News

„Das ist es, was Angst macht“ – Hideo Kojima über das Ende physischer Medien

Die Entscheidung von Sony, ab 2028 keine neuen PlayStation-Spiele mehr auf Disc zu veröffentlichen, sorgt weiter für Diskussionen. Nun hat sich auch Hideo Kojima beim Filmfestival „Il Cinema in Piazza“ in Italien zu Wort gemeldet. Die Aussagen wurden von Genki auf Twitter übersetzt, „abgesegnet“ von einem Reweet durch Kojima selbst.

„Du bist ja nicht selbst im Besitz der Daten“

Kojima machte deutlich, dass ihn die Entwicklung traurig stimmt: „Da die Produktion 2028 eingestellt wird – es geht hier zwar um Videospiele, aber ich bin mit physischen Datenträgern aufgewachsen, daher finde ich das wirklich traurig. Derzeit kaufe ich mir viele Blu-rays, zum Beispiel verschiedene Filme, und auch CDs.“

Besonders kritisch sieht er eine mögliche Zukunft, in der Inhalte ausschließlich per Streaming verfügbar sind: „Man lädt die Daten nicht herunter, sondern greift über ein Abonnement direkt darauf zu. Das hat zur Folge, dass man die Daten eigentlich gar nicht selbst besitzt.“

Seiner Ansicht nach könne sich der Zugriff auf Inhalte jederzeit ändern – etwa durch politische Entwicklungen oder Entscheidungen der Betreiber: „Das ist es, was Angst macht.“ Zum Abschluss richtet Kojima noch einen Appell an Fans: „Was also im Jahr 2028 mit Videospielen passiert, könnte auch mit Filmen passieren. Ich möchte, dass ihr das alle im Hinterkopf behaltet.“

Kojima als Nostradamus

Interessant ist dabei, dass Kojima bereits 2021 sehr ähnliche Gedanken auf Twitter veröffentlichte. Damals schrieb er, dass Menschen künftig digitale Inhalte womöglich nicht mehr selbst besitzen würden und der Zugriff jederzeit verloren gehen könnte. Nach Sonys jüngster Ankündigung wird dieser Beitrag nun erneut vielfach geteilt – für viele Fans wirkt er heute beinahe wie eine erstaunlich treffende Vorhersage.

Was ist eure Meinung? Stimmt ihr Kojima zu oder habt ihr eine andere Sichtweise?

via Genki, Bildmaterial: Kojima Productions

21 Kommentare

  1. Also ist für Dich inzwischen Auch egal, dass Sony/PlayStation als Konkurrent wegfallen würde, oder?

    Die Frage lautet, inwieweit Sony mit der PS6 überhaupt noch konkurrenzfähig sein kann. Alle, die bis zur PS5 physisch gekauft haben. dürfen dann wahrscheinlich mit ihrer Spielebibliothek bei Null beginnen und sich dabei auch noch gnadenlos Sonys Lizenz- und Preispolitik ausliefern. Da kann man auch gleich die Plattform wechseln und woanders neu anfangen.

  2. Jetzt wo ich so darüber nachdenke wird die Entscheidung, First Party Titel wieder nur Konsolen exklusiv zu entwickeln getroffen worden sein mit dem damals bereits internen Wissen demnächst nur noch Digital Only zu gehen.

    Sony wird der Backlash ziemlich egal sein und man meint das man die Leute trotzdem locken kann eine PS6 zu kaufen wegen den exklusiv Titeln.

    Falls der Gedanke woanders schon angesprochen wurde dann ignoriert mich aber das kam mir grad random xD

    Auch Rabatt-Aktionen auf Digitale Titel stattfinden (meist zeitlich ≈ Gleich zu den jeweiligen Rabatten auf den Plattformen) .

    Ich bin seit der PS4 eh bei Sony schon längst raus aber das was ich mir gemerkt habe ist, dass man im PS Store keine Rabatte bekommt xD

    Ein Spiel von vor X Jahren kostet immer noch Voll Preis Digital.

  3. Natürlich stimme ich ihm zu. Ich predige seit Jahren ähnliche Thesen. Man darf dabei nicht vergesen: Die Endkunden haben dazu beigetragen, weil sie durch kritikloses Konsumverhalten Konzerne wie Sony, Microsoft und Co. mit viel zu großer Macht ausstatteten. Diese Macht wird nun rigoros eingesetzt. Sie tun es, weil sie es können. Zu Ende gedacht wird dieses Szenario von vielen bis heute nicht.

    Aber SIND die Endkunden wirklich schuld, wenn sie Optionen nutzen, die sie haben?
    Nein, ich glaube nicht daran, dass man den Kunden die Schuld in die Schuhe schieben sollte.
    Am Ende liegt die Schuld immer noch an Sony, die uns Optionen wegnehmen wollen!

