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Keine Trends, keine Kennzahlen: Shigeru Miyamoto erklärt das Erfolgsrezept von Nintendo

Warum ist Nintendo seit Jahrzehnten so erfolgreich? Diese Frage beantwortete Shigeru Miyamoto jetzt in einem Interview mit dem japanischen Magazin Famitsu (übersetzt von Nintendo Everything und VGC).

Seiner Ansicht nach liegt der Schlüssel nicht darin, aktuellen Trends hinterherzulaufen oder möglichst schnell Gewinne einzufahren. Stattdessen stelle Nintendo seit jeher den Spielspaß und die eigenen Fans in den Mittelpunkt.

„Wir fragen nicht als Erstes: ‚Was liegt gerade im Trend?‘“

Miyamoto betont, dass Nintendo bei neuen Projekten nicht zuerst auf Markttrends oder wirtschaftliche Kennzahlen schaut. Begriffe wie Abschreibungen oder die schnelle Refinanzierung eines Projekts seien für ihn sogar eher negativ behaftet.

„Der Grund, warum Nintendo weltweit so große Unterstützung genießt, liegt ganz einfach darin, dass wir nicht zuerst fragen: ‚Was liegt gerade im Trend?‘ Stattdessen konzentrieren wir uns darauf, für wen wir das eigentlich tun. Wer ist es, der das Geld investiert? Ich mag Begriffe wie ‚Abschreibungen‘ oder ‚Refinanzierung‘ wirklich nicht.“

Statt kurzfristige Profite zu feiern, gehe es Nintendo darum, langfristig außergewöhnliche Spiele zu erschaffen. Ein Projekt sei für ihn nur dann wirklich erfolgreich, wenn am Ende sowohl die Spieler als auch das Unternehmen davon profitieren.

Spaß ist der Ausgangspunkt jeder Idee

Auch bei der Entwicklung neuer Spiele beginne Nintendo nicht damit, erfolgreiche Konzepte anderer Titel zu kopieren. Stattdessen stelle sich das Team zunächst die grundlegende Frage, was ein Spiel überhaupt spaßig macht.

„Wenn wir neue Spiele entwickeln, gehen wir von den Grundlagen aus. Wir schauen uns nicht zuerst die bereits auf dem Markt erhältlichen Spiele an und überlegen: ‚Wenn wir diesen Teil ein wenig anpassen oder jenes Element einbauen, würde das Spaß machen.‘ Stattdessen fragen wir uns: ‚Warum spielen Menschen überhaupt Spiele?‘“

Als Beispiel nennt Miyamoto Splatoon. Die Grundidee sei gewesen, Gebiete mit Farbe einzufärben und darum zu kämpfen. Erst danach sei daraus ein vollständiges Spiel entstanden. Ähnlich sei auch Pokémon Rot und Pokémon Grün entstanden, deren Ursprung laut Miyamoto in den persönlichen Erfahrungen von Serien-Schöpfer Satoshi Tajiri mit dem Insektensammeln lag.

Einzigartige Ideen statt Einheitsbrei

Zum Abschluss erklärt Miyamoto, dass gerade persönliche Ideen oft die größte weltweite Anziehungskraft entwickeln. Wer hingegen nur versuche, möglichst massentaugliche Trends nachzuahmen, laufe Gefahr, austauschbare Spiele zu erschaffen.

„Deshalb kann ich den Mitarbeitern im Unternehmen, wenn sie mich fragen, was sie tun sollen, nur folgenden Rat geben: ‚Ihr solltet eure Idee so in ein Produkt umsetzen, dass dabei am besten zum Ausdruck kommt, dass ihr es seid, die es entwickelt haben.‘“

Im selben Famitsu-Interview sprach Miyamoto unter anderem auch über Remakes und die Entwicklung neuer Nintendo-Charaktere. Beide Themen haben wir bereits in separaten Artikeln für euch zusammengefasst.

via Nintendo Everything, VGC, Bildmaterial: Nintendo

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