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Im Test! KNOCKOUT HOME FiTNESS

TitelKNOCKOUT HOME FiTNESS
Nordamerika08. Oktober 2021
Marvelous USA
Europa08. Oktober 2021
Marvelous Europe
SystemNintendo Switch
Getestet fürNintendo Switch
EntwicklerMarvelous
GenresSport, Rhythmus
Texte
Deutschland Nordamerika Japan
VertonungDeutschland Nordamerika Japan

Sportspiele – also solche, bei denen der Spieler selbst Sport macht – sind kein neues Konzept. Ob mit oder ohne externe Peripherie, gerade Nintendo versucht seit mindestens drei Generationen, Spiel und Bewegung zu kombinieren.

Nach dem Erfolg von Ring Fit Adventure ist es also nicht verwunderlich, dass auch andere Entwickler sich an solchen Sportspielen versuchen.

Sport meets Rhythmus

KNOCKOUT HOME FiTNESS kombiniert dabei die Bewegungen von Boxen, Karate, Muay Thai mit den typischen Mechaniken eines Rhythmusspiels. Das mag relativ speziell klingen, doch das Spiel bleibt durchaus sehr zugänglich.

Im Mittelpunkt steht dabei ein tägliches Training, das nur 10 bis 15 Minuten in Anspruch nimmt und den Spieler drei verschiedene Übungen durchlaufen lässt.

Jede Übung besteht aus einer Reihe von Bewegungsabläufen, die im richtigen Timing ausgeführt werden müssen. Dazu zählen Schläge wie Jabs, Crosses und Uppercuts, aber auch Tritte, Beinwechsel und defensive Handlungen. Der Aufbau ist dabei fast immer gleich: Zunächst müssen kurze Bewegungsfolgen ausgeführt werden, die im Anschluss zu längeren Folgen kombiniert werden. Nach der Hälfte wird der dominante Fuß gewechselt und das Ganze noch einmal wiederholt.

Dabei wechseln sich rechte und linke Hand beziehungsweise rechtes und linkes Bein ab. Auf diese Weise soll der Körper gleichmäßig in Bewegung gebracht werden. Der Schwierigkeitsgrad ist dabei sehr moderat, sodass jeder Laie ohne Sporterfahrung mitkommt. Anfangs irritiert, dass es keine Tutorials für die einzelnen Bewegungen gibt. Doch da die Ausführung ohnehin nicht allzu präzise sein muss, ist dies nur ein kleines Manko.

Insgesamt gibt es über 50 verschiedene Übungen. Da die Anzahl an verschiedenen Bewegungen aber überschaubar ist, fühlen sich viele davon ähnlich an. Die Variation, die man von Ring Fit Adventure kennt, gibt es hier also nicht.

Nicht intensiv, aber zugänglich

Nun stellt man sich natürlich die Frage: Wie effektiv ist das Spiel? Wie sehr kommt man ins Schwitzen? Wie sehr trainiert es die Muskeln?

Ich habe das tägliche Training etwa 15 Tage absolviert und muss sagen: So richtig ins Schwitzen gekommen bin ich nie. Das sage ich als weitestgehend Untrainierter. Das liegt einerseits daran, dass kein einzelner Bewegungsablauf wirklich anstrengend ist. Andererseits aber eben auch daran, dass pro Tag maximal 15 Minuten angesetzt sind – bisweilen sogar weniger als 10. Im Anschluss kann man zwar frei Übungen wiederholen, doch das tägliche Training kann weder verlängert noch mehrfach absolviert werden.

Da von Anfang an auch nicht alle Übungen freigeschaltet sind, muss man auch entsprechend viele Tage spielen, um im freien Modus überhaupt eine gewisse Auswahl zu haben. Die Logik dahinter ist vermutlich, dass man den Spieler nur schrittweise stärker fordern will. Der Schwierigkeitsgrad steigt dabei allerdings nur so behäbig an, dass man sich nach einer Session bestenfalls aufgewärmt fühlt, aber niemals ausgepowert.

