Anfangs war es ein wenig ungewohnt. Am 7. August 2020 erschien das zuvor PlayStation-exklusive Horizon Zero Dawn für PC-Steam und im Epic Games Store. Eine Entwicklung, die sich fortsetzen sollte.
Jim Ryan hatte herausgefunden, dass man auf diese Weise großartige Spiele einem breiteren Publikum zugänglich machen kann. Oder mit anderen Worten: Man kann sich noch einmal kräftig monetarisieren. Sony ging fortan vorsichtig, aber konsequent vor.
Waren die Messen auf der PlayStation gelesen, die Spiele schon am Grabbeltisch und bei PlayStation Plus verfügbar, war die Steam-Veröffentlichung nur noch eine Frage der Zeit. Sony kaufte sich den PC-Port-Spezialisten Nixxes Software und es folgten Days Gone, Uncharted 4: A Thief’s End, God of War, Spider-Man, The Last of Us, Ghost of Tsushima und weitere.
Doch in den letzten Monaten wurde es ruhiger. Sicherlich auch, weil es kaum noch naheliegende Möglichkeiten zur Portierung gibt. Aber auch, weil Sony die PC-Taktik über den Haufen geworfen haben soll. Das berichtet Jason Schreier von Bloomberg in seinem neuen Triple Click Podcast.
„Ich denke, ihre Strategie lautet: Live-Service-Spiele kommen auf den PC, aber ich habe den Eindruck, dass sie davon abkommen, ihre konsolenexklusiven Titel, wie Einzelspieler-Spiele, auf den PC zu bringen“, erklärte Schreier. Klingt nach einer Meinung. Aber im Anschluss an die Show konkretisierte Schreier bei ResetEra.
„Das ist keine Spekulation, aber manchmal werden Themen in der Sendung angesprochen, bevor ich bereit bin, einen Artikel darüber zu veröffentlichen. Ich bin mir sicher, dass bald mehr dazu kommen wird“, schreibt er. Nate the Hate springt Schreier bei, wobei es ehrlicherweise für einen „Insider“ nicht besonders risikoreich ist, Schreier zuzustimmen.
via The Gamer, Bildmaterial: Uncharted 4: A Thief’s End, Sony Interactive Entertainment, Naughty Dog

Unabhängig von Playstations aktueller Lage, würde ich erst einmal behaupten, dass das eine gute Nachricht ist. Damit haben sich Konsolen nun mal immer definiert und ihre Daseinsberechtigung im Markt erkämpft. Das ist uns in den letzten Jahren verloren gegangen und hatte vielleicht sogar zur Folge, dass man versucht hat, sich stattdessen mit Live Service Spielen übers Wasser zu halten. Wir leben zwar nicht mehr in Zeiten, wo die individuell gebauten Konsolen allein durch technische Details sich profilieren können (und diese sich auch in ihren Spielen widergespiegeln würden), aber ein eigenes Portfolio dürfte der Konsole wieder mehr "Präsenz" einspielen und eine Definition fördern.
Rechnerisch hatte es sich auch gut ausgeglichen, nicht mit jedem Spiel die große Masse anzusprechen, solange es irgendwo einen Konsolenkauf gefördert hat. Blöd ist jetzt nur, dass da nicht mehr viele Studios in Frage kommen, um dieses Vorhaben wieder umsetzen zu können. Mein erster Gedanke war, dass man vielleicht mal wieder ein Gravity Rush in Angriff nehmen könnte, aber Japan Studio wurde schon längst abgesägt. Pixelopus könnte mit sowas wie ein Concrete Genie das Portfolio auch nicht lebendiger gestalten. London Studio ist weg, Firewalk ist weg und jüngst auch Bluepoint aufgelöst. Die Rationalisierung dürfte auch noch nicht am Ende sein. Initiativen wie das China Hero Project sind deutlich leiser geworden. Und die stehenden Firmen wie Insomnia und Asobi dürfen sicher ohne Weiteres auch nicht von ihrem Agenda weichen. Was macht man nun, wenn nicht die großen AAA Spiele, die alle 5 bis 7 Jahre auf sich warten lassen? Spielen die das Geld mit nur einer Konsolenveröffentlichung ein?
