| Titel | Splatoon Raiders |
| 23. Juli 2026 | |
| Nintendo | |
| 23. Juli 2026 | |
| Nintendo | |
| 23. Juli 2026 | |
| Nintendo | |
| System | Nintendo Switch 2 |
| Getestet für | Nintendo Switch 2 |
| Entwickler | Nintendo |
| Genres | Action, Shooter |
| Texte |
|
| Vertonung | – |
Als Splatoon 2015 auf der Wii U erschien, ahnte wohl kaum jemand, dass sich Nintendo damit eine seiner erfolgreichsten neuen Marken der vergangenen Jahre aufbauen würde. Vor allem in Japan entwickelte sich die Reihe schnell zu einem riesigen Erfolg, doch auch im Westen gewann sie mit jedem Ableger mehr Fans hinzu. Entsprechend folgten 2017 und 2022 mit Splatoon 2 und Splatoon 3 zwei Nachfolger für die Nintendo Switch. Eines hatten allerdings alle Teile gemeinsam: Der Multiplayer stand stets klar im Mittelpunkt.
Zwar besaß jeder Serienteil auch einen Story-Modus, dieser war jedoch meist nach wenigen Stunden abgeschlossen. Das war allerdings nie wirklich ein Problem. Im Gegenteil: Viele SpielerInnen freuten sich sogar auf diese kurzweiligen Einzelspieler-Kampagnen. Kleine Rätsel, abwechslungsreiche Level, das spielerische Heranführen an die wichtigsten Mechaniken, spektakuläre Bosskämpfe und natürlich die gewohnt mitreißende Musik machten den Reiz aus.
Nintendo wusste offenbar selbst, wie beliebt dieser Teil der Reihe war. Nicht umsonst spendierte man Splatoon 2: Octo Expansion und Splatoon 3: Side Order jeweils umfangreiche Einzelspieler-Erweiterungen – insbesondere die Octo Expansion zählt für viele Fans bis heute zu den besten DLCs, die Nintendo je veröffentlicht hat.
Mehr als nur ein Tutorial?
Mit Splatoon Raiders wagen die Inklinge und Oktolinge nun ihren ersten großen Auftritt auf Nintendos neuer Hardware – und erstmals scheint sich ein Ableger vollständig dem Einzelspieler zu verschreiben. Auf dem Papier klingt das nach genau dem Spiel, das sich viele Fans der Kampagnen seit Jahren gewünscht haben.
Ob Nintendo den besonderen Charme der bisherigen Story-Modi tatsächlich auf ein vollwertiges Abenteuer übertragen kann und ob der Geist vergangener Splatoon-Einzelspieler-Abenteuer auch diesmal wieder eingefangen wird, klären wir in diesem Test.
Schatzsuche im Salmoniden-Revier
Gemeinsam mit dem Surimi Syndicate – bestehend aus Mako, Muri und Mantaro – macht sich unsere Spielfigur als Mechaniker beziehungsweise Mechanikerin auf die Jagd nach wertvollen Schätzen. Das Ziel sind die geheimnisvollen Spiralit-Inseln, doch schon kurz nach der Ankunft nimmt das Abenteuer eine unerwartete Wendung. Das Team stürzt ab und strandet auf einer zunächst idyllisch wirkenden Inselgruppe.
Ganz so verlassen, wie sie auf den ersten Blick erscheinen, sind die Inseln allerdings nicht. Die Region wird von den Salmoniden bewohnt, die wenig Interesse daran haben, Fremde ungestört ihre Schätze bergen zu lassen. Fans der Reihe dürften die unterschiedlichen Kreaturen sofort wiedererkennen, schließlich spielten sie bereits im kooperativen Salmon Run aus Splatoon 2 und 3 eine zentrale Rolle.
Mehr Lore statt großer Dramatik
Unser Ziel ist es, möglichst viele Schätze zu bergen und gleichzeitig einen Weg zurück in die Zivilisation zu finden. Die eigentliche Handlung bleibt dabei allerdings eher Nebensache. Im Verlauf der Reise erfährt man zwar mehr über die drei Mitglieder des Surimi Syndicates und stößt auf eine geheimnisvolle Bedrohung, die sich im Auge des Sturms über den Spiralit-Inseln zusammenbraut, echte Überraschungen bleiben jedoch aus.
