Im Test! Persona 3: Dancing in Moonlight und Persona: 5 Dancing in Starlight

Jetzt in Europa für PS4 und PS Vita erhältlich!
Titel Persona 3: Dancing in Moonlight, Persona: 5 Dancing in Starlight
Japan 24. Mai 2018
Atlus
Nordamerika 4. Dezember 2018
Atlus USA
Europa 4. Dezember 2018
Sega
System PlayStation 4, PlayStation Vita
Getestet für PlayStation 4, PlayStation Vita
Entwickler P Studio
Genres Rhythmusspiel
Texte
Deutschland Nordamerika Japan
Vertonung Nordamerika Japan

Bildmaterial: Persona Dancing, Atlus

Nachdem die Phantom Thieves und der Specialized Extracurricular Execution Squad (SEES) bereits zahlreiche Missionen bewältigt haben, steht einem Spin-off nun nichts mehr im Wege! In Persona 3: Dancing in Moonlight und Persona 5: Dancing in Starlight müssen die beiden Gruppen beweisen, dass sie das Zeug zum Tanzen haben. Das Prinzip ist dabei das Gleiche wie in vielen anderen Rhythmusspielen auch: Man muss zum Takt bestimmte Knöpfe drücken, um einen hohen Highscore zu erzielen.

Während in Persona 5: Dancing in Starlight eher poppige bis teilweise rockige Songs nachgetanzt werden müssen, sind in Persona 3: Dancing in Moonlight, welches wir in diesem Test näher behandeln werden, mehr Bässe und elektronische Klänge wahrzunehmen. Ob der Spin-off eines Kaufes würdig ist und wie sich der SEES und die Phantom Thieves als Tanzriege machen, erfahrt ihr innerhalb der nächsten Zeilen.

Willkommen im Club Velvet

Die Persona-Reihe hat sich unter anderem dadurch ausgezeichnet, eine wirklich ergreifende Story während des Spiels aufzubauen und die Schicksale mehrerer Charaktere zu beleuchten. Doch was in der Hauptreihe so gut geklappt hat, ist in diesem Tanzspiel eher Nebensache. Der plumpe Anfang beginnt damit, dass der SEES in einer völlig fremden Umgebung erwacht. Eine „Frau in Blau“ begrüßt uns, die dem Protagonisten von Persona 3 bekannt vorkommen sollte. Es handelt sich um Elizabeth, kurz Elle-P, die den SEES herzlich im Club Velvet begrüßt.

Persona Dancing

Futaba gefällt es, wenn ihr perfekte Treffer landet!

Der SEES wurde dazu ausgewählt, einen Tanzwettbewerb zu bestreiten, denn Elizabeth hat einen handfesten Streit mit ihrer Schwester, welche ebenfalls ein Tanzteam rekrutiert hat. Nun soll geklärt werden, wer die besseren Tanzmoves aufweist. Natürlich sind nicht alle aus dem SEES begnadete Tänzer, doch Elizabeth versichert ihnen, dass im Club Velvet mit der Kraft der Gedanken alles möglich sein soll. Man braucht sich die Tanzschritte nur vorzustellen und schon macht der Körper, was man von ihm verlangt.

Beim Club Velvet handelt es sich nämlich um einen Traum, die realen Körper des SEES befinden sich in der realen Welt im Tiefschlaf. Sollten die Protagonisten erwachen, würden sie sich an nichts mehr erinnern können und so willigen sie ein, beim Wettstreit mitzumachen. Bei den Phantom Thieves in Persona 5: Dancing in Starlight ist die Geschichte übrigens genau die Gleiche. Alle Mitglieder der Gruppe befinden sich im Schlaf, müssen nun tanzen und sind quasi die Gegenspieler des SEES, wie ihnen die beiden Zwillinge Caroline und Justine erklären.

Das Tanzen steht im Mittelpunkt

Leider war das auch schon alles an Story, was die Persona-Dancing-Games zu bieten haben. Es gibt keinen Storymodus, in welchem ihr Lieder in einer bestimmten Reihenfolge abarbeiten müsst. Vielmehr könnt ihr zwischendurch im Menüpunkt “Social” Dialoge mit anderen Charakteren freischalten, nach denen ihr beispielsweise weitere Kostüme für eure Tänzer erhalten könnt. Während der Dialoge habt ihr die Möglichkeit, zwischen unterschiedlichen Dialogoptionen zu wählen. Somit soll euch vorgegaukelt werden, ihr hättet während der Dialoge ein wenig Entscheidungsfreiheit. Leider sind die meisten Optionen aber absolut identisch und nehmen keinerlei Einfluss auf den Verlauf des weiteren Gesprächs.

