| Titel | Honkai: Nexus Anima |
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| Cognosphere | |
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| System | PC, Android, iOS |
| Getestet für | PC |
| Entwickler | miHoYo |
| Genres | Abenteuer, Strategie |
| Texte |
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| Vertonung |
Wir durften Honkai: Nexus Anima in der aktuellen und voraussichtlich letzten Closed Beta anspielen. Auch diesmal sind wir skeptisch in den Test gegangen – die Konkurrenz ist aktuell stark im Bereich der Monstersammler-Spiele und beinhaltet viele Titel, die jeweils eigene Stärken und Schwächen besitzen.
Das Feedback auf die letzten Beta-Tests des Spiels war zudem durchwachsen, weshalb man sich bei miHoYo entschied, in den letzten Wochen erneut am Kampfsystem zu feilen.
Doch bereits nach wenigen Stunden ist die Skepsis in pure Begeisterung umgeschlagen. Honkai: Nexus Anima macht sehr viel richtig und HoYoverse kann seine Erfahrung und Stärken in diesem Titel voll ausspielen.
Liebens- und verachtenswerte Charaktere bieten einen starken Einstieg
Wie bereits Petit Planet vor wenigen Wochen startet Honkai: Nexus Anima extrem stark – in mehreren tollen Zwischensequenzen werden euch mit dem etwas überreizten Klischee des Helden mit Gedächtnisverlust erklärt, wie diese wundersame Welt funktioniert – und warum die Nexus Anima und zum Teil auch die Menschen spezielle Fähigkeiten haben.
Leider nutzen auch eure Gegenspieler diese besonderen Fähigkeiten und machen uns so das Leben schwer. Bereits nach wenigen Stunden Spielzeit empfinden wir die Antagonisten als wirklich unangenehm und verachtenswert – und das nicht nur, weil sie es auf unser Leben abgesehen haben.
Nur dank unerwarteter Entwicklungen können wir in letzter Sekunde aus den lebensgefährlichen Situationen entkommen. Die Antagonisten sind überzeugend geschrieben und charakterliche Unsympathen, die wesentlich glaubwürdiger sind und strategischer vorgehen als die teilweise trotteligen Antagonisten in den Konkurrenzspielen.
In Honkai: Nexus Anima ist es wirklich unangenehm, eine durchaus intelligente Yandere-Chrarakterin an den Fersen zu haben, die nun voller Hass ist und sich für einen vergangenen Herzensbruch – an welchen wir uns nicht erinnern – an uns rächen möchte. Um es direkt zu sagen: Einen Anime mit dieser Story würden wir uns auch ansehen.
Beta wirkt bereits wie aus einem Guss
Das Gameplay entspricht den Erwartungen. Honkai: Nexus Anima ist ein relativ simples Abenteuer im Stile der bisherigen HoYoverse-Titel, das an einigen Stellen aufpoliert wurde. Positiv fällt besonders das übersichtliche Menü auf, das deutlich weniger überladen wirkt als das vergangener Spiele des Entwicklers.
Die Monstersammel-Mechanik mit der entsprechenden Enzyklopädie dahinter ist durchaus nett, aber geht keine unbekannten Wege. Die Materialschlacht beim „Binden“ der Nexus Anima im späteren Spielverlauf ist vorhersehbar grindlastig, wenn man „sie alle schnappen“ und aufleveln will, um bestmögliche Teams zusammenzustellen.
Kampfsystem überzeugt nach kurzer Eingewöhnung
Das Autobattle-Kampsystem, das wir als einen echten Wackelkandidaten des Spiels sahen, überzeugt nach einer kurzen Eingewöhnungsphase. Die 9-vs.-9-Kämpfe laufen größtenteils automatisch ab, können jedoch durch Spezialfähigkeiten der menschlichen BegleiterInnen beeinflusst werden.
Bei herausfordernden Kämpfen ist es wichtig, seine Nexus Anima strategisch geschickt auf dem Spielfeld zu platzieren und die Spezialfähigkeiten im passenden Moment zu aktivieren. Manche Monster sind vor allem im 1-vs-1 stark, während andere ihr volles Potenzial erst entfalten, wenn sie von mehreren Gegnern umzingelt sind. Wiederum andere greifen besser aus der Distanz an.