Sony steckt da schon in einer echt unangenehmen Lage, nachdem ihre jüngsten Versuche nach hinten gegangen sind. Gefühlt wissen sie auch nicht, wohin jetzt mit dem Momentum, den sie aktuell haben. Mit Ghost of Yotei dürfte der letzte Schritt des Plans erfüllt worden sein, ohne dabei mehr Zukunftsmusik für die Ablösung zu haben. Man merkt ihnen in dieser Konsolengeneration auch an, dass sie gar nicht mehr in die Gänge kommen wollen. Nachdem XBox sich komplett selbst sabotiert hat und auch Nintendo aktuell in endlosen vielen Fettnäpfchen tretet, haben sie wieder einmal die Gelegenheit dafür gefunden, sich ruhig zurück zu lehnen und die Konsolenkäufe von allein stattfinden zu lassen. Das mag vielleicht sich noch in den nächsten paar Jahren bewähren, aber irgend wann werden die Core Spieler ungeduldig und fragen sich ganz laut, wo die Spiele nun geblieben sind, für die sie eine teure Konsole angeschafft haben. Dass wegen Umständen die nächste Generation verspätet stattfinden darf, kommt uns Konsolenbesitzer gut gelegen, spielt aber auch Sonys Faulheiten in die Karten. Und da sitzen wir nun, mit einem Industrieriesen, der nicht wirklich was machen möchte. Worauf kann man sich da aktuell noch freuen?
Es wird wohl seinen Grund haben, warum es nicht offiziell ist und nur über so einen Kanal kommt. So richtig festlegen will man sich wohl eher nicht darauf. Ich seh auch ehrlich gesagt keinen Grund, warum man sich bei dem Überangebot wegen Exklusivtiteln noch Konsolen zulegen sollte, wenn es nicht gerade Nintendo ist weil halt das 8 Jährige Kind Mario Kart spielen will. Die Entscheidung auf den PC zu gehen kam ja nicht grundlos.
Gab es denn andersrum eine offizielle Mitteilung über Sony Kanäle?
Die Entscheidung für PC Releases kam sicherlich nicht grundlos, sondern aus kurzfristig wirtschaftlichem Interesse. Wahrscheinlich hat man aber gemerkt das man zwar x Millionen Einheiten von den einzelnen Spielen absetzen kann, dafür wird der Anteil an verkauften PlayStation Spielen z.B. bei einem Resident Evil Requiem aber sinken. Dieses passive 30% Einkommen von Sony, gepaart mit den Abo Einnahmen von PS+, will man halten und dadurch die Plattform Basis stärken um zu verhindern da (zu viele) komplett auf PC wechseln.
Ich weiss ehrlich gesagt nicht was du mit dem 30% passiven einkommen meinst denn das ist doch soweit ich weiss ausschliesslich auf Digitale Verkäufe oder etwa nicht? Auch wenn der Anteil der Retail Verkäufe immer mehr zurück geht ist dieser allerdings eben nicht 100%.
Darüber hinaus sehe ich jetzt nicht das Sony groß Angst haben sollte das die Leute komplett auf den PC wechseln etwa nur weil sie ihre Exklusives ebenfalls dort rausbringen ubd so keinen "Anreiz" für Leute hätten noch auf ner PS5 zu zocken? Der Löwenanteil an verkauften Games ist innerhalb der ersten Wochen/Monate. Sony lief mit seiner Strategie bisher ganz gut die Games min 1 Jahr Konsolenexklusiv zu halten weil bis dahin die meisten wirklichen Interessenten das Game bereits gekauft haben. Die Verkäufe auf dem PC waren halt nen schönes Taschengeld das man gerne mitnimmt weil der Aufwand nen Game von PS5 auf PC zu portieren eben keine Raketenwissenschaft ist und sich dafür die Kosten im Rahmen halten dürften.
Horizon,God of War, Tsushima haben alle nichtmal ansatzweise 100.000 aktive Spieler auf Steam erreicht das ist für mich eher nen Zeichen das sich dieses "Taschengeld" wohl nicht komplett oder genügend rentiert. Zumindest würde ich eher das denken als das man Angst hätte die Leute kaufen keine Konsolen mehr. Die Auswirkungen siehst du eher bei Microsoft denn die haben ja exklusivität komplett abgeschworen und bringen sämtliche Titel für PC und Xbox Zeitgleich raus dort ist der Gedanke mMn deutlich gerechtfertigter warum man die Konsole braucht.
@DantoriusD
Sony bekommt von jedem verkauften (3rd Party) Spiel auf der PlayStation 30%, d.h. wenn sich auch nur ein Bruchteil der aktuellen User-Base in der nächsten Generation für den PC statt die PS6 entscheidet, weil ja die Sony Spiele auch dafür kommen, reißt es eben ein viel größeres Loch in die Tasche als "nur" der Verlust bei den Spielen. Eben der Anteil von den ganzen 3rds oder auch PS+ kommen dazu und dann summiert sich das ganz schon massiv auf.