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Prägte viele japanische RPGs: Atari übernimmt Rechte an einflussreicher Reihe der 80er

Atari gibt bekannt, dass man die „vollständigen und exklusiven Rechte“ an den ersten fünf Wizardry-Spielen erworben hat und der „die zugrunde liegenden IP“ erworben hat. Alles nicht so einfach mit den Rechten, wie sich allerdings im Nachgang zeigte.

Die fünf Wizardry-Spiele, die zwischen 1981 und 1987 erschienen sind, gehören zu den einflussreichsten Rollenspielen aller Zeiten und wurde hauptsächlich von zwei Personen entwickelt: Robert Woodhead und Andrew C. Greenberg für den Publisher Sir-Tech.

Als Hauptkonkurrent der bis heute bekannten Ultima-Reihe hatte das Spiel einen enormen Einfluss auf viele bekannte japanische Entwickler der 1980er Jahre, darunter „Dragon Quest“-Schöpfer Yuji Horii und „Final Fantasy“-Schöpfer Hironobu Sakaguchi.

Remake kam bereits von Atari

Bereits 2024 veröffentlichte der zu Atari gehörende Entwickler Digital Eclipse das Remake Wizardry: Proving Grounds of the Mad Overlord. Highlight ist sicherlich der Grammy-prämierte Soundtrack von Winifred Phillips, aber auch die verbesserte 3D-Grafik sowie diverse Komfortverbesserungen können sich sehen lassen.

Wade Rosen, CEO und Chairman von Atari, zum Erwerb: „Wizardry ist eine äußerst einflussreiche RPG-Reihe, dennoch waren viele der Spiele über mehr als zwei Jahrzehnte hinweg nicht verfügbar. Wir freuen uns über diese seltene Gelegenheit, die Titel neu zu veröffentlichen, zu remastern sowie Konsolenportierungen und physische Versionen dieser frühen Spiele auf den Markt zu bringen.“

Die Markenrechte bleiben in Japan

Die japanische Firma Drecom reagierte leicht irritiert auf die Bekanntgabe und Medienberichte. Das japanische Unternehmen Drecom behält weiterhin die Trademarks am Namen „Wizardry“ – obwohl Atari bekannt gab, die „zugrunde liegende IP“ erworben zu haben – sowie den Spielen Wizardry VI: Bane of the Cosmic Forge, Wizardry VII: Crusaders of the Dark Savant und Wizardry 8.

Drecom stellte klar, dass sie weiterhin die globalen Markenrechte an Wizardry besitzen. Das bedeutet, dass Atari den Namen weiterhin lizenzieren muss, so wie es schon beim Remake von 2024 der Fall war. Außerdem kann Atari ohne Zustimmung von Drecom keine neuen Originalspiele unter dem Namen Wizardry veröffentlichen.

Wie es zu dieser leicht verwirrenden Situation kommt, erklärt Norman Sirotek, Mitgründer von Sir-Tech: „Aus meiner Sicht sind die Rechte sehr klar und einfach geregelt – auch wenn das nicht jeder so sieht. Wizardry 1 bis 5 gehörten immer, in irgendeiner Form, den Siroteks. Um das Jahr 2000 herum haben wir dann die Marke Wizardry sowie die Rechte an Teil 6, 7 und 8 verkauft. Das Unternehmen, an das wir verkauft haben, existiert heute nicht mehr, und die Rechte wurden mehrfach weiterverkauft. Die aktuellen Rechteinhaber sind nun ein japanisches Unternehmen namens Drecom.“

via Time Extension, Gematsu, Bildmaterial: Breakout Beyond, Atari, Choice Provisions

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