SEGA-Fans können sich eigentlich nicht beschweren. Mit Sonic Racing: CrossWorlds und Shinobi: Art of Vengeance bediente das Traditionsunternehmen erst kürzlich zwei ihrer beliebten Marken mit gelungenen Ablegern.
Und tatsächlich: Bei der Presse und SpielerInnen kamen die Titel gut an. „CrossWorlds“ hat einen ordentlichen Metacritic-Wert von 82; SpielerInnen bewerten den Titel gar mit einem Durchschnittswert von 8,6. Bei Shinobi sieht es ähnlich sonnig aus: Der Metacritic-Wert liegt bei 87, während die User-Wertung 8,3 zählt.
Influencer sollen helfen
Umso ernüchternder also, dass beide Titel hinter den Verkaufserwartungen von SEGA geblieben sind. Das geht aus dem jüngsten Geschäftsbericht hervor. Laut SEGA verdeutliche das schwache Abschneiden dieser beiden Titel die Notwendigkeit, die Vertriebs- und Marketingstrategie des Unternehmens zu überarbeiten. Konkret plane man, seine Publishing-Struktur zu globalisieren und den Schwerpunkt von gezielter Werbung stärker auf „Fandom“, Prominente und Influencer zu verlagern.
Das Unternehmen strebt einen „signifikanten Wandel“ sowohl der „Organisationsstruktur als auch der Denkweise“ an. Das Ziel: eine „umsatzfördernde Fan-Basis aufbauen und erweitern“. Zudem soll der Fokus verstärkt auf „Empfehlungen durch Dritte, einschließlich Influencern und Nutzern“, liegen.
Dieser Schritt folgt auf frühere Äußerungen des Unternehmens, wonach man bei Initiativen wie digitalen Verkäufen und datengestütztem Marketing – Bereichen, in denen andere große japanische Spielehersteller wie Capcom glänzen – „hinterherhinke“. SEGA teilte mit, man überprüfe derzeit die nach Regionen gegliederte Publishing-Organisation und werde auf eine Struktur mit einer einheitlicheren globalen Strategie umstellen.
An anderer Stelle des Geschäftsberichts kündigt SEGA an, bis zum 31. März 2027 zwei weitere Titel aus seinen wichtigsten Marken (IPs) zu veröffentlichen – zusätzlich zu den bereits angekündigten Spielen Stranger Than Heaven und Persona 4 Revival. Zuletzt hat SEGA ein starkes Spiele-Line-up vorgestellt, darunter Crazy Taxi: World Tour, Virtua Fighter Crossroads, Persona 6, Total War: Warhammer 40,000, Total War: Medieval III und Alien Isolation 2.
via VGC, Bildmaterial: SEGA

Mich sprechen die meisten Titel von SEGA einfach nicht so sehr an, da bringen auch Influencer nichts. Shinobi kann man sich noch überlegen, vielleicht irgendwann mal, aber Sonic hat man über Jahre vernachlässigt und auf Quantität, statt Qualität gesetzt – hab dann halt irgendwann einfach komplett das Interesse an dem Franchise verloren. Bin lieber mit Spielen von Capcom und Square Enix unterwegs.
Ob da irgendwelche Influencer helfen, bin ich mir nicht sicher. Shinobi, beispielsweise, wurde schon von etlichen YouTubern, die ich so schaue, gepusht. Um das Spiel ist es übrigens sehr schade.
Bei Sonic Racing liegen die Probleme eher woanders. Man hat ein Vermögen für das Marketing ausgegeben und das Spiel als nichts anderes als den Mario Kart Killer beworben. Am Ende konnte das Spiel weder den etwas verhaltenen Start von MKW auf Switch 2 ausnutzen und, wie man in der anderen News nachlesen kann, so konnte es auch nichts gegen Kirby Air Riders ausrichten - beides Spiele, die nur auf einer einzigen Plattform verfügbar sind. Zählt man dann noch die recht aggressiven Monetarisierungen von Sonic Racing mit, überrascht das Endergebnis wohl nicht.