Eine tiefgründige Geschichte sollte hier ohnehin niemand erwarten. Stattdessen erzählt Raiders seine Hintergrundgeschichte überwiegend über versteckte Hinweise in der Spielwelt selbst, die immer wieder interessante Details liefern und stellenweise Verbindungen zu den vorherigen Spielen herstellen. Wer sich aufmerksam umschaut, entdeckt hierbei einige spannende Lore-Häppchen – der eigentliche Grund, warum man Raiders spielt, ist die Geschichte am Ende aber trotzdem nicht.
Bewährte Stärken mit überraschend viel Tiefe
Spielerisch läuft Splatoon Raiders zur Höchstform auf. Das bewährte Gunplay und die einzigartige Fortbewegung der Reihe kehren in Bestform zurück. Mit zahlreichen Waffen und Waffentypen sowie dem fließenden Wechsel zwischen „menschlicher“ Gestalt und Tintenfischform fühlen sich Veteranen sofort zuhause. Durch die eigene Tinte zu schwimmen, blitzschnell Positionen zu wechseln und Gegner einzufärben funktioniert auch auf Nintendos neuer Hardware gewohnt hervorragend.
Eigentlich bin ich kein großer Fan von Bewegungssteuerung, das war bei Splatoon aber schon immer anders. Auch in Raiders war es für mich das Mittel der Wahl und hat sehr gut funktioniert.
Neu hinzu kommen die sogenannten Gimmicks – eine Art Sekundärwaffe, die an drei unterschiedliche Tank-Typen gebunden ist: Tempo, Kraft und Technik. Je nach Wahl stehen völlig unterschiedliche Fähigkeiten zur Verfügung. Ob stationärer Geschützturm, schneller Dash, mächtige Schockwelle oder schützende Farbblasen – die Möglichkeiten unterscheiden sich deutlich und eröffnen zahlreiche Spielstile. Über zusätzliche Gimmick-Mods lassen sich diese Fähigkeiten weiter anpassen, wodurch überraschend viele Build-Kombinationen entstehen.
Ein Gameplay-Loop mit Suchtpotenzial
Auf den Missionen ist man außerdem nie allein unterwegs. Stets begleitet euch ein frei wählbares Mitglied des Surimi Syndicates, das euch im Kampf unterstützt und außerhalb der Gefechte besondere Fähigkeiten beisteuert. So ermöglichen die Begleiter beispielsweise besonders hohe Sprünge oder helfen dabei, Gegner unter Druck zu setzen. Dadurch fühlen sich die Ausflüge angenehm dynamisch an und lockern das Gameplay zusätzlich auf.
Einen großen Anteil am Spielspaß hat außerdem die motivierende Progression. Waffen, Gimmicks, Tanks und sogar die eigenen Charakterwerte lassen sich nach und nach verbessern. Jeder Durchlauf bringt neue Materialien und Erfahrungspunkte, sodass man selbst nach einer Niederlage das Gefühl hat, dauerhaft stärker zu werden. Genau dieser Gameplay-Loop entwickelt einen enormen Sog. Kaum ist ein Run beendet, möchte man direkt den nächsten starten, um weitere Upgrades freizuschalten oder eine neue Kombination auszuprobieren.
Wer bereits viele Stunden im Salmon Run verbracht hat, wird sich in Raiders sofort heimisch fühlen. Das gilt allerdings sowohl für die Stärken als auch für die Schwächen. Die Kämpfe können mitunter ausgesprochen hektisch und unübersichtlich werden, wenn sich Gegner aus allen Richtungen auf einen stürzen. Mich persönlich störte das kaum, da die Balance insgesamt gelungen wirkt und die Gefechte dauerhaft ein angenehmes Maß an Spannung erzeugen, ohne unfair zu werden.
Inselhopping mit gewohntem Splatoon-Charme
Auf eine offene Spielwelt verzichtet Splatoon Raiders. Stattdessen wählt man von einer Oberwelt aus verschiedene Missionen an und springt von Insel zu Insel, stets auf der Suche nach neuen Schätzen. Neben klassischen Erkundungsmissionen warten auch Rätselräume, die sich jeweils um ein bestimmtes Gimmick drehen und mit überraschend kreativen Ideen aufwarten.
In den Tiefenruinen stehen dagegen mehrere Gegnerwellen unter Zeitdruck auf dem Programm, ehe am Ende stets ein Bosskampf wartet. Gerade diese Abschnitte können den Schwierigkeitsgrad ordentlich anziehen. Zusätzlich verstecken sich in einigen Leveln Sammelobjekte, mit denen weitere Herausforderungen freigeschaltet werden. Wer also gerne jeden Winkel absucht, kommt ebenfalls auf seine Kosten.