»Die Dialoge sind komplett vertont und die Synchronstimmen sind wie maßgeschneidert für die jeweilige Gesprächssituation.«

Während der Dialoge sehen wir die Gesprächspartner in 3D-Optik, doch leider gibt es nur eine Handvoll Animationen, aus deren Repertoire jeder einzelne Charakter passend zur Situation des Gesprächs eine kurze Geste oder entsprechende Mimik ausführt. Eine Ausnahme bilden dabei nur die Protagonisten aus Persona 3 und Persona 5.

Erfreulich ist allerdings, dass in Persona 3: Dancing in Moonlight die originalen Synchronsprecher aus Persona 3 rekrutiert werden konnten. Das gilt ebenso für Persona 5: Dancing in Starlight. Die Dialoge sind komplett vertont und die Synchronstimmen sind wie maßgeschneidert für die jeweilige Gesprächssituation. Hier haben die Sprecher ganze Arbeit geleistet und die sonst eher faden Dialoge werden hierdurch ein wenig aufgepeppt. In manchen Dialogen finden wir sogar Anspielungen auf die Hauptreihe oder auf das andere Tanzteam, welches beispielsweise „eine Katze“ als Tanzmitglied beinhalten soll.

I just wanna dance: Persona Dancing!

Doch in einem Rhythmusspiel liegt selten die Story im Fokus, vielmehr wird sich hier auf das Tanzen konzentriert. Bevor ihr ein Lied zum Tanzen auswählt, könnt ihr eure Charaktere mit witzigen und coolen Kostümen ausstatten. Die Auswahl ist zu Beginn noch beschränkt, doch mit der Zeit schaltet ihr immer mehr Ausrüstungsgegenstände frei, die der Gruppe einen einzigartigen Look verleihen. Nun habt ihr die Qual der Wahl zwischen zahlreichen Songs, die natürlich auch mit der Zeit immer mehr werden. Die Titel können dabei in drei unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden bestritten werden, eine Anzahl von Sternen am unteren Bildschirmrand zeigt euch dabei an, wie schwer der Titel genau zu spielen ist. Im späteren Verlauf kann sogar noch ein vierter Schwierigkeitsgrad freigeschaltet werden.

Am Ende jedes Songs wird euer Rhythmusgefühl bewertet.

Zudem werden euch die BPM (= beats per minute) zu jedem Song angezeigt, die euch einen Hinweis darauf geben, wie schnell ihr in die Tasten hauen müsst. Je mehr Tänze ihr bewältigt, umso mehr Modifikationen schaltet ihr für die Tänze frei. Dies bedeutet, dass ihr euch das Gameplay entweder einfacher oder schwerer machen könnt. Sucht ihr euch Optionen aus, um euch das Spiel zu vereinfachen, verringert sich jedoch eure Punktzahl. Im Gegenteil dafür könnt ihr höhere Highscores erlangen, indem ihr euch diverse Handicaps im Spiel gebt. Highscore-Jäger kommen da also auf ihre Kosten!

Startet ihr einen Song, so werden an den Bildschirmrändern die entsprechenden Tasten von eurem PS4-Controller oder eurer PS Vita angezeigt, die ihr drücken müsst. Von der Bildschirmmitte her fliegen dann bunte Knöpfe an den Bildschirmrand. Ihr müsst dann im richtigen Moment, also wenn der bunte Knopf den Kreis am Rand passiert, drücken, damit ihr einen erfolgreichen Treffer habt. Der Erfolg wird dabei unterschiedlich gemessen, je nachdem, wie viele Millisekunden ihr neben dem Takt drückt.

Bei Perfect und Great könnt ihr eine Kombo aufbauen, doch bei Good oder sogar einem Miss bricht die Kombo ab und ihr erlebt ein kleines Tief für eure Punktzahl. Je höher der Schwierigkeitsgrad, desto mehr Knöpfe müsst ihr treffen. Den Unterschied zwischen den einzelnen Schwierigkeitsgraden merkt man dabei deutlich, sodass man einfach mal diesen erhöhen sollte, falls man eine richtige Herausforderung sucht.

Auf die Technik kommt es an

Doch bereits durch simples Knöpfedrücken entsteht eine spannende Herausforderung. Denn manche Knöpfe, die von der Bildschirmmitte zum Rand geflogen kommen, erfordern besonderes Geschick. Bei manchen erscheint ein langer Balken, bei dem man so lange den entsprechenden Knopf gedrückt halten muss, bis dieser endet. Bei anderen müssen zwei Knöpfe schnell hintereinander oder manchmal sogar zwei verschiedene gleichzeitig gedrückt werden.

Die Social-Funktion ist zwar ganz nett, mehr aber auch nicht.

