die Bindung zur Community zu festigen, wurden diverse Contests gestartet, die unterschiedliche Zielgruppen ansprechen. Beim Music Challenge Event können Fans Soundtracks covern und neu interpretieren. Beim Fan Art Contest geht es darum, Pixel-Art, Comics und Emotes zu erstellen, die möglicherweise sogar auf offiziellem Merchandise verewigt werden.

Zudem werden über das Programm First Hero Creator Content Creator direkt eingebunden, um als Bindeglied hochwertige Guides und Highlight-Videos für die Community zu produzieren.

Langfristig soll Ragnarok zu einem gewaltigen Multimedia-Franchise ausgebaut werden: Sechs neue Games wurden für die kommenden Jahre bestätigt und die Produktion einer eigenen TV-Serie, eines Stage-Musicals und einer Webserie angedeutet. Weiterhin soll vor allem das Merchandise mit den ikonischen Charakteren weiter ausgebaut werden.

Der schwierige Spagat zwischen Nostalgie und Moderne

Ragnarok Zero: Global versucht, die unbestreitbare Faszination des Originals von 2002 einzufangen und gleichzeitig durch Komfortfeatures wie das Auto-Hunting-System für das Jahr 2026/2027 fit zu machen. Der Verzicht auf Gacha-Mechaniken zugunsten eines Abo-Modells ist auf dem Papier ein lobenswerter Schritt, der im Westen gut ankommen dürfte.

Dennoch ist eine gewisse Skepsis angebracht: Die Grenze zwischen „nützlichem Komfort“ und der Entwertung des eigentlichen Spielgefühls durch Automatisierung ist sehr schmal.

Wenn automatisierte Systeme zu stark in den Kern des Spiels eingreifen, droht die lebendige Spielwelt zu einer leblosen Kulisse für Bots und Makros zu verkommen, was ein Problem ist, das das Franchise schon in der Vergangenheit geplagt hat. Gravity muss zum Launch im August beweisen, dass sie in der Lage sind, ihre eigenen Richtlinien konsequent durchzusetzen.

 

Bildmaterial: Ragnarok Zero: Global, Gravity Game Unite

1 Kommentar

  1. oh , Gregor und Viet waren da ^^"

    Ich habe keine großen Anleihen in Ragnarok, und auch im neuen bin ich nicht wirklich interessiert. Finde es aber gut, dass sie für den Westen eher auf Abomodell statt auf Gatcha setzten. Ist hier trotz allen Hoyoverse & Co. Titeln immer noch beliebter, als das Gatcha System, denke ich.

    Auch wenn die "Einstiegshürde" damit wieder etwas höher ist, als direkt Free to Play.

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