Moderne Videospiele können gelegentlich frustrieren – langgezogene Sequenzen ohne Belohnungen, frustrierende Spielmechaniken und vermeintlich unüberwindbare Hindernisse im Spiel sind nur einige der Gründe, warum Gamer ein Spiel vorzeitig abbrechen.
Doch immer wieder werden auch unpassende Tutorials als Grund genannt, warum manche Spielende das frisch gekaufte oder heruntergeladene Spiel bereits früh beenden. Itchie, ein japanischer Programmierer und Produzent, der zuvor bei Square und SNK arbeitete, erzählt über die Fehler aus der Frühzeit seiner Karriere.
Sein Beitrag bei Twitter löste eine breite Diskussion über Tutorials in Videospielen aus, und es sieht so aus, als ob die wenigsten SpielerInnen Tutorials wirklich mögen. Auch andere Entwickler und Persönlichkeiten stiegen in die Diskussion ein, die sicherlich auch für euch interessant ist. Denn bestimmt habt ihr auch eine Meinung zum Thema!
Itchie schrieb zunächst: „Als ich damals Mobile-Games entwickelt habe, fiel mir eine hohe Abbruchrate bei Spielern auf. Ich vermutete, dass sie im Tutorial steckenblieben, und beschloss daher, zusätzliche Erklärungen einzubauen. Nachdem ich die Nutzungsprotokolle genauer untersucht hatte, stellte ich jedoch fest, dass die Spieler die Anweisungen kaum lasen.“
Und weiter: „Der Grund für die hohe Abbruchrate lag also nicht daran, dass sie nichts verstanden, sondern daran, dass sie zu lange warten mussten, bevor sie endlich die Steuerung übernehmen konnten.“ Nach der Analyse der Daten überarbeitete er die Tutorials und kürzte sie. Das führte dazu, dass weniger SpielerInnen in der Frühphase des Spiels absprangen.
Messbare Daten und Zahlen für ein gutes Spielgefühl
„Das war ein Beispiel für einen Fehler, der dadurch entstand, dass der Entwickler Annahmen über das Verständnis der Spieler traf, anstatt es tatsächlich zu messen“, erinnerte er sich. Spiele-Entwickler und Journalist Shimaguni Yamato bekräftigt diese Aussage: „Leute im Management sagen oft: ‚Fügt mehr Erklärungen hinzu!‘ – aber dagegen wehre ich mich immer. Ich finde, es ist besser, den Spielern sofort ein Gefühl von Spannung zu vermitteln, anstatt sie mit Anleitungen zu versorgen. Spielsysteme sind mühsam – also ist es besser, die Erklärungen erst einzubauen, wenn die Spieler bereits vom Spiel gepackt wurden.“
Xenoblade Chronicles 2 gilt trotz seiner Popularität oft als Negativbeispiel. Tutorials sollten laut Yamato am besten mitten im Spiel eingeführt werden sollten – in kleinen, leicht verdaulichen Portionen und mit einer klaren Trennung zwischen zentralen Spielregeln und nebensächlichen Mechaniken.
Hiroyuki Matsumoto, unter anderem Charakterdesigner für die Atelier-Reihe, bringt es derweil kurz auf den Punkt: „Spieler wollen einfach nur spielen – deshalb hassen sie Tutorials.“ Spieler überspringen Tutorials, lesen die eingebauten Anleitungen nicht und suchen auch nicht aktiv nach der im Spiel angebotenen Hilfe – außer, sie müssen es.
In dieser Diskussion erntete insbesondere Nintendo immer wieder Lob. Nintendo vermittle die Steuerung und Mechanik durch das Gameplay selbst, ohne dass es wie ein Tutorial wirkt. Manchmal lassen sie Tutorials sogar ganz weg, wie man etwa bei Mario Kart. Fans nennen derweil Titel wie Zelda: Ocarina of Time und das neuere Donkey Kong Bananza als Beispiele für das „ideale Tutorial“, während Retro-Fans nicht müde werden, auf das klassische Super Mario Bros. für das NES zu verweisen. Wie steht ihr dazu?
via Automaton Media, Bildmaterial: Super Mario Bros. Wonder, Nintendo

Mir machen Tutorials in der Regel nicht wirklich was aus. Ich geh da mit der Prämisse ran, das es wohl genug Anfänger / Gelegenheitsspieler gibt die mit dem Medium nicht sonderlich vertraut sind und entweder wie gesagt gerade anfangen oder alle paar Monate mal spielen. Gerade bei Kinderspielen wie Pokemon ist das an die Hand nehmen irgendwo verständlich. Ein Skipfunktion sollte tatsächlich aber eine Standardfunktion sein. Tutorials in welcher Form auch immer sollten allerdings meiner Meinung nach nicht verschwinden, letztlich kann man sie auch als Accessibility-Feature sehen. Es gibt sicherlich immer jene die das brauchen oder Tutorials gar schätzen.