    Aber gut, nehmen wir mal Sonys Logik: Die Option der physischen Medien wird nur noch selten genutzt, also "brauchen" wir sie nicht mehr.
    Fein, kann ich unternehmenstechnisch halbwegs verstehen.

    Drehen wir den Spieß doch mal um und denken mal ein wenig logisch als Kunden: Die Playstation wird mehr und mehr zu einem PC. Sie braucht ständige Updates, selbst auf Disc müssen wir oft Daten herunterladen und jetzt bald ist auch die Playstation rein digital und vermutlich nähert sich auch der Preis der PS6 auch langsam einem Highend-PC an.

    Also, darf man sich die Frage stellen: Wenn ein Highend-PC viel flexibler ist, der Playstation mehr und mehr die Vorteile einer Konsole fehlen UND Sony nach wie vor Probleme hat, Exklusivtitel für ihre Marke an Land zu ziehen, dann müssen sich die Kunden langsam auch fragen:

    BRAUCHEN wir eigentlich noch Playstation als Konsole? Oder reicht uns Sony als Entwickler aus?

    Chiaki-08.webp

    Ich finde, ihr beide hat recht, aber @Kelesis Argument ist aus meiner Sicht nachvollziehbar. @Psycake du meinst, dass die Kunden durch ihr jahrelanges Konsumverhalten mit dazu beigetragen haben, dass Unternehmen wie Fuck Sony immer mehr Macht bekommen haben. Weil viele Spieler digitale Käufe, Abos und andere Angebote akzeptiert haben, konnten Konzerne diese Entwicklung weiter vorantreiben.

    Kelesis sieht das anders und sagt, dass man den Kunden nicht die Hauptschuld geben kann. Die Kunden haben schließlich nur die Optionen genutzt, die ihnen angeboten wurden. Wenn Sony digitale Spiele, Downloads und andere Modelle anbietet, ist es logisch, dass viele Spieler diese Möglichkeiten verwenden. Die Entscheidung, physische Medien abzuschaffen oder die Richtung der Plattform zu ändern, trifft am Ende aber Sony selbst.

    Interessant ist, dass Sony könnte sagen: "Physische Spiele werden immer weniger genutzt, deshalb brauchen wir sie nicht mehr." Kelesis hat aber daraufhin die Gegenfrage: Wenn die PlayStation immer mehr wie ein PC wird, viele Spiele sowieso Updates und Downloads benötigen, Exklusivtitel weniger werden und die Konsole dadurch immer weniger eigene Vorteile bietet, brauchen die Kunden dann überhaupt noch eine PlayStation?

    Meine Meinung dazu ist, dass die Verantwortung nicht nur bei einer Seite liegt. Kunden haben durch ihr Verhalten sicher Einfluss darauf, welche Geschäftsmodelle erfolgreich sind. Aber Unternehmen wie Sony treffen letztendlich die strategischen Entscheidungen und entscheiden, welche Angebote sie den Spielern geben. Wenn eine Konsole ihre besonderen Vorteile verliert, müssen sich Hersteller auch die Frage gefallen lassen, warum Kunden weiterhin an dieser Plattform festhalten sollten.

    Ich persönlich finde es ziemlich enttäuschend, dass scheiß Sony versucht, sich immer stärker wie eine geschlossene Plattform ähnlich wie Steam zu entwickeln. Steam bietet meiner Meinung nach deutlich mehr Vielfalt: regelmäßige Angebote, saisonale Sales, verschiedene Aktionen und ein faires Rückerstattungssystem. Selbst Spiele, die irgendwann nicht mehr neu gekauft werden können, bleiben bei den meisten Nutzern weiterhin in der Bibliothek und können heruntergeladen werden.

    Ich befürchte, dass andere Hersteller wie Microsoft mit diesem Trend ebenfalls weitergehen werden. Nintendo scheint dagegen weiterhin stärker auf physische Medien Frist-Party) wie Cartridges zu setzen und arbeitet mit Konzepten wie der Game-Key-Card (GKC) für bestimmte Drittanbieter-Spiele. Wie sich das in Zukunft entwickelt, bleibt abzuwarten.

    Seit ich im August 1996 meine erste PlayStation bekommen habe, war ich ein großer Fan der Marke. Damals war sie deutlich günstiger als der Sega Saturn und bot viele Spiele, die mich begeistert haben. Zu dieser Zeit hatte ich das Gefühl, dass Sony noch stärker auf die Kunden und Spieler ausgerichtet war.

    Seit der Verlagerung des PlayStation-Hauptsitzes in die USA 2016 und den Veränderungen im Management hat sich meiner Meinung nach die Ausrichtung des Unternehmens verändert. Ich habe zunehmend den Eindruck, dass wirtschaftliche Ziele stärker im Vordergrund stehen hatte nach 2018 dem Spiele des Sony Haus spührbar gemerkt.