Technisch ein Volltreffer
Technisch hinterlässt das Spiel einen sehr guten Eindruck. Während des gesamten Tests lief Splatoon Raiders auf der Nintendo Switch 2 mit konstanten 60 Bildern pro Sekunde. Selbst in besonders chaotischen Gefechten mit zahlreichen Gegnern und Farbeffekten bleibt das Geschehen angenehm flüssig – ein großer Pluspunkt für das schnelle Gameplay. Zwar gehört Raiders nicht zu den detailreichsten Spielen auf der Konsole, den unverwechselbaren Splatoon-Look fängt Nintendo aber erneut hervorragend ein. Bugs, Abstürze oder andere technische Probleme sind mir während der gesamten Testphase nicht begegnet.
Auch musikalisch bleibt sich die Reihe treu. Der Soundtrack reicht von experimentellen Klängen bis hin zu treibenden Rock- und Elektro-Stücken, die die Gefechte perfekt untermalen. Fans der Serie wissen zudem, dass Splatoon seine größten musikalischen Highlights traditionell für das Finale aufspart – und auch Raiders bildet hier keine Ausnahme. Gerade die letzten Spielstunden werden von einem spektakulären Soundtrack begleitet, der den ohnehin gelungenen Abschluss noch einmal deutlich aufwertet.
Kompakter Umfang, gelungener Koop
Insgesamt stehen drei Schwierigkeitsgrade zur Auswahl, zwischen denen jederzeit gewechselt werden kann. Auf der normalen Stufe, die den Namen Raider trägt, bleibt das Abenteuer über weite Strecken angenehm ausbalanciert und gut machbar. Erst kurz vor dem Finale fällt ein kleiner Balancing-Ausreißer auf: Die Gegner werden plötzlich deutlich stärker, sodass ein paar zusätzliche Runden zum Sammeln von Materialien und Erfahrungspunkten fast schon notwendig sind. Kein großes Problem, aber ein kleiner Makel auf einer ansonsten sehr sauberen Paintball-Weste.
Mit rund zehn Stunden Spielzeit fällt die Kampagne vergleichsweise kompakt aus. Wer wirklich jede Mission, alle Sammelobjekte und optionalen Herausforderungen mitnimmt, dürfte nach etwa zwölf bis vierzehn Stunden alles gesehen haben. Vermutlich auch deshalb verlangt Nintendo zumindest digital nicht den vollen Kaufpreis. Wer ein riesiges Adventure erwartet, wird hier also nicht fündig – Fans kurzweiliger Action-Abenteuer hingegen schon.
Obwohl Splatoon Raiders klar als Einzelspieler-Erlebnis konzipiert wurde, lassen sich fast alle Missionen auch gemeinsam mit bis zu drei weiteren SpielerInnen absolvieren. Die Gegner passen sich dabei automatisch an die Gruppengröße an. Zusätzlich kann jederzeit Hilfe angefordert oder anderen SpielerInnen unter die Arme gegriffen werden, falls eine Mission einmal zu knifflig wird.
Mehr davon, bitte!
Mit Splatoon Raiders beweist Nintendo eindrucksvoll, dass die Splatoon-Reihe auch ohne ihren kompetitiven Multiplayer hervorragend funktionieren kann. Das Spiel übernimmt die größten Stärken der bisherigen Story-Kampagnen, baut sie konsequent aus und kombiniert sie mit einem motivierenden Fortschrittssystem sowie überraschend viel spielerischer Tiefe. Das Ergebnis ist ein Einzelspieler-Abenteuer, das vom ersten bis zum letzten Level jede Menge Spaß macht.
Vor allem das ausgezeichnete Gameplay trägt den gesamten Titel. Die Kämpfe sind schnell, abwechslungsreich und durch die vielen Waffen, Gimmicks und Verbesserungsmöglichkeiten angenehm motivierend. Kleine Schwächen wie die eher nebensächliche Geschichte, gelegentlich unübersichtliche Gefechte oder der etwas holprige Schwierigkeitsanstieg kurz vor dem Finale ändern daran nur wenig.
Am Ende liefert Nintendo genau das, worauf viele Fans der Einzelspieler-Kampagnen seit Jahren gehofft haben. Splatoon Raiders ist zwar kein riesiges Abenteuer, nutzt seine Spielzeit aber hervorragend und hinterlässt Lust auf mehr. Sollte dies der Auftakt für weitere reine Solo-Ableger sein, darf Nintendo diesen Weg gerne weitergehen.
Story
Gameplay
Grafik
Sound
Sonstiges
Bildmaterial: Splatoon Raiders, Nintendo

0 Kommentare