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Im Test! Little Nightmares II

TitelLittle Nightmares II
Japan11. Februar 2021, für PS5 und Xbox Series später
Bandai Namco Entertainment
Nordamerika11. Februar 2021, für PS5 und Xbox Series später
Bandai Namco Entertainment
Europa11. Februar 2021, für PS5 und Xbox Series später
Bandai Namco Entertainment
SystemPC, Nintendo Switch, PS4, PS5, Xbox One, Xbox Series
Getestet fürPlayStation 4
EntwicklerTarsier Studios
GenresAction, Adventure
Texte
Deutschland Nordamerika Japan
VertonungNordamerika

Mit „Little Nightmares“ erschien 2017 ein Titel, der unter vielen als Indie-Horror-Hit bekannt wurde. Dies war vor allem seiner (alb)traumhaften Atmosphäre zuzuschreiben, die viele Spielende für die kurze Spielzeit in ihren Bann zog. So überrascht es wenig, dass dem nun vier Jahre später ein zweiter Teil folgt. In „Little Nightmares II“ begleitet euch wieder Six, das kleine Mädchen im gelben Regenmantel aus dem ersten Teil. Ihr selbst schlüpft in die Rolle von Mono, einem Jungen mit einer braunen Papiertüte über dem Kopf. Ob die doppelte Besatzung für doppelten Spaß sorgt, schauen wir uns hier an. Für den Test haben wir dabei die digitale Deluxe-Edition bekommen, in der neben dem Spiel der vollständige Soundtrack, ein digitales Artbook sowie ein dynamisches PS4-Design und zwei Avatare enthalten waren.

Schaurig geht’s weiter

Little Nightmares II ist an den ersten Teil angeknüpft, was ihr an der erfolgreich geflohenen Six erkennen könnt. Nachdem sich diese aus dem Schlund befreit hat, schließt sie sich dem Jungen Mono an, als er sie erfolgreich aus einer Jägerhütte befreit. Dieser Abschnitt lässt sich übrigens auch in der Demo erleben, die euch einen guten Einblick in das Spielgeschehen und in die neuen Mechaniken gibt, die euch zwei Charaktere ermöglichen. In der Deluxe-Edition könnt ihr dabei, wie in der Demo, einem Gnom auf den Dachboden folgen und dabei seinen Hut als aufsetzbaren Sammelgegenstand erwerben.

Obwohl ihr als Mono oft zu zweit mit Six unterwegs seid, lässt sich Little Nightmares II nur im Einspieler-Modus spielen. Im Spielverlauf ergibt dies durchaus Sinn, da das Mädchen im Regenmantel öfters von euch getrennt wird und ihr als Mono alleine unterwegs seid.

»Das Gameplay verhält sich ebenfalls wie beim Vorgänger. Ihr bewegt euch durch dreidimensionale 2D-Level und löst Rätsel, um weiterzukommen.«

Was die Geschichte von Little Nightmares II angeht, erzählt sich diese wieder einzig und allein durch skurrile Bilder, ohne euch dabei zu sehr an die Hand zu nehmen (anders als ihr, die ihr Six schön an die Hand nehmen könnt). Die grundlegende Motivation von Mono ist es nämlich, Six vor dem Verschwinden zu retten. Das Auffinden der Signalsäule ist hierfür ausschlaggebend, um das Mädchen vor seinem Schicksal zu befreien und gleichzeitig dem Verrotten der Welt auf den Grund zu gehen.

Durch die bildstarke Sprache erzählt sich das Spiel ganz anders als ein typisches Story-Spiel, wobei die Abwechslung durchaus angenehm sein kann und in den letzten Jahren keinen Einzelfall darstellt. Andernfalls könnt ihr die Geschichte auch ganz ignorieren und stattdessen die Bilder so auf euch wirken lassen, da diese auch für sich allein wie bereits beim Vorgänger definitiv eine Stärke von Little Nightmares II sind.