    Auch bei anderen großen Unternehmen sieht man oft, dass Entscheidungen stark von Gewinnzielen abhängig sind. Manchmal werden von Mitarbeitern Opfer verlangt, um Kosten zu sparen, während gleichzeitig hohe Prämien oder Boni im Managementbereich weiterlaufen. Solche Entwicklungen sorgen verständlicherweise für Frust bei vielen Kunden und Beschäftigten.

  4. Braucht man also noch eine neue Playstation? Sony würde vermutlich sagen: Ja, defintiiv.

    So wie wir Sammler sagen würden, wir brauchen noch physische Medien!

    Klar, meine Frage war fast schon mehr rhetorisch. Es ging mir mehr darum, als Konsument Sonys Denkweise gegen sie zu verwenden. Ihr habt euch Statistiken angesehen, um zu entscheiden, dass physische Medien es nicht mehr wert sind?

    Na ja, ich hab mir mal angesehen, was eure Konsole so neben einem PC draufhat und sehe die Vorteile nicht.
    Wenn Sony hier mit Logik um die Ecke kommt, dann dürfen wir das sicherlich auch.
    Und ja, es gibt schon genug Leute, die ihre Abkehr von Sony bekundet haben. Wie viele es durchziehen werden? Keine Ahnung.
    Wird die Zahl der Abkehrler die Zahlen gewaltig ändern? Vermutlich nicht.

    Die Frage ist am Ende, ob die Zahl derer, die Sony den Rücken kehren, signifikant GENUG ist. Denn bei einem Unternehmen, dass an jeder kleinen Ecke spart und dass alles Geld der Welt haben will... kann selbst dieser Anteil vielleicht noch weh tun.

    Zumal das Ganze trotz allem ihrem Ruf schadet. Zusammen mit Dingen wie Studioschließungen und für vielen noch zu wenig Exklusivtiteln könnte das geballt dafür sorgen, dass man am Ende doch etwas spüren wird.
    Mal sehen, die Zukunft wird es zeigen, ob diese ganzen Moves am Ende Sony nicht doch mehr schaden als nützen.


    Und, ähm, @SGGG, kann es vielleicht sein, dass du die Argumente von @Kelesis und mir ein wenig durcheinander gebracht hast?

    Thinking.jpg

    Du schreibst:

    Psycake du meinst, dass die Kunden durch ihr jahrelanges Konsumverhalten mit dazu beigetragen haben, dass Unternehmen wie Fuck Sony immer mehr Macht bekommen haben. Weil viele Spieler digitale Käufe, Abos und andere Angebote akzeptiert haben, konnten Konzerne diese Entwicklung weiter vorantreiben.

    Während doch von unserem Kelesis kam:

    Die Endkunden haben dazu beigetragen, weil sie durch kritikloses Konsumverhalten Konzerne wie Sony, Microsoft und Co. mit viel zu großer Macht ausstatteten. Diese Macht wird nun rigoros eingesetzt. Sie tun es, weil sie es können. Zu Ende gedacht wird dieses Szenario von vielen bis heute nicht.

    Und schriebst dann:

    Kelesis sieht das anders und sagt, dass man den Kunden nicht die Hauptschuld geben kann. Die Kunden haben schließlich nur die Optionen genutzt, die ihnen angeboten wurden. Wenn Sony digitale Spiele, Downloads und andere Modelle anbietet, ist es logisch, dass viele Spieler diese Möglichkeiten verwenden. Die Entscheidung, physische Medien abzuschaffen oder die Richtung der Plattform zu ändern, trifft am Ende aber Sony selbst.

    Während doch MEIN Gegenargument war:

    Aber SIND die Endkunden wirklich schuld, wenn sie Optionen nutzen, die sie haben?
    Nein, ich glaube nicht daran, dass man den Kunden die Schuld in die Schuhe schieben sollte.
    Am Ende liegt die Schuld immer noch an Sony, die uns Optionen wegnehmen wollen!

    Hab ich jetzt was durcheinander gebracht? So rum ist es doch eigentlich richtig, richtig?
    Ich bin gerade etwas verwirrt und ich meine, für MEINE Verhältnisse verwirrt.
    Sogar meine Verwirrung ist verwirrt!

    Confused.png
  5. Ja @Psycake mein Schätzchen. Ich habe den Text während des Taekwondo-Trainings auf dem Handy geschrieben, als wir warten mussten, weil sich jemand verletzt hatte. Deshalb hatte ich keine Zeit, alles noch einmal zu korrigieren. Sorry!

An dieser Stelle siehst du nur die letzten 5 Kommentare. Besuche das Forum um die komplette Diskussion zu diesem Thema zu sehen.