SWI Test

Im Test! Skelattack

TitelSkelattack
Japan2. Juni 2020
Konami
Nordamerika2. Juni 2020
Konami
Europa2. Juni 2020
Konami
SystemNintendo Switch, PS4, Xbox One, PC
Getestet fürNintendo Switch
EntwicklerUkuza
GenresPlattformer
Texte
Nordamerika 
Vertonung

Wenn ein Spiel ohne Ankündigung von einem größeren Studio veröffentlicht wird, dann ist das ohnehin schon ungewöhnlich. Doch wenn Konami urplötzlich einen Plattformer mit einem Skelett in die Welt feuert, ohne vorher irgendetwas darüber bekannt gegeben zu haben, dann ist das durchaus interessant und überraschend. Das knackig-schwere Skelattack erschien für alle aktuellen Plattformen und möchte nicht nur durch sein Gameplay überzeugen, sondern auch mit Witz und Charme. Doch ist das gelungen?

Trinkt immer brav eure Milch, für starke Knochen!

SkelattackIn Skelattack übernehmt ihr die Kontrolle über Skully, welcher von seinem besten Kumpel Imber begleitet wird. Bei dieser putzigen Fledermaus handelt es sich jedoch nicht nur um einen nutzlosen Sidekick, doch dazu später mehr. In der Welt von Skelattack leben die Skelette gemeinsam mit anderen Monster-Wesen friedlich in einem Dorf tief unter der Erde. Doch leider finden die Menschen das ziemlich blöd und entführen den Ältesten der Skelette und stehlen zudem die blaue Flamme. Das ist ein Problem, denn ohne diese Flamme kann keine kafkaeske Verwandlung in ein Skelett vorgenommen werden.

Dabei besitzt übrigens jedes Skelett nicht direkt seine Erinnerungen aus seiner Zeit der Lebenden. Unser Protagonist Skully zum Beispiel gelangt im Laufe des Spiels an immer mehr Erinnerungen, die ihn gleichzeitig an seinem eigenen Ich zweifeln lassen. Die Dynamik zwischen Imber und Skully gefiel mir übrigens super, die beiden machen die ganze Zeit diverse Scherze über Skelette und andere Wesen. Generell nimmt sich das Spiel selbst nicht wirklich ernst in seiner Erzählweise und nimmt viele Gelegenheiten für einen guten Gag mit.

Skelattack sieht aus wie ein Metroidvania-Souls-like, ist aber keins

»Während der Hauptfokus auf den Plattforming-Passagen liegt, so trefft ihr in Skelattack auch auf diverse Gegner. Diese sind meist jedoch eher nervig als eine Herausforderung.«

Das Gameplay von Skelattack besteht zu großen Teilen daraus, dass ihr präzise Sprünge machen müsst. Es handelt sich also zu großen Teilen um einen Plattformer, der jedoch unter einem kleinen Problem leidet. In Spielen dieser Art sind Wandsprünge ein wichtiges Mittel für knifflige Passagen. Leider hat man bei Skelattack sich für eine merkwürdige Art und Weise entschieden, wie der Spieler diese durchführt.

In den meisten Spielen müsst ihr, wenn ihr an einer Wand entlang rutscht, in die entgegengesetzte Richtung gedrückt halten und anschließend den Sprungknopf drücken. In Skelattack drückt ihr stattdessen in die Richtung der Wand, an der ihr gerade abspringen wollt, um daran zu rutschen. Wollt ihr abspringen, bewegt einfach den Analog-Stick weg von der Wand. Das mag gar nicht so schlimm klingen, aber es braucht einige Übung, um sich die Gewohnheiten aus anderen Spielen abzugewöhnen. Hinzu kommt, dass dies manchmal dann doch nicht ganz so präzise ist, wie man möchte. Ebenfalls nicht ganz so präzise ist das Fliegen mit Imber, der Skully dann trägt. Die Hitbox der beiden erscheint während des Ausweichens von Stacheln so riesig wie ein Hochhaus und die kleinsten Fehler können fatale Folgen haben.

Immer und immer wieder sterben – kein Problem für ein Skelett

Da ihr in Skelattack sehr präzise Sprünge und Manöver durchführen müsst, da ihr sonst in Stacheln und weiteren Gefahren landet, wirkt das Spiel manchmal knackiger, als es eigentlich ist. Grundsätzlich ist es auch gar nicht so schlimm zu sterben. Die Checkpoints sind großzügig verteilt und ihr könnt schnell wieder ins Geschehen einsteigen. Leider gibt es auch hier ein großes Aber.