Gruselige Rätsel

Das Gameplay verhält sich ebenfalls wie beim Vorgänger. Ihr bewegt euch durch dreidimensionale 2D-Level und löst Rätsel, um weiterzukommen. Abwechslung schaffen hierbei diverse Versteck- oder Fluchtsequenzen, denen wir uns etwas später widmen. Was das reine Leveldesign angeht, möchte ich hier nämlich direkt ein Lob aussprechen. Wenn ihr, wie ich, den Vorgänger nur vom Hörensagen kanntet und ohne Vorwissen in den zweiten Teil starten wollt, so würde ich ihn spielerisch mit Limbo oder vielleicht auch Unravel vergleichen.

Es geht auch in die Tiefe.

Bei Little Nightmares lockert die dritte Dimension die Levelstruktur und das Spielgeschehen gelungen auf und bietet so viel mehr Abwechslung. Mir gefiel es unter anderen sehr gut, wenn man sich von einem Raum aus in mehrere Richtungen und Räumen orientieren musste, um schlussendlich nach dem Lösen von Rätseln wieder zurück- und dann weiterzukommen. Ich würde das nicht direkt als Metroidvania beschreiben, da es dafür doch zu simpel wäre. Dennoch war das eine willkommene Abwechslung vom schlichten Links-nach-Rechts-Verlauf, den solche Spiele sonst bieten.

Die Rätsel selbst sind meistens schnell gelöst und wenn es mal länger dauert, wartet am Ende meist ein „Aha!“-Effekt auf euch. Die Ausnahme machen hier Rätsel, die sich durch die Steuerung nervig gestalten und bei denen ihr abermals rumprobiert, ob Sprung X wirklich nicht geht. Hier würde ich den Makel der dritten Dimension erwähnen wollen, der das Abschätzen von gewissen Abständen oder Richtungen nicht immer klar aufzeigt.

»Ihr spielt euch mit Mono und Six durch eine düstere, triste Welt, die sich euch trotz ihrer Bizarrerie und fehlenden Logik glaubhaft präsentiert.«

Wenn nach einer längeren Kletterpartie oder Fluchtsequenz ein Sprung nicht klappt, dann nervt das meistens mehr als bei einem typischen 3D-Platformer. Ist so eine Sequenz nämlich erfolgreich bewältigt, fühlt sich das nicht immer belohnend an, da es etwas willkürlich wirkt anstatt wie ein Resultat eurer Fähigkeit. Die teils schwammige Steuerung verstärkt dies nur – wobei diese ansonsten gelungen zur Spielwelt passt. Mono ist nun mal kein Mario, der auf Knopfdruck das Dreifache seiner Höhe springt und problemlos auf Punkt X landet, während er in der Luft noch zwei Mal die Richtung gewechselt hat.

Noch gruseligere Gegner

Der Jäger sucht euch schon.

Neben den Rätseln seid ihr auch noch mit Gegnern in der düsteren Spielwelt konfrontiert, die euch an den Kragen wollen. Während ihr euch gegen gewisse Gegner wehren könnt, so müsst ihr in der Realität meistens der tatsächlichen Konfrontation aus dem Weg gehen, da diese nicht gut für euch ausgeht. Diese Flucht- und Verstecksequenzen bieten meistens gelungene Abwechslung, wobei sie auch stärker nerven können als eine gewöhnliche Rätselpassage. Der Grund dafür sind die Rücksetzpunkte, die sich am Anfang dieser Sequenzen befinden.

Aber auch die Lehrerin streckt mal den Kopf in die Höhe auf ihrer Suche nach euch…

Versteckt ihr euch beispielsweise erfolgreich und vorsichtig bis kurz vor Ende, nur um dann den letzten Sprung nicht zu schaffen, dann ärgert das. Bei den Rätseln kommt es zwar auch mal vor, dass man etwas mehr nachspielen muss, jedoch weniger oft. Hier kann aber auch direkt positiv erwähnt werden, dass sich die Rücksetzpunkte im Vergleich zum ersten Teil gebessert haben. Musste man dort diese manuell freischalten, so geschieht dies hier automatisch in meistens kurzen Abständen.

