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Im Test! Darksiders Genesis

TitelDarksiders Genesis
Japan5. Dezember 2019 (PC, Stadia)
14. Februar 2020
THQ Nordic
Nordamerika5. Dezember 2019 (PC, Stadia)
14. Februar 2020
THQ Nordic
Europa5. Dezember 2019 (PC, Stadia)
14. Februar 2020
THQ Nordic
SystemPC, Stadia, Nintendo Switch, Xbox One, PlayStation 4
Getestet fürPlayStation 4
EntwicklerAirship Syndicate
GenresHack and Slash, RPG
Texte
Deutschland Nordamerika Japan
VertonungDeutschland Nordamerika Japan

Darksiders Genesis erschien bereits letztes Jahr am 5. Dezember für PCs, wobei sich Konsolenbesitzer bis zum 14. Februar dieses Jahres gedulden mussten. Wir haben diese zweite Veröffentlichung direkt genutzt und die PlayStation-4-Version getestet. Dieser Eintrag der Darksiders-Reihe unterscheidet sich spielerisch von seinen Vorgängern, da es sich nicht mehr um ein Action-Adventure handelt. Stattdessen wird euch hier ein Hack-and-Slash-Spiel aus der Vogelperspektive geliefert. Ob uns der zweite Titel vom Entwickler Airship Syndicate gefallen hat, könnt ihr hier lesen.

Die zwei Reiter der Apokalypse

»Die Handlung spielt vor dem ersten Darksiders-Titel und liefert euch die Vorgeschichte dazu. Man kann Genesis aber auch folgen, wenn man bisher noch keine Berührungspunkte zur Reihe hatte.«

In Darksiders Genesis könnt ihr die apokalyptischen Reiter War und Strife spielen. Dabei wird euch im Einzelspieler-Modus die Möglichkeit geboten, zwischen den beiden Charakteren hin- und herzuwechseln. Ihr könnt jedoch auch zusammen im Koop mit einem weiteren Spieler lokal oder online spielen. Lokal spielt ihr beide dabei im Split-Screen und bekommt fest einen der beiden Charaktere zugewiesen und könnt diesen nicht einfach per Knopfdruck wechseln.

In diesem Spin-off der Reihe werden sowohl War als auch Strife vom Rat dazu beauftragt, den Machenschaften des Dämonen Luzifer nachzugehen, der das Gleichgewicht zu stören droht. Dabei bekommen Spieler erstmals in der Reihe die Chance, Strife zu spielen, der sich vor allem seiner beiden Pistolen im Kampf bedient. War hingegen bleibt bei seinem bekannten Schwert.

Die Handlung spielt vor dem ersten Darksiders und liefert euch somit die Vorgeschichte dazu. Hierbei ist es aber erwähnenswert, dass man der Geschichte auch folgen kann, wenn man bisher noch keine Berührungspunkte zur Reihe hatte. Sie ist relativ in sich geschlossen, wobei am Ende der Wunsch nach mehr aufkommt – der mit dem ersten Spiel gesättigt werden kann.

Comichaft-schön

Die Handlung von Darksiders Genesis wird dabei teilweise in comichaften Zwischensequenzen und teilweise in Unterhaltungen zwischen den Charakteren erzählt. Hier wurden vor allem die verschiedenen Unterhaltungen zwischen Strife und War gelungen geschrieben, da sie die unterschiedlichen Persönlichkeiten der beiden lebendig darstellen.

Im Rahmen dieses Reviews wurde auch die deutsche Version angespielt, die auch über eine dazu passende Synchronisation verfügt. Neben den lebendig geschriebenen Dialogen sind auch die Synchronisationen von Strife und War sehr gelungen und stechen gegenüber ihren dämonischen Feinden auch hervor. Diese hätten im Vergleich etwas mehr Energie vertragen können, da sie teilweise gegensätzlich zu ihrer Erscheinung generisch und weniger mitreißend wirken. Hier ging etwas Potenzial verloren, wobei der Fokus auf die beiden Reiter sinnvoll war und sich definitiv gelohnt hat.

Ein kleiner Kritikpunkt wären ebenfalls die Untertitel bei den Zwischensequenzen, da diese teilweise stark zeitlich verschoben zu dem Gesagten waren. Hier musste ich mich aktiv dazu zwingen, die Untertitel zu ignorieren, da ich sonst verwirrt durch die Verschiebung vom Gesagten und Geschriebenen war.

Schießen und Schlitzen

Neben diversen Plaudereien beschäftigen sich die beiden Reiter die meiste Zeit mit dem Zerschnetzeln von dämonischem Gesindel. Dieses geschieht wie eingangs erwähnt aus der Vogelperspektive und fühlt sich nach einer kleinen Eingewöhnungsphase unterhaltend und belohnend an.

