PC Test

Im Test! Ever Forward

TitelEver Forward
Japan13. August 2020
Pathea Games
Nordamerika13. August 2020
Pathea Games
Europa13. August 2020
Pathea Games
SystemPC, PS4, Xbox One, Switch
Getestet fürPC
EntwicklerPathea Games
GenresPuzzle
Texte
Deutschland Nordamerika 
VertonungNordamerika

Mit „My Time At Portia“ haben sich Pathea Games bereits einen kleinen Namen gemacht. Das Harvest-Moon-ähnliche Spiel kann mit seiner Komplexität überzeugen und brachte den Namen des Studio in die weite Welt hinaus. Mit „Ever Forward“ bedient das chinesische Indie-Studio nun das Puzzle-Genre und möchte gleichzeitig den Spielern eine bewegende Geschichte erzählen. Doch ob das funktioniert?

Eine tragische Geschichte entfaltet sich

In Ever Forward übernehmt ihr die Kontrolle der jungen Maya, welche sich gerade an einem Strand befindet, als plötzlich merkwürdige, verbrannt aussehende Gebäude auf der Insel auftauchen. Zusätzlich wird der größte Baum auf der Insel ebenfalls von der merkwürdigen schwarzen Pest befallen. Sobald Maya die merkwürdigen Gebäude betritt, wird sie in eine Art andere Dimension geworfen und muss sich dort diversen Rätseln stellen.

Es wird schnell klar, dass in Ever Forward nichts so genommen werden sollte, wie es auf den ersten Blick erscheint. Ihr erlebt nach und nach die Erinnerungen des jungen Mädchens, welche euch bis zum großen Finale das Leben mit Maya und ihrer Mutter zeigen. Ich muss zugeben, dass ich manchmal ein wenig gebraucht habe, bis ich verstanden habe, was mir das Spiel mit seinen kafkaesken Szenen zeigen möchte. Das liegt aber weniger an Ever Forward und mehr an mir, da ich scheinbar zu blöd bin, um artistische Entscheidungen zu verstehen.

»Die Rätsel in diesem Spiel sind teilweise ganz schön knackig und verlangen von euch, dass ihr nicht nur um die Ecke denkt.«

Apropos zu blöd: Die Rätsel in diesem Spiel sind teilweise ganz schön knackig und verlangen von euch, dass ihr nicht nur um die Ecke denkt. Nein, ihr müsst ein Mal um den gesamten Block denken. Ihr steuert Maya aus der Perspektive der dritten Person und müsst in nahezu jedem Rätsel dabei den Roundybots entgehen. Hierbei handelt es sich um kleine Roboter, welche einen gewissen Radius im Blickfeld haben. Landet ihr in diesem Blickfeld, werdet ihr direkt wieder an den letzten Speicherpunkt gesetzt.

Vorsichtig und behutsam

Die Speicherpunkte könnt ihr dabei meist selbst auf Knopfdruck platzieren. Jedoch muss man dann auch ein wenig vorsichtig sein. Es ist durchaus möglich, sich den Fortschritt komplett zu verbauen, wenn ihr an einer ungünstigen Stelle speichert. Immerhin dauert nahezu kein Puzzle so lange an, dass man bei einem Reset dann viel Zeit verliert.

Zumindest dann, wenn ihr die Rätsel gelöst bekommt. An manchen Stellen habe ich eine ganze Weile gesessen und rumprobiert, wie denn nun die Lösung sein soll. In Ever Forward müsst ihr nämlich nicht nur den Roundybots ausweichen. Das alleine wäre ja gar kein Problem, in den meisten Fällen. Das Hauptziel ist es immer, eine kleine Kiste ans Ende des Puzzles zu befördern, um dann eine von Mayas Erinnerungen zu sehen.

Hierfür könnt ihr den quadratischen Kasten auch werfen, was durchaus oft getan werden muss. Die Roundybots reagieren nicht nur auf Bewegungen von euch, sondern auch auf Geräusche. Wenn ihr in die Nähe der Roboter kommt, fängt Maya automatisch an zu schleichen. Springt ihr jedoch oder werft einen der Kästen, schauen die Bots sofort in die Richtung des Geräusches.

