Wir durften das bald erscheinende Switch-2-Exklusivspiel Orbitals von Kepler Interactive und Shapefarm anspielen. Bereits die kurzen Trailer machten einen guten Eindruck: Das Co-Op Spiel im Stile der Anime aus den 80ern erinnerte bereits an echte Klassiker wie Dragonball, Cowboy Bebop und Gundam.
Besonders der handgezeichnete Look wirkt trotz der vollständig in 3D gehaltenen Modelle erstaunlich gut getroffen. Auch die in 12-24 FPS gerenderten Charaktere ließen echtes Retro-Röhrenferhseher-Feeling aufkommen.
Doch ein Trailer kann nicht alles zeigen – uns interessierte daher nicht nur das Gameplay, sondern auch das gesamte Spiel, von der grafischen Qualität, den Zwischensequenzen, der Vertonung und dem Spielgefühl. In den knapp 50 Minuten, die wir mit dem Spiel verbringen konnten, steigerte sich die Begeisterung stetig.
Herausragender Artstyle beeindruckt
Kepler Interactive veröffentlicht bevorzugt Spiele mit großartigem Artystle, Clair Obscur: Expedition 33 ist ein herausragendes Beispiel. In diesem Bereich liefert auch Orbitals ab: Wir waren erstaunt, mit wie viel Liebe zum Detail der 80er-Anime-Stil konsequent durchgezogen wird.
Nicht nur die Charaktere und Umgebungen könnten direkt aus einem Retro-Anime aus der besten Zeit der Röhrenfernseher entsprungen sein, auch die Animationen, Videos und sogar Teile des Menüs sind überzeugend und lassen phasenweise vergessen, dass man tatsächlich ein Videospiel spielt.
Das ist kein Zufall, dahinter steckt harte Arbeit: Studio Massket, bekannt für seine Animationsarbeit bei BNA, Yuru Camp, Needy Girl Overdose und einzelnen „One Piece“-Folgen unterstütze die Entwickler bei Shapefarm – und konnte angeblich selbst noch einiges lernen, denn der Animationsstil mit klassischen Animation Cels der 80er ist heute kaum noch üblich.
Auch in anderen Punkten ist Orbitals top: Das Spiel ist vollständig Deutsch vertont und engagiert dafür bekannte deutsche Synchronsprecher. Zu denen zählen Vincent Fallow (Clive Rosfield in Final Fantasy XVI) sowie Tim Knauer (Dick Grayson in Gotham Knights) oder Kai Hendrik Möller, Anja Topf und Franziska Friede.
Wirklich herausragend wurde das Spiel aber mit der japanischen Sprachausgabe, die das Anime-Gefühl perfekt einfängt. Dazu kommen noch ein toller Opening-Song und liebevoll animierte Zwischensequenzen.
Technisch überzeugte das Spiel ebenfalls, zeitgemäße Grafikeffekte verbanden sich perfekt mit dem verwaschenen, auf Retro getrimmten Look. Dazu wird das Spiel auch vollständig auf einer „Switch 2“-Cartridge erscheinen, wie man uns versicherte.
Lustiges Koop-Spiel mit interessanten Kombinationsrätseln
Spielerisch gibt es wenig zu bemängeln: Das Gameplay war geradlinig und die Missionsziele jederzeit klar, die Puzzles teilweise herausfordernd und kreativ, aber trotzdem nach kurzem Überlegen einfach zu verstehen.
Tricky sind die wechselnden Waffen, die gemeinsam in Kombination neue Effekte hervorrufen können und so manchmal einen Moment innehalten lassen für die Lösung des Rätsels. Die Laser-Waffe sorgt in Kombination mit dem Greifhaken nicht nur dafür, dass manche Tiere dem Licht folgen wie eine Katze einem Laserpointer, sondern kann auch Stahl zum Schmelzen bringen – das dann wiederum mit dem Greifhaken gebogen werden kann, um den Weg freizumachen.
Phasenweise erinnerten uns die Koop-Rätsel an Portal 2 – im besten Sinne! Auch das ist kein Zufall: Der Game Director arbeitete bereits an It Takes Two und Split Fiction.
Allgemein waren wir angetan vom Detailreichtum des Spiels: Orbitals strotzt vor kleinen Details und Interaktionen, die es lebendig wirken lassen: Tee trinken, Eimer umkicken, Haustiere streicheln oder wahlweise ärgern, Minigames spielen und vieles mehr machen die etwas lineare Umgebung interaktiv und interessant. Das Raumschiff wird im Verlauf des Spiels auch lebendiger, immer wieder finden wir neue Freunde auf den Reisen, die uns für den Rest des Spiels begleiten.
Schade: Orbitals ist rein auf Koop ausgelegt ist und besitzt keinen Singleplayer-Modus. Immerhin wird es dank GameShare möglich sein, mit einer Cartridge zwei Geräte zu nutzen, auch über das Internet – und mit einer einfachen Nintendo Switch als empfangendes Gerät.
Ein Anime zum Anfassen
Der Vorabtest hat uns voll überzeugt. Die Trailer können nicht annähernd zeigen, was Orbitals als Spiel bietet: Die klaren, einfachen Koop-Missionen mit kreativen, aber machbaren Puzzles machen zu zweit einen riesigen Spaß.
Dazu kommt noch der herausragende, detailverliebte Artstyle mit großartigen Animationen, dem nur wenige andere Videospiele das Wasser reichen können. Ebenso klasse sind die Zwischensequenzen und die großartige Vertonung und Sprachausgabe, auch auf Deutsch.
Orbitals ist ein Anime zum Anfassen – und ist dabei so überzeugend, dass wir phasenweise vergessen, dass es sich um ein Videospiel handelt. Nach dem persönlichen Anspielen können wir kaum abwarten, bis die Vollversion von Orbitals in wenigen Monaten erscheint.
Bildmaterial: Orbitals, Kepler Interactive, Shapefarm

Tja, ich liebe einfach alles daran: den großartigen Artstyle, dass das komplette Spiel auf der Cartridge ist und dass man sofort merkt, wie viel Vision und Liebe darin steckt.
Der Koop-Aspekt ist für mich dann leider doch ein Dealbreaker. Echt schade. Vielleicht muss ich mal in meinem näheren Umfeld ein bisschen die Werbetrommel rühren – eventuell findet sich ja doch noch jemand, der mitspielt …
Willkommen im Club
Hatte mich so drauf gefreut und stehe nun ohne Partner da. Den Bericht zu lesen machts nicht besser (weil ich jetzt noch mehr Bock drauf habe argh).