Strife kämpft mit Schusswaffen, die er mit verschiedener Munition ausrüsten kann. Während ihr am Anfang des Spiels wenig Auswahl habt und eventuell dadurch wenig begeistert seid, bekommt ihr in einem angenehmen Tempo regelmäßig neue Spezialmunition, die ihr neben eurer Standardmunition ausrüsten könnt und mit dieser verschiedene Effekte auslösen könnt. Während ihr vom Standardschuss unendlich Munition zur Verfügung habt, müsst ihr mit der Spezialmunition sparsamer umgehen. Zusätzlich dazu kann Strife beim Beschädigen von Gegnern eine Leiste auffüllen, die eure Schüsse für einen kleinen Zeitraum noch stärker macht, wenn sie ganz gefüllt wurde. Das Ressourcenmanagement und Strifes schnelle Spielweise haben bei mir zumindest für viel Spaß gesorgt.

War ist kein Fernkämpfer wie Strife, sondern vergnügt sich mit seinem Schwert im Nahkampf. Er hat keine Munition, um die er sich kümmern muss, kann jedoch im Kampf parieren und sich seiner Zorn-Fähigkeiten bedienen. Auch Strife verfügt über diese, jedoch habe ich mich dabei ertappt, wie ich diese bei War deutlich öfter benutzt habe. Während Strife zwar auch über Nahkampf-Attacken verfügt, sind diese bei War weitaus ausgeprägter und können durch den Kauf von Fähigkeiten weiter ausgebaut werden.

Dämonische Gegner

Die Reiter sind nicht umsonst so gut bewaffnet und wissen, wie mit ihren Waffen umzugehen. Mit ihnen müssen sie sich schließlich gegen Horden von Dämonen wehren.

»Im Rahmen dieses Reviews wurde die deutsche Version angespielt, die über eine passende Synchronisation verfügt.«

Der Kampf gegen diese Dämonen war für mich ganz unterhaltsam. Es besteht eine gute Mischung zwischen stärkeren und schwächeren Exemplaren und ihr lernt schnell, welche euch mehr ärgern als die anderen. Im Verlauf des Spiels fällt auf, dass gewisse Gegner recycelt werden und mit einem Skin mehrfach benutzt werden, jedoch gibt es dennoch genug Varianz für die Spielzeit.

Zusätzlich dazu gibt es ein paar besondere Bosskämpfe, die ein bisschen anders als die gewöhnlichen Kämpfe angegangen werden. Diese erkennt ihr daran, dass sie ein ganzes Kapitel einnehmen und euch mit schönen Zwischensequenzen im Comic-Stil belohnen. Diese Kämpfe haben für eine gelungene Abwechslung gesorgt.

RPG-like?

Dies bringt uns direkt zu den nächsten Punkten: Fähigkeiten und Aufwertungen. Diese sieht man heutzutage ja nicht selten und in Darksiders Genesis sind sie ebenfalls auf ihre Weise vertreten. Nach dem Abschluss einer bestimmten Storymission schaltet ihr eine Händlerin frei, die euch Fähigkeiten für die beiden Reiter der Apokalypse verkauft. Dasselbe gilt auch für einen weiteren Händler, der euch generelle Aufwertungen wie eine Erhöhung der Lebens- oder Zornleiste anbietet.

Zusätzlich zu diesen beiden Möglichkeiten, eure Reiter stärker zu machen, lassen Gegner teilweise sogenannte Kerne fallen, die ihr in einem Baumdiagramm verschiedenen Punkten zuordnen könnt, um gewisse Boni zu bekommen. Ihr bekommt auch kleine Quests aufgetragen, die euch kleine Belohnungen bei Erfüllung geben. Diese finden sich, wie das Kerndiagramm, im Menü.

Diese Aufwertungen wurden natürlich in das Spiel eingebaut, so dass sie sich schnell und angenehm erledigen lassen und euch mit dem Gefühl, etwas erreicht zu haben, zurücklassen.

Das kenn’ ich doch

»Das Schnetzeln der Gegner aus der Vogelperspektive fühlt sich nach einer kleinen Eingewöhnungsphase unterhaltend und belohnend an.«

Um an all diese Fähigkeiten und Aufwertungen zu kommen, reicht es nicht, wenn man sich schnurstracks durch die Story prügelt. Die einzelnen Kapitel lassen sich dazu nämlich mehrmals betreten. Hierzu wird auch seitens der Entwickler geraten, da ihr unter anderem auch Gegenstände findet, mit denen sich umgebungsbedingte Rätsel lösen lassen. Mit diesen Gegenständen lohnt es sich auch teilweise, in ältere Level zu gehen und in diesen nach Geheimnissen zu suchen. In Darksiders Genesis gibt es nämlich allerlei zu sammeln, was euch auch mit verschiedenen Errungenschaften oder den Beschreibungen zu den jeweiligen Kapiteln gezeigt wird. So sind die Sammelwütigen definitiv beschäftigt und wenn ihr euch nichts daraus macht, ist das auch keine Pflicht. Ich habe mich jedoch selbst dabei erwischt, immer mal wieder mich umzuschauen, ob ich nicht etwas auf dem Weg – oder auch etwas abseits davon – finde.

