Eiko Kano ist ein japanischer Komiker und YouTuber und vor allem für seine spektakulär chaotischen „Let’s Play“-Streams bekannt. Im Rahmen dieser widmete sich Kano auch Capcoms ikonischer Survival-Horror-Reihe Resident Evil. Ein Umstand, der ihm sogar ein Treffen mit dem Serienschöpfer Shinji Mikami einbrachte.
Von eben dieser Erfahrung sprach Kano kürzlich in einer Fernsehsendung. Gaming-Streams sind unter Spieleentwicklern – insbesondere in Japan – oft ein heikles Thema. Manche sehen darin eine vorteilhafte Form von „kostenlosem Marketing“. Andere befürchten, dass durch Streams Verkaufschancen einbrechen, weil potenzielle KäuferInnen das Spiel lediglich durch Zuschauen „konsumieren“ und es am Ende nicht selbst kaufen. Angesichts dieser Umstände war Kano seinerzeit besorgt über seine eigenen Streaming-Aktivitäten.
Obwohl er die ausdrückliche Erlaubnis von Capcom hatte, beunruhigte ihn der Gedanke, dass sich das Team hinter den Spielen unwohl fühlen könnte. Als sich ihm dann die Gelegenheit bot, Mikami zum Gespräch zu treffen, beschloss er, das Thema anzusprechen. Mikami reagierte gelassen: „Wenn Zuschauer ein Spiel bis zum Ende verfolgen und damit bereits zufrieden sind, dann war das Spiel eben auch nur so gut.“
Und weiter: „Unsere Aufgabe ist es, Spiele zu entwickeln, bei denen die Leute den Wunsch verspüren, sie selbst durchzuspielen – auch wenn sie jemand anderem dabei zugesehen haben. Also mach ruhig weiter mit dem Streamen.“
Interessanterweise äußerte sich auch Naoki Hamaguchi von Square Enix – der bei der „Final Fantasy VII“-Remake-Trilogie Regie führt – kürzlich ähnlich. Angesichts der wachsenden Beliebtheit von Playthroughs müssten sich Rollenspiele so weiterentwickeln, dass sie bei den ZuschauerInnen den Wunsch wecken, das Spiel selbst zu erleben, anstatt lediglich die Geschichte zu konsumieren. Alle Details lest ihr hier.
via Automaton Media, Bildmaterial: Resident Evil Requiem, Capcom

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