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Im Test! Directive 8020 lehrt uns mit einer spannend erzählten Story das Fürchten

Titel Directive 8020
Japan 12. Mai 2026
Supermassive Games
Nordamerika 12. Mai 2026
Supermassive Games
Europa 12. Mai 2026
Bandai Namco
System PlayStation 5, Xbox Series, PC
Getestet für PlayStation 5
Entwickler Supermassive Games
Genres Action-Adventure
Texte
Deutschland Nordamerika
Vertonung Deutschland Nordamerika

Videospiele, die ihren Fokus in erster Linie auf eine ausschweifende und extrem atmosphärische Erzählung der Story legen und andere Aspekte, wie beispielsweise ein komplexes Kampfsystem, außen vor lassen, liegen immer noch schwer im Trend.

Nicht erst seit Heavy Rain weiß man, dass eine gut erzählte Story so manche Actioneinlage ersetzen und vielleicht sogar toppen kann, speziell in emotionaler Hinsicht. So gab es neben weiteren Titeln aus dem Hause Quantic Dream, den Entwicklern hinter Heavy Rain, auch andere Publisher und Entwickler, die sich an diesem neu entdeckten Genre versuchen wollten.

Mit der „Dark Pictures“-Reihe schuf der britische Entwickler Supermassive Games gleich eine ganze Reihe solcher Titel und bewies somit erneut, dass eine gut geschriebene Story eben doch so manches Actionfeuerwerk ersetzen kann. Mit „Man of Medan“ startete die Reise des britischen Entwicklers.

In den folgenden Jahren folgten mit „Little Hope“, „House of Ashes“ und „The Devil in Me“ gleich mehrere Nachfolger und somit auch Ableger der „Dark Pictures“-Reihe. Mit „Switchback VR“ wagte man sich im Jahre 2023 sogar in Virtual-Reality-Gefilde auf PlayStation VR2.

Der neueste Streich des Entwicklers Supermassive Games hört auf den mysteriösen Titel „Directive 8020“ und ist ein Sci-Fi-Abenteuer, bei welchem der Hauptfokus erneut auf einer spannend erzählten Story liegt. Ob dem britischen Entwickler dieser Sci-Fi-Ausflug gelang und ob Directive 8020 an die Qualitäten früherer Dark-Pictures-Ableger anknüpfen kann, erfahrt ihr wie immer in unserem ausführlichen Test.

Im Weltraum hört dich niemand schreien

Das Raumschiff „Cassiopeia“ wird auf eine Aufklärungsmission geschickt um Informationen und Daten über den Planeten „Tau Ceti f“ zu sammeln. Dieser vielversprechende Planet, der die letzte Hoffnung der Menschheit zu sein scheint, wird ungefähr zwölf Lichtjahre von der Erde entfernt vermutet. Aufgrund einer tragischen Katastrophe ist die Erde dem Untergang geweiht und folglich sucht die Menschheit nun nach einem neuen, bewohnbaren Planeten, welcher der Erde in Art und Lebensbedingungen ähnelt.

Nach einem tragischen Vorfall kommt es allerdings zu einem technischen Defekt des Schiffes und die fünfköpfige Besatzung der Cassiopeia sieht sich nun mit einer völlig neuen Art der Bedrohung konfrontiert. Eine spannende und durchaus unheimliche Geschichte entfaltet sich und wir müssen stets wachsam sein und immer wieder weitreichende Entscheidungen treffen, welche die Geschichte und auch das Schicksal der Crew maßgeblich beeinflussen könnten.

Spannend erzählte Story trifft auf leichte Gameplayeinlagen

»Der Fokus von Directive 8020 liegt, wie auch schon bei anderen Ablegern der Dark-Pictures-Reihe, ganz klar auf der spannend erzählten Story.«

Der Fokus von Directive 8020 liegt, wie auch schon bei anderen Ablegern der Dark-Pictures-Reihe, ganz klar auf der spannend erzählten Story. Mit seinen, oft extrem unheimlichen, Survival-Horror-Vibes weiß auch der neueste Teil der Reihe zu begeistern und schafft es gekonnt den Spieler innerhalb kürzester Zeit in seinen Bann zu ziehen.