Weniger gruselig, mehr düster

Nun aber genug zum Gameplay, da der Atmosphäre des Spiels definitiv auch einige Zeilen gewidmet werden müssen. Diese ist wie beim Vorgänger meiner Meinung nach gelungen – ihr spielt euch mit Mono und Six durch eine düstere, triste Welt, die sich euch trotz ihrer Bizarrerie und fehlenden Logik glaubhaft präsentiert. Untermalt wird dies durch die sanften, melancholischen Klänge des Soundtracks und die einzigartig düstere Grafik. Nach dem anfänglichen Waldgebiet spielt sich das ganze Geschehen in einer regnerischen Stadt ab, in der es in verschiedene Häuslichkeiten geht. Der anfangs erwähnte Signalturm beeinflusst unter anderem die Fernseher der Stadt, welche deren Bewohner süchtig gemacht haben. Die leer starrenden Leute empfand ich hier als interessantes, gesellschaftskritisches Bild.

Das regnerische Wetter innerhalb des Spiels macht es perfekt für ein bis zwei reale, verregnete Nachmittage. Die Spieldauer gestaltete sich bei mit etwa fünfeinhalb Stunden etwas länger als beim Vorgänger, aber immer noch relativ kurz. Das finde ich bei einem solchen Spiel durchaus sinnvoll, weil ich keine große Langzeitmotivation darin sehe. Wollt ihr diese dennoch in Little Nightmares II finden, so könnt ihr zwei Arten von Sammelgegenständen suchen, welche es in Form von aufsetzbaren Hüten und Kindersilhouetten gibt. Vor allem die Hüte weichen tatsächlich mehr vom linearen Weg ab und können eure Spieldauer strecken.

Fazit

Ich würde Little Nightmares II eingekuschelt im Sofa an einem verregneten Nachmittag empfehlen, wenn ihr in eine düstere und bizarre Welt eintauchen wollt. Durch die leichte Schwierigkeitsstufe und kurze Spieldauer könnt ihr euch die leichte Horror-Kost gemütlich einverleiben. Die kleineren Mängel sind durch die kurze Spieldauer ebenfalls zu vergeben, während sie in längerem Rahmen durchaus nerviger hätten werden können. So positiv ich hier die kurze Spieldauer empfinde, so kann sie aber auch durch den Preis von 30 Euro abschreckend wirken.

Fans des Vorgängers werden wahrscheinlich auch hier ihren Spaß haben, wobei Neueinsteiger auch problemlos zugreifen können. Auch wenn Little Nightmares II als Horrorspiel beworben wird, ist es auch für ein schreckhafteres Publikum geeignet, das neugierig auf eine düstere Spielwelt ist.

 

Story

Ihr spielt den Jungen Mono und müsst Six aus dem ersten Teil vor dem Verschwinden retten.

Gameplay

Rätsel und Jump ’n’ Run in leichten 3D-Gebieten. Trägt zur Atmosphäre bei.

Grafik

Simpel und düster wird die bizarre Spielewelt dargestellt.

Sound

Düstere, leichte Klänge begleiten euch auf eurer Reise. Passen angenehm zum Ambiente, aber für mich keine einzeln herausstechenden Stücke.

Sonstiges

Kein Multiplayer trotz zwei Charakteren, jedoch gibt es Sammelaufgaben für eine gestreckte Spieldauer.

Bildmaterial: Little Nightmares II, Bandai Namco, Tarsier Studios

1 Kommentar

  1. Da es sehr kurz ist, werde ich es mir bestimmt auch mal ansehen, wenn ich den Erstling durch habe. Dann kann aber auch auf einen Sale hier warten ^^"
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