Ab und an erscheinen auch passend zum Takt blaue Scratch- und bunte Fever-Ringe. Berühren diese die Kreise am Rand, müsst ihr einen der Analogsticks berühren. Während die Scratch-Ringe euch zusätzliche Punkte geben, können die Fever-Ringe zudem ein kurzes Fever-Event auslösen, bei dem ein weiterer Tanzpartner die Bühne betritt und mit euch ein flottes Tänzchen hinlegt. Ein kleiner Tipp: Schaltet in den Optionen ein, auch mit den Schultertasten die Ringe aktivieren zu können. So müsst ihr nicht zwischendurch umgreifen und könnt vor allem auf höheren Schwierigkeitsgraden besser reagieren.

Die Songauswahl in Persona 3: Dancing in Moonlight reicht dabei von eher ruhigen Stücken bis hin zu fetzigen Electrosounds. Die Songs, die ihr in Persona 5: Dancing in Starlight zu hören bekommt, sind stark an Jazz angelehnt und lassen eure Füße stets beim Spielen mitwippen. Viele dieser Lieder dürften Fans aus der Hauptreihe kennen, entweder in der originalen Version oder verwurstet in einem Remix. Manche Songs kommen innerhalb des Spieles auch doppelt vor, eben nur mit einem anderen Remix.

Jedem Song ist anfangs ein bestimmter Tänzer sowie Partnertänzer zugeordnet, der, falls ihr den richtigen Takt trefft, einen Auftritt in eurem Song haben wird. Denn während der Tänze sieht man den Haupttänzer in der Bildschirmmitte zum Takt tanzen. Die Tänze wurden dabei den jeweiligen Charakterzügen angepasst. Während Aigis beispielsweise steife Roboterbewegungen einbringt, legt Mitsuru eine eher geschmeidige Sohle aufs Parkett. Der Hintergrund wechselt von Song zu Song, mal habt ihr einen sonnigen Strand zu fröhlichen Klängen im Hintergrund, mal eine postapokalyptische Welt zu harten Bässen.

»Der Stil ist dabei wie in der Persona-Reihe auch: bunt und schrill. Die Effekte während des Tanzens überschlagen sich dabei und oft ist man überfordert damit, die Knöpfe im richtigen Takt zu sehen.«

Der Stil ist dabei wie in der Persona-Reihe auch: bunt und schrill. Die Effekte während des Tanzens überschlagen sich dabei und oft ist man überfordert damit, die Knöpfe im richtigen Takt zu sehen. Manche Lieder übertreiben es sogar komplett und bieten euch eine Licht- und Lasershow, die farblich passend zu den Knöpfen ist, weshalb ihr oft den einen oder anderen Miss erlebt, weil ihr die Knöpfe einfach nicht deutlich sehen könnt. Würden sich die Knöpfe so manches Mal besser vom Hintergrund abheben, dann würde sich der eine oder andere Fehler vermeiden lassen.

Zudem ist es schade, dass ihr euch, wenn ihr euch auf das Drücken der Knöpfe konzentriert, manchmal gar nichts vom Tanz im Hintergrund mitbekommt. Auf den leichten Schwierigkeitsgraden könnt ihr oft noch zur Bildschirmmitte schielen und die Tanzmoves des Charakters verfolgen, doch oft bleibt dafür einfach keine Zeit übrig. Dies ist besonders bei den Songs schade, bei denen die Charaktere eine aufwendige Choreo zeigen oder bei denen Szenen aus dem Hauptspiel zu sehen sind. Doch keine Sorge, hierfür hat Atlus vorgesorgt, denn mit der Wiederholungsfunktion könnt ihr euch den Tanz einfach nochmal ansehen.

Tanzspaß mit dem SEES und den Phantom Thieves?

»Wie in allen Rhythmusspielen gilt: Übung macht den Meister! Je öfter ihr einen Song spielt, desto besser könnt ihr euch merken, welche Taste an welcher Stelle gedrückt werden muss. Somit müssen es die Persona-Dancing-Games schaffen, den Spieler langfristig zu motivieren. Mit der fetzigen Songauswahl, dem schrillen Effektfeuerwerk, den bunten Kostümen und den bekannten Charakteren aus Persona 3 und Persona 5 gelingt dies auch ganz gut. Allerdings bieten die beiden Titel auch einige überflüssige Funktionen, beispielsweise die Dialoge im Social-Bereich, an dem wirklich nur die Hardcore-Fans ihren Spaß haben werden. Denn dieser trägt weder zur Charakterentwicklung noch zum Aufbau einer wirklichen Story bei.

Somit würde ich die Persona-Dancing-Games nicht unbedingt allen Spielern empfehlen, die auch Gefallen an der Hauptreihe hatten. Von einem JRPG hat das Spin-off nun wirklich nichts, allerdings können Hardcore-Fans, die nicht genug von den Protagonisten bekommen können und die Gefallen an Rhythmusspielen finden, bedenkenlos zugreifen. Das Prinzip macht super viel Spaß und motiviert auch noch über längere Zeit hinweg. Das Besondere an den Persona