Die Roboter überlisten

»Die Insel zwischen den Denkeinlagen zu erkunden war ebenfalls interessant, auch wenn es nicht viel zu sehen gibt.«

Um an die Enden der Rätsel zu kommen, müsst ihr also all diese Dinge beachten. In Alarmbereitschaft sind die Bots auch viel empfindlicher gegenüber Geräuschen. An einer Stelle müsst ihr beispielsweise kurz springen, um quasi den Roundybot zu „alarmieren“. Anschließend aktiviert ihr einen Schalter. An einer anderen Stelle fällt dann eine Kiste herab, der Roboter konzentriert sich darauf und ihr könnt an ihm vorbeischleichen.

Im Laufe der doch insgesamt recht kurzen Spielerfahrung kommen noch weitere Mechaniken hinzu. Kleine Aufzüge, Teleporter oder Wände, welche euch und die Kisten bei Berührung vernichten. Eine Gravitations-Mechanik gegen Ende des Spiels gefiel mir grundsätzlich in der Theorie, doch bei der Ausführung haperte es ein bisschen. Oft steht ihr dann nämlich einfach nur herum und wartet auf die Änderung der Perspektive. Gleichzeitig müsst ihr aber mit dem richtigen Timing einen Button aktivieren. Viel Trial and Error an der Stelle und gefühlt hatte dies mit Rätseln nicht viel gemeinsam.

Im Großen und Ganzen haben die Rätsel in Ever Forward durchaus viel Spaß gemacht. Die Insel zwischen den Denkeinlagen zu erkunden war ebenfalls interessant, auch wenn es nicht viel zu sehen gibt. Immerhin könnt ihr auf der Insel kleine Easter Eggs finden, zum Beispiel ein umherlaufendes Eichhörnchen oder ein Boot, mit dem ihr über einen Teich fahren könnt. Findet ihr diese Dinge, erhaltet ihr Blätter. Diese könnt ihr dann in den Rätselpassagen gegen kleine Tipps umtauschen. Manchmal sind diese sehr direkt. An anderen Stellen fragt man sich jedoch: „Wie soll mir das nun helfen?“

Ein idyllisches und schönes Abenteuer

Eines muss man Ever Forward lassen: Es sieht klasse aus. Der Grafikstil ist zwar simpel, aber einfach schön. Die Insel ist wunderschön gestaltet und es macht Spaß, sie zu erkunden. In den Rätsel-Passagen ist alles ziemlich abstrakt, aber es passt und sieht noch immer gut aus. Die Zwischensequenzen, in denen man Mayas Erinnerungen sieht, sind stilistisch ein wenig anders gehalten. Aber dies hat im Zusammenhang mit der Geschichte auch seine Gründe.

Ihr habt die Wahl zwischen einer chinesischen oder einer englischen Sprachausgabe. Ich hatte mich für Letzteres entschieden und war damit auch sehr zufrieden. Die musikalische Untermalung des Spieles ist recht sanft, unterstreicht aber die Atmosphäre der jeweiligen Momente sehr gut.

Ein kurzweiliges Knobel-Abenteuer

Beim Spielen von Ever Forward merkte ich wieder, dass ich einfach zu doof für Puzzle-Spiele bin. Dennoch hat mir der Titel gefallen, auch wenn ein paar Rätsel mir dann doch zu sehr auf Trial and Error ausgelegt waren. Ich hätte gern noch ein wenig mehr über die Welt erfahren, in der Maya lebt, aber dennoch gefiel mir auch die Geschichte des Spiels gut. Wer Lust auf ein kleines Abenteuer hat, in dem die Gehirnzellen mal so richtig in Fahrt kommen, der kann sich Ever Forward mal näher anschauen.

 

Story

Ihr bewegt euch über eine mysteriöse Insel, um die verschiedenen Rätsel zu finden und Mayas Vergangenheit zu erkunden.

Gameplay

Knapp zweistündiges Rätsel-Abenteuer, in dem ihr mit einem kleinen Mädchen Robotern ausweichen und Kisten mit euch rumschleppen müsst.

Grafik

Toller Grafik-Stil, der zwar schlicht, aber schön ist. Teilweise sehr abstrakt, um die Geschichte zu unterstreichen.

Sound

Sehr gute englische Sprachausgabe und idyllische Hintergrundmelodien, welche zur Atmosphäre beitragen.

Sonstiges

Das Spiel kann mit deutschen Texten gespielt werden. Nicht ganz zu empfehlen, da diese teilweise nicht ganz in die Textboxen passen.

Bildmaterial: Ever Forward, PM Studios, Circle Entertainment / Pathea Games

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