SkelattackWenn ihr Gegner bekämpft und Geheimnisse entdeckt, sammelt ihr kleine Kristalle. Diese Kristalle können beispielsweise für HP-Upgrades genutzt werden. Doof nur, wenn ihr andauernd sterbt und dann immer einen gewissen Anteil der gesammelten Kristalle verliert. Bei einem One-Hit-Kill wie Stacheln bringen euch die zusätzlichen Lebenspunkte eh nicht viel. Theoretisch könnt ihr die wertvollen Steinchen an eurem Sterbeort wieder aufsammeln. Oft handelt es sich dabei ja aber nicht zu Unrecht um den Ort eures Verderbens und es passiert schnell, dass ihr noch mehr Kristalle verliert. Ich habe an einer Stelle wirklich hunderte Kristalle verloren, weil man einfach einen nahezu perfekten Sprung hinlegen musste. Das frustriert dann, weil man so die hart erarbeiteten Steinchen verliert und dann doch keine HP-Upgrades kaufen kann.

Kämpfe schwach, wie Knochen von Milch-Verweigerern

»Die 2D-Zeichnungen sind hübsch und manche Gebiete besonders hübsch. Allgemein versprüht der Titel einen gewissen Indie-Spiel-Charme.«

Während der Hauptfokus auf den Plattforming-Passagen liegt, so trefft ihr in Skelattack auch auf diverse Gegner. Diese sind meist jedoch eher nervig als eine Herausforderung. Ich habe mich gelegentlich dabei erwischt, wie ich die Feinde einfach ignorierte und lieber einen Treffer eingesteckt habe, als nun zu kämpfen. Wirklich krasse Fähigkeiten für die Kämpfe lernt man nicht und mega spektakulär sind sie allgemein nicht. Deswegen möchte ich den Titel nicht unbedingt in die Metroidvania-Schublade packen, auch wenn es auf den ersten Blick stark danach aussieht.

Natürlich gibt es aber auch Bosskämpfe. Diese sind dann deutlich herausfordernder, aber visuell nicht immer mega spannend. In einem Kampf müsst ihr beispielsweise einen Jäger und dessen Adler bekämpfen. Das ist knifflig, aber die Animationen in dem Kampf könnten nicht unspektakulärer sein. In einem späteren Kampf beschwört ein Zauberer, der sich ständig hin und her teleportiert, überall kleine Karten und wirft mit Messern. Das sieht dann schon deutlich cooler aus. Schade, dass der Titel es hier nicht schafft, konsistent mit der Qualität der Kämpfe zu sein.

Letztendlich ist Skelattack aber ein charmant anzusehender Titel. Die 2D-Zeichnungen sind hübsch und manche Gebiete besonders hübsch. Während die anfängliche Kanalisation noch recht trist ist, so durchquert ihr später einen Wald und flammende Vulkanhöhlen. Allgemein versprüht der Titel einen gewissen Indie-Spiel-Charme. Der Soundtrack zum Spiel beinhaltet ein paar knackige Songs, aber im Großen und Ganzen ist es nun auch kein extrem umwerfender Kracher.

Super Bone Boy

Mit Skelattack hat Konami scheinbar versucht, das nächste Super Meat Boy auf den Markt zu bringen. Leider klappt das nicht ganz, da die Steuerung dafür einfach nicht optimal genug ist. Auch ist die Länge des Titels nicht unbedingt überragend. Wer jedoch Lust auf ein dennoch unterhaltsames, knackiges, aber manchmal leicht unfaires Abenteuer hat, der kann mit Skelattack eigentlich nicht viel falsch machen.

 

Story

Ihr schlüpft in die nicht mehr vorhandene Haut von Skully und müsst den Ältesten eures Dorfes retten… und anschließend die gesamte Welt der Skelette.

Gameplay

Hardcore-Platforming-Action à la Super Meat Boy, vermischt mit ein bisschen Hollow Knight. Funktioniert leider nicht so gut wie in den beiden Spielen.

Grafik

Charmanter 2D-Zeichenstil mit abwechslungsreichen Gebieten. Die Monster sind deutlich charmanter gezeichnet als die Menschen, was aber irgendwie Sinn ergibt, da die Menschen hier die Bösewichte sind.

Sound

Keine Sprachausgabe, ein guter Soundtrack ohne wirkliche Kracher, an die man sich in zwei Jahren noch bei dem melancholischen Anblick eines Skeletts erinnern würde.

Sonstiges

Eine niedliche Fledermaus ist euer Begleiter und hat irgendwie coolere Fähigkeiten als der Hauptcharakter. Komplett auf Englisch, keine deutschen Texte.

Bildmaterial: Skelattack, Konami / Ukuza

1 Kommentar

  1. Danke für den Test dieses Titels, der mich auch interessiert. Die Sache mit den unfairen Passagen wirkt aber doch sehr abschreckend, genauso wie die suboptimalen Kämpfe.. Wird irgendwann mal dann im Sale geholt.
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