Neben der Möglichkeit zum Sammeln könnt ihr euch auch in den sogenannten Arenakämpfen messen. Die Kapitel dort sind einem Storykapitel zugeordnet und es gilt, zehn Gegnerwellen aus dem entsprechenden Kapitel oder einen Bossgegner zu besiegen. Diese sind schneller vorbei als ein Storykapitel und geben euch eine kleine Möglichkeit zum Grinden, da ihr abhängig von eurer erreichten Punktzahl Zugriff auf verschiedene Belohnungen habt. Ich finde es hier jedoch gut, dass ihr euch alleine mit den Arenakämpfen nicht übermächtig machen könnt, da euch beim Kauf von Gegenständen eine Währung fehlen wird, die es nur in den Storykapiteln zu sammeln gibt.

Noch mehr?

Neben dem Geschnetzel und der Sammelei bekommt ihr Abwechslung durch kleine Rätsel- und Sprungpassagen. Diese wurden hier bereits anhand der Gegenstände angesprochen, mit denen es sich lohnt, in ältere Level reinzuschauen, wenn man alles sammeln will. Auch diese wurden gelungen in den restlichen Spielverlauf eingeflochten und harmonieren mit dem Rest. Hierfür will ich Darksiders Genesis wirklich loben, da ich mich in meinem Spieldurchlauf von etwa 16 Stunden kaum einem der verschiedenen Spielelemente überdrüssig gefühlt habe.

Dennoch muss vor allem bei den Sprungpassagen etwas Kritik geübt werden. Für mich hat sich die Steuerung nicht zu 100% sauber angefühlt, was ich vor allem beim Springen gemerkt habe. Hier war ich nicht wirklich Herrin von Strife und War, weswegen ich teilweise länger an eigentlich simplen Sprungpassagen gesessen habe. Wenn es nicht die Steuerung war, dann hat die Perspektive ihr Übriges getan, da manche Abstände mit dem Auge schwer einzuschätzen waren. Außerdem bin ich teilweise mit Strife oder War in einer Lücke stecken geblieben, aus der ich dann nach einiger Zeit und wildem Klicken herausgekommen bin. Das war zwar störend – und leicht beängstigend, weil ich nicht wusste, ob ich rauskomme – jedoch musste ich deswegen nie das Spiel beenden.

Fazit

Darksiders Genesis hat mich definitiv über meine Spielzeit von 16 Stunden unterhalten, was mich positiv überrascht hat, da ich in dem Genre bisher wenig gespielt habe. Es hat außerdem dazu beigetragen, dass ich wirklich mal die Chance nutzen will, um die ganze Reihe genauer unter die Lupe zu nehmen, vor allem da mich das Genre der Hauptreihe noch mehr anspricht.

Es ist nicht perfekt und hat hier und da kleine Kinderkrankheiten, die das Gesamterlebnis jedoch nicht trüben. Ich kann den Titel definitiv für zwischendurch empfehlen, da er knackig ist, euch jedoch auch mehr in Form von Sammelaufgaben und Highscore-Kämpfen bieten kann, wenn ihr mehr daraus herausholen wollt.

Für mich ist Darksiders Genesis zwar kein Titel, den jeder unbedingt spielen muss und in die Liste möglicher Spiel-des-Jahres-Anwärter rutscht, jedoch ist das auch völlig in Ordnung. Das muss nicht immer der Fall bei einem gelungenen Spiel sein, was Darksiders Genesis mit seiner Abwechslung und seinem Spielspaß aber definitiv ist.

 

Story

Vorgeschichte zum ersten Teil der Darksiders-Reihe. Auch Neueinsteiger können folgen.

Gameplay

Hack and Slay aus der Vogelperspektive. Sehr unterhaltsam und abwechslungsreich durch verschiedene Kampf-, Sammel- und Rätselelemente.

Grafik

Schöner Comicstil in den Zwischensequenzen und den Charakterportraits. Sonst wenig hervorstechend und an Screenshots ersichtlich.

Sound

Im Review nicht erwähnt, weil er nicht sehr hervorsticht, weder positiv noch negativ.

Sonstiges

Koop-Spiel möglich.

Bildmaterial: Darksiders Genesis, THQ Nordic / Airship Syndicate

1 Kommentar

  1. Guter Test!
    War bisher eher skeptisch, da hack and slay nicht so sehr zusagt, wie das Genre der ersten 3 Teile, welche hier liegen habe und auch irgendwann spielen werde.
    Aber nach diesem Tests, werde ich es mir doch irgendwann mal zu Gemüte führen. :)
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