Über manche Dinge aus der Vergangenheit redet man in der Familie nicht. Und wenn man dann doch mal nachfragt, kommen häufig die gleichen Ausflüchte. „Das war damals so.“ – „Ich hatte keine Wahl.“ oder „Ich musste das tun.“ Zumindest kennen wir diese Sätze von Opa. Aber Oma? Oma hätte das nie getan. Meine Oma war kein Nazi. Niemand in meiner Familie war ein Nazi … oder?
In Meine Oma (88) präsentiert das Leipziger Indie-Studio ROTxBLAU ein handgezeichnetes Mystery-Thriller-Adventure – und Oma ist die Erzählerin ihrer eigenen Geschichte. Sie formt die Spielwelt – aber verändert auch Erinnerungen und versucht, euch von einem dunklen Familiengeheimnis fernzuhalten, dessen Wurzeln bis in die Zeit des Nationalsozialismus reichen.
Der Horror entsteht dabei aus dem, was gesagt wird, in Kombination mit dem, was verschwiegen wird. Wenn du zu hart nachfragst, riskierst du, dass Oma wütend wird oder sich ganz zurückzieht. Wenn du zu vorsichtig bleibst, bewahrst du zwar die Nähe – kommst der Wahrheit aber keinen Schritt näher.
Entstanden aus persönlichen Erfahrungen
Alexander Zenker, Creative Director und Mitgründer von ROTxBLAU, hatte genau solche Fälle in der Familie. „Die Idee zu Meine Oma (88) entstand aus den Fragen, die wir selbst an unsere Familien hatten – und aus den Lücken, Widersprüchen und Geschichten, über die oft jahrzehntelang nicht gesprochen wurde. Uns hat interessiert, was passiert, wenn man einem Menschen zuhört, den man liebt, aber gleichzeitig merkt, dass etwas nicht stimmt. Genau dieses Spannungsfeld wollten wir spielbar machen.“
Dazu sprach man mit Menschen, die ihre Familiengeheimnisse teilen wollten, über Schweigen und verdrängte Erinnerungen. Um alles möglichst authentisch zu halten, arbeiten die Entwickler von Meine Oma (88) mit der Gedenkstätte für die Opfer der Euthanasie-Morde in Brandenburg an der Havel und weiteren BeraterInnen zusammen. Meine Oma (88) erscheint noch 2026 auf Steam.
Der neue Trailer:
Bildmaterial: Meine Oma (88), ROTxBLAU

Mein Opa hat auch nicht vom Krieg erzählt. Damals war ich auch zu jung, um da aktiv nachzufragen. Weiß gar nicht wann und ob ich mir da ein Herz gefasst hätte.
Ich hab mal einen Brief von meiner Oma gesehen, aber da ging es halt mehr um das was sie unter der Sohn gemacht haben als sie bei einem Bauern untergekommen waren.
Ich hab dann mal vor paar Wochen nachgesehen und mein Opa war NSDAP Mitglied. NIcht besonders früh, nicht besonders spät. Er war Weinhändler, vielleicht auch einfach aus geschäftlichem Interesse.
Das lässt natürlich einen großen Interpretationsspielraum.