Bei Crazy Taxi hat man nun durch die KI-Debatte auch nicht das größte Momentum an seiner Seite. Von daher muss man die Frage stellen, ob Influencer hier irgendwas verbessern können, wenn SEGA praktisch sein gesamtes Marketing mal überdenken müsste. Man schlittert von einer schlechten PR zur nächsten. Auf der einen Seite hat man das ganze Chaos bei Yakuza (das rolle ich nun nicht mehr auf), beim Sonic-Franchise hat man gar keine Struktur drin und jetzt das KI-Debakel bei Crazy Taxi. Da helfen dir auch keine Influencer mit großer Reichweite, wenn das Kernproblem bestehen bleibt. Die Fehler werden vorher gemacht. Ein schlechter Ersteindruck bleibt für immer bestehen. Darüber sollte man eher nachdenken, als noch mehr Geld beim Marketing für Influencer auszugeben.
Das tut einem echt Weh, dass Shinobi hinter den Erwartungen zurückbleibt. Dabei dacht ich schon es hät sich vernünftig verkauft. Bin aber froh kein "Spiel ist Schuld" Statement zu lesen. Das ist auch nicht so selbstverständlich, dass ein Unternehmen die Probleme bei sich sucht und Strategien ändert.
Allerdings kann man beim Sonic Racer auch nur sagen, dass man viel zu utopische Erwartungen hatte. Man wollte auf der Höhe von Mario Kart landen aber das ist einfach unrealistisch. Dazu ist weder Sonic als Marke stark genug, noch das Spiel selber genug für jeden geeignet. Es ist halt ein wenig eigener und mehr was für die, denen bei Mario Kart was fehlt.
Ich bin mir auch nicht sicher, ob die Strategie mit den fremden Cameos wirklich gut war. Hier hat man am Ende ja doch eher Geld verbrannt, nur um uncanny Valley Effekte auszulösen. Ein ähnliches Probleme könnte auch Stranger than Heaven haben am Ende.
Wer weiß ob Crossworlds ohne diese teuren Cameos nicht bereits guten Gewinn abwerfen würde, womit man zufrieden sein könnte.
Bei Shinobi ist es eben wirklich bitter und nach Prince of Persia der nächste Beweis, dass die idealistische Phrase "Qualität verkauft Spiele" einfach nicht der Realität entspricht. Gerade, weil diese Art von Spielen auch viel Konkurrenz haben inzwischen. Shinobi sticht zwar mit idem wunderschönen Art Style heraus aber auch der spricht wiederum nicht jedem an. Dazu ist die Marke Shinobi jetzt generell nie so super groß geworden. Viele wissen wohl nicht mal, dass es eine so alte Marke ist.
Eigentlich hät ich gedacht, dass man daher auch bewusst schon die Erwartungshaltung tief genug gehalten hätte.
Obs nun auch einfach nur an der zu hohen Erwartungshaltung scheiterte oder o diese realitisch waren, dazu müsst man die erwarteten Verkaufszahlen natürlich erstmal kennen.
Ob Influencer jetzt viel ändern werden daran, weiß ich auch nicht. Bei Crossworlds setzte man ja bereits auf Influencer, was sicherlich auch geholfen hat bei den Verkaufszahlen. Nur eben nicht so extrem, wie man es sich wohl wünscht.
Bei Shinobi könnt ich mir dagegen sogar vorstellen, dass es weniger bringt, weil es vielleicht weniger das Gefühl auslöst es selber nochmal spielen zu müssen, wenn man es bereits in Streams gesehen hat. Das ist ja auch immer son Punkt, wo man abwägen muss, wie groß der Effekt am Ende sein wird.
Bei einem Crazy Taxi wirds wahrscheinlich wirklich sinn machen und nochmal viele animieren können, sich selber in Chaos zu stürzen.
Ich fürchte aber etwas, dass man auch hier zu hohe Erwartungen haben könnte, da man immerhin wirklich viel Budget dort reinsteckt, wie man im Trailer schon sehen konnte. Ich weiß nicht, ob man genug neue Spieler dafür gewinnen können wird. Die Nostalgiker alleine werden das Budget kaum wieder einspielen...^^
Sehe auch noch ein großes Problem darin, dass der Markt in der zweiten Jahreshälfte einfach bisschen übersättigt war. Zur Monetarisierung kann ich nichts sagen, aber MK World hat mir total gereicht, selbst auf Kirby Air Riders hatte ich dann nicht mehr so viel Lust. Das ist einfach kein Genre, das bei dem man alle möglichen Games hintereinander zockt – da reicht mir ein Game dieser Art erstmal. Irgendwann wäre das Spiel aber vielleicht mal interessant.