Wir übernehmen im Verlauf des Spiels die Kontrolle über jeden der fünf Charaktere der Crew und steuern diese, wie man es von der Reihe gewohnt ist, aus der Third-Person-Perspektive. Die Gameplayeinlagen fallen, auch hier wieder typisch für die Reihe, eher simpler aus, da der Fokus ganz klar auf der Erzählung der Story liegt. Actionreiche Szenen werden oft per Quick-Time-Event gesteuert.

Hier verlangt das Spiel also eine schnelle Reaktion von uns, da wir innerhalb eines bestimmten Zeitfensters eine oder mehrere angedeutete Tasten zur richtigen Zeit drücken müssen. Schafft man dies nicht, bedeutet das oft den Tod des Charakters. Dieser ist fortan aus dem Spiel geschieden und die Geschichte läuft ohne diesen Charakter weiter. Je nach Spielstil und ob man während dieser entscheidenden Szenen erfolgreich oder nicht erfolgreich ist, ändert sich dann natürlich auch der Ablauf der Geschichte und somit natürlich auch das Ende.

Erstmals in der Geschichte der Dark-Pictures-Reihe haben wir nun jedoch auch die Möglichkeit, das Spielgeschehen zurückzuspulen, um bereits begangene Fehler zu korrigieren und die Geschichte in eine positivere Richtung zu lenken. Dieses Feature lässt sich zu Beginn des Abenteuers jedoch auch komplett deaktivieren, somit bleiben Entscheidungen und Fehler, die während eines Spieldurchgangs gemacht werden, dauerhaft bestehen. Eine zusätzliche Herausforderung vor allem für Kenner der Reihe. Speziell Serien-Neulingen kommt dieses neue Feature natürlich sehr gelegen.

Neu sind nun auch diverse Stealth-Passagen. Hier müssen wir uns gezielt bewegen und uns vor allem leise verhalten, damit die jeweilige Situation nicht eskaliert und unser Charakter die drohende Gefahr wohlbehalten übersteht. Ein nettes neues Feature, welches der Reihe etwas frischen Wind verleiht und das mittlerweile doch recht altbekannte Gameplay etwas auflockert.

Speziell in Sachen Spannung und Nervenkitzel sind es gerade diese Stealth-Passagen, die den Puls zum Ansteigen bringen. Mit der absolut beklemmenden Atmosphäre eines Little Hope kann Directive 8020 zwar nicht ganz mithalten, dennoch weiß der Titel durchaus mit spannenden und beklemmenden Situationen zu begeistern. Das Sci-Fi-Abenteuer konnte uns somit nicht nur ein Mal das Fürchten lehren.

Innovativer Mehrspielermodus wieder mit an Bord

Auch der aus den Vorgängern der Reihe bekannte Mehrspielermodus „Filmabend“ ist hier wieder mit an Bord. In diesem Modus können bis zu fünf Spieler im Koop-Modus oder erstmals in der Reihe auch online miteinander spielen.

Gerade in diesem Genre ist ein Multiplayer-Modus doch recht unüblich, daher ist es umso erfreulicher und löblicher, dass sich die Entwickler von Supermassive Games für die Implementierung eines solchen entschieden haben. Wegweisend für das Genre, könnte man sagen.

Optisch ansprechend, aber leider nicht atemberaubend

Aus grafischer Sicht wirkt Directive 8020 zwar durchaus ordentlich, aber leider nicht bahnbrechend umgesetzt. Gerade die Charaktermodelle und deren Gesichter wirken durchaus hochwertig. Speziell die Mimik der Charaktere ist hier positiv hervorzuheben, da diese auch extrem wichtig für die Atmosphäre eines solchen Titels ist.

Leider fehlt es dem Ganzen jedoch etwas an grafischem Bombast. Gerade im Sci-Fi-Sektor hat man schon deutlich schönere und eindrucksvollere Spielwelten gesehen. Hier wäre also definitiv mehr drin gewesen. Speziell die Texturen des Schiffes wirken oft etwas trist. Dafür ist die absolut stimmige Beleuchtung der Areale oft ein Augenschmaus. Hier wurde wirklich alles für eine beklemmende Lichtstimmung getan.