Inzwischen gibt es zumindest digitale Handbücher. Zumindest auf Playstation bekomm ich immer mal die Meldung das ein digitaler Leitfaden vorhanden ist.
Ich bin mal so dreist die Behauptung in den Raum zu legen, das die Begeisterung über das Spiel im Vorfeld nicht besonders groß gewesen sein kann, wenn man es wegen Tutorials abbricht. ^ ^
Da stellen sich mMn aber auch beide Lagern etwas tollpatschig an. Einerseits die Entwickler, die immer noch keine tolle Balance finden und trotz umfangreicher Tutorials "fortgeschrittenere" Mechaniken nicht ein mal ankratzen. Andererseits die Spieler, die erstaunlich wenig über ihre Lieblingsspiele wissen und auch gar keinen Drang verspüren, sich tiefer einlesen zu wollen.
Ich persönlich glaube: eine neue Methode muss her. Wieder einmal plädiere ich für eine kleine Videoreihe von den Gameplay Designern, die näher auf die Spielidee eingehen und auf Fragen drum herum antworten. Wir haben immer endlos viele Interviews dazu, was man sich bei Settings, Stories und Charakter Designs gedacht hat und wo die Inspiration her kommt, aber nie wirklich eine ausufernde Diskussion zu Spielmechaniken. Gebt den Entwicklern einfach einen Controller in die Hand und lasst sie frei plaudern. Und wenn das Spielprinzip das nicht her gibt, dann sagt das selbst doch auch wieder was über das Spiel aus. Im Grunde eine PR Aktion, die kaum was kosten dürfte.
Zweite Methode: einheitlicher Training Mode. Und ich bin mir auch ziemlich sicher, dass man für jede Genre eine passende Version basteln kann. Fehlt nur noch, dass sich eine universelle Regel bewährt. In die Richtung gehen wir gefühlt auch, aber da halten sich selbst Spiele von dem gleichen Entwickler nicht immer dran.
Aber wir können auch ruhig damit anfangen, dass zumindest die Glossare vollständig sind. Aufgrund jüngster Entwicklung rund ums Xillia Universum, musste ich mich etwas schlau darüber machen, wie eigentlich die Debuffs im Spiel funktionieren. Es ist wirklich ABSURD, wie ich mir das auf YouTube von einem Data Miner erklären lassen muss, statt es aus der endlos langen Tutorial Bibliothek des Spiels entnehmen zu können. Nicht irgendwelche komplizierten Rechenformeln (deren Absenz mich nicht unbedingt stört), sondern wirklich fundamentale Dinge, über die die Entwickler kein einziges Wort verloren haben! Sicherlich hat nicht jedes Entwicklerteam die Zeit, ein ausuferndes Textdokument zu verfassen aber wenn man schon auf komplizierte Spielprinzipien besteht, dann ist man irgendwo auch in der Bringschuld.
Es kommt immer drauf an
Je komplexer und umfangreicher ein Spiel ist, z.B bei Kampfesysteme, umso eher macht Tutorial Sinn.
Prügelspiele brauchen in der Regel keinen Tutorial.
Höchstens ne kleine Anleitung und Comboliste, das man im Menü nach schauen kann.
Bei Pokemon stimme ich zu das vor allem die neueren Games keinen Tutorial brauchen, außer die Legends Reihe da es etwas anders ist, auch von Tastaturbelegung im Vergleich zu den Hauptreihe her sind z.B.
Ich glaube nicht XD
In der ersten Gen eh nicht, aber in der zweiten war es oder den Remakes von Gen.2 da ging das. In Gen. 3 glaube ich auch, aber dann wurde es dir immer wieder gezeigt, ohne das man die Wahl hatte.
Da bin ich mir eigentlich "fast" sicher XD
Tutorials ja...also sie können da sein, aber dann bitte infach fragen: Willst du es überspringen? Ja/Nein. Und selbst wenn du es übersprngst, du kannst es dann jederzeit in den Einstellungen nachlesen. Problem gelöst.
Es müsste IMMER überspringbar sein.