Bewegungserkennung rudimentär, aber zweckmäßig

Zum Spielen benötigt man lediglich die Joy-Con, je einen in jeder Hand. Entsprechend verlässt sich das Spiel größtenteils darauf, dass der Spieler die Bewegungen korrekt ausführt. Erkannt wird lediglich, ob mit der rechten oder linken Hand überhaupt eine Bewegung ausgeführt wurde. Tritte können gar nicht erkannt werden und werden automatisch als korrekt bewertet, auch wenn man sie gar nicht ausgeführt hat.

Der Anreiz, alles perfekt zu machen, ist also relativ gering. Das ist aber vielleicht gar nicht so verkehrt, denn die Übungen wären deutlich frustrierender, wenn man jede Bewegung bis ins Detail korrekt ausführen müsste. Ob man also einen Jab oder einen Uppercut macht, ist für das Spiel irrelevant, solange man die richtige Hand im richtigen Rhythmus verwendet.

Nicht immer intuitiv

Ausbaufähig ist leider das Interface. Bei Rhythmusspiele ist es wichtig, mit den Augen sofort erkennen zu können, was man machen muss. KNOCKOUT HOME FiTNESS verwendet für die verschiedenen Bewegungen jedoch keine Symbole, sondern Text. Das erschwert es bei längeren Folgen, das Geforderte schnell genug umzusetzen.

Ob etwas mit Links oder Rechts ausgeführt werden muss, wird durch Farben markiert. Nach der Hälfte jeder Übung wechseln die Seiten, die Farben jedoch bleiben gleich. Wenn blau vorher für links stand, steht es also nun für rechts. Auch das ist unnötig verwirrend.

Positiv hervorzuheben ist jedoch die Vertonung. Die ist im Deutschen nicht nur sehr gelungen, sondern begleitet und ergänzt die visuellen Inhalte auch sehr gut. Man gerät nie wirklich aus dem Konzept, weil die Sprecherin einen regelmäßig darauf hinweist, was zu tun ist. Auch die Musik ist angenehm und bewegt sich in den Genres EDM, Techno, Trance, Rock und Hip Hop und bleibt dabei stets sehr zahm.

Am Ende jeder Übung sieht man, wie man abgeschnitten hat – anhand einer Punktzahl von 0 bis 100. Zusätzlich werden die verbrannten Kilokalorien aufgeführt – berechnet anhand von Alter und Gewicht des Spielers. Diese Ergebnisse können auch nachträglich in einem Kalender eingesehen werden.

Über die kurzen Workout hinaus hat das Spiel nur sehr wenig zu bieten – im Vergleich zur Konkurrenz gibt es keine Minispiele oder alternative Spielmodi. Die gesamte Spielerfahrung ist aufs Wesentliche reduziert.

Workout Light

Vielleicht sind die Schwächen von KNOCKOUT HOME FiTNESS auch gerade die Stärke des Spiels: Die Einstiegshürde ist niedrig, man muss sich keine Schnallen umbinden oder einen Ring dabei haben. Fehler werden kaum bestraft und die Sessions sind so kurz, dass sie in jede Mittagspause passen. Man ist danach nicht total verschwitzt und kann sogar im Handheld-Modus spielen – ist somit also nicht auf den heimischen Fernseher angewiesen.

Das macht KNOCKOUT HOME FiTNESS vor allem für Gelegenheitsspieler interessant, die täglich ein einfaches, kurzes Workout in ihren Alltag integrieren möchten – oder halt diejenigen, die genau die Bewegungsabläufe des Boxens haben wollen. Dass das so schnell und unkompliziert geht, ist die große Stärke des Spiels. Ein intensives Training sollte man jedoch nicht erwarten.

 

Story

Nicht vorhanden.

Gameplay

Aufs Wesentliche reduziert, konzentrierte rhythmische Bewegungen in kurzen Übungen. Umfang überschaubar.

Grafik

Zweckmäßig.

Sound

Gute deutsche Vertonung und eingängige, wenn auch generische Hintergrundmusik diverser elektronischer Musikrichtungen

Sonstiges

Auch im Handheld-Modus nutzbar.

Bildmaterial: Knochout Home Fitness, Marvelous

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