Der Titel lief außerdem stets mit absolut flüssigen 60 Frames über den Bildschirm und auch sonst stießen wir während unserer Testsession auf keinerlei technische Probleme. Handwerklich also durchaus gut und sauber gemacht lässt sich an den optischen Qualitäten des Titels nur recht wenig ankreiden.

Ordentliche Soundeffekte und eine gute Synchronisation runden das Bild ab

Neben den absolut sauber und gut umgesetzten Soundeffekten und stimmigen Klangteppichen ist es vor allem die Synchronisation, die dem Titel die nötige Atmosphäre verleiht. Diese Synchronisation fällt bei Directive 8020 meist gut bis ziemlich ordentlich aus. Hin und wieder gibt es auch mal kleinere Ausreißer nach unten.

Alles in allem erwartet uns hier aber ein durchaus stimmiges Abenteuer, welches mit etwas mehr Aufwand vielleicht noch einen Tick besser hätte werden können. Speziell in Sachen Synchronisation wäre hier noch deutlich Luft nach oben gewesen. Das ist aber wie so oft vielleicht auch einfach eine Sache des Budgets.

Spannendes und unheimliches Sci-Fi-Abenteuer mit Entscheidungsfreiheit

Directive 8020 ist vor allem eins – unheimlich atmosphärisch und beklemmend. Nicht selten steigt einem der Puls bis zum Anschlag, wenn man sich mal wieder aus einer schier ausweglosen Situation retten will und im ersten Moment vielleicht noch gar keinen Ausweg in Sicht hat.

Die fantastische Atmosphäre verdankt der Titel vor allem seiner grafischen Präsentation. Speziell die Beleuchtung ist äußerst gelungen und braucht sich keinesfalls vor anderen Genrevertretern zu verstecken. In Sachen Texturen hätten die Entwickler allerdings gerne noch eine Schippe drauflegen können. Auch tontechnisch wurde der Titel sehr ordentlich umgesetzt. Einzig und allein die Synchronisierung einzelner Charaktere hätte hier und da etwas hochwertiger ausfallen müssen. Hier gibt es immer wieder Ausreißer nach unten.

Alles in allem bietet Directive 8020 spannende Sci-Fi-Kost mit Horror-Atmosphäre vom Feinsten. Typisch für die Dark-Pictures-Reihe sind es vor allem die tragischen Entscheidungen und Abzweigungen, mit denen es umzugehen gilt. Diese entscheiden über den weiteren Verlauf der Geschichte und formen so während des Spielverlaufs unser ganz eigenes Abenteuer.

Für Horror- und Genre-Fans ist Directive 8020 also Pflichtprogramm. Spieler, die etwas mehr Abwechslung in Sachen Gameplay suchen, könnten sich vielleicht etwas am extrem Story-orientierten Spielablauf stören.

 

Story

Das Schiff „Cassiopeia“ wird auf eine äußerst wichtige Aufklärungsmission geschickt, doch dann geht alles schief und unsere Crew muss sich einer völlig neuen Gefahr erwehren um nicht in den Tiefen des Alls das Zeitliche zu segnen.

Gameplay

Wir steuern die Crewmitglieder abwechselnd und müssen uns innerhalb von diversen Quick-Time-Events allerlei Gefahren erwehren um nicht den digitalen Tod zu sterben.

Grafik

Etwas angestaubte Optik, die aber immer noch mit toller Beleuchtung und schön umgesetzten Charaktermodellen glänzen kann. Die Texturen fallen oft etwas mittelmäßig aus, das trübt das Gesamtbild etwas.

Sound

Sauber umgesetzte Soundeffekte und Klangteppiche treffen auf eine meist recht ordentliche Synchronisation. Hier wäre sicher mehr drin gewesen, da es leider immer wieder Ausreißer nach unten gibt.

Sonstiges

Auch der geniale Multiplayer-Modus ist wieder mit an Bord. Dieses Mal sogar online!

Bildmaterial: Directive 8020, Bandai Namco, Supermassive Games

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