Dazu gibt es die bekannten Vor- und Nachteile bei den Typen. All das zeigt schon in den ersten Spielstunden, dass uns im späteren Spielverlauf taktische Kämpfe erwarten, die durch mehrere unterschiedliche Faktoren beeinflussbar sind. Jedoch ist auch klar: Die Kämpfe sind eher indirekt kontrollierbar und sie Strategie zu Beginn des Kampfes entscheidet, denn während des Kampfes gibt es nur wenig Einflussmöglichkeiten.
Übrigens haben bei weitem nicht alle Nexus Anima Entwicklungsstufen – in der Beta sind nur eine geringe Anzahl an Monstern überhaupt abseits der Level, also auch „physisch“ veränderbar. In der Regel sind das die seltenen 5-Sterne-Monster, für die man zudem noch besondere Voraussetzungen vor der Entwicklung erfüllen muss – etwa einen bestimmten Story- oder Nebenmissionen-Fortschritt.
Die Entwicklungen selbst sind aktuell noch etwas schwach präsentiert – da geht sicher noch mehr bis zur Vollversion. Wer allerdings gerne Monster jagt, kann täglich ein Nexus Anima mit Farbabweichungen (hier „Chroma“ genannt) einfangen. Allerdings auch hier – es kann in eine grindlastige Materialschlacht ausarten, sie alle haben zu wollen.
Technisch auf der Höhe der Zeit
Technisch überzeugt Honkai: Nexus Anima in vielen Punkten. HoYoverse nutzt erneut die Unity Engine und kann so die Stärken der bisherigen Titel eins zu eins ins neue Spiel übernehmen. Die Technik borgt man sich zum Teil sehr offensichtlich von Zenless Zone Zero, auch einfache Raytracing-Effekte wie RTGI, RT-Reflexionen und RT-Schatten sind mit am Start und lassen die Grafik auf PCs der unteren Mittelklasse überzeugend wirken – auch wenn diese inzwischen leider auch schon um die 1000 Euro kosten.
Stilistisch und im Charakterdesign orientiert man sich dagegen an Honkai: Star Rail. Das Monsterdesign ist kreativ, aber zum Teil gewöhnungsbedürftig. Die Animationen sind passend und halten besonders bei den Idle-Animationen gelegentlich Überraschungen bereit.
Dazu kommt ein orchestraler Soundtrack und eine bis auf den Hauptcharakter vertonte, mitreißende Hauptstory mit mehreren Zwischensequenzen. Ebenfalls positiv: Bis auf den Start des Spiels gibt es keine nennenswerten Ladezeiten und das, obwohl die offene Spielwelt vergleichsweise groß und detailreich ist.
Mit ein wenig Mut könnte man die wenigen, sehr kurzen Ladebildschirme am PC auch ganz entfernen, durch kurze Übergangseffekte ersetzen und so den nahtlosen Eindruck der Spielwelt verstärken. Der Titel wirkt technisch ungewöhnlich stark für eine Beta. Ein wirklicher Mangel ist nur der bisher fehlende Controllersupport.
Ein möglicher Top-Titel im Bereich der Monstersammler
Wir gehen erneut positiv überrascht aus der Beta – man merkt, dass Honkai: Nexus Anima ein Vorzeigetitel von HoYoverse werden soll, in welchen man viele Entwicklungsressourcen steckt. Die Monster-gefüllte Stadt ist relativ groß und detailreich, die Spielwelt überzeugt mit einem gewohnt starken Artstyle.
Dazu kommt eine unerwartet mitreißende Story, liebens- und verachtenswerte Charaktere, ein durchaus interessantes Kampfsystem, eine tolle deutsche Text-Übersetzung und zeitgemäße Technik.
Honkai: Nexus Anima könnte trotz starker Konkurrenz und dem eigenwilligen Autobattle-Kampfsystem zu einem Top-Titel im Bereich der Monstersammler werden – möglicherweise steht uns hier ein herausragender Titel bevor.
Bildmaterial: Honkai: Nexus Anima, miHoYo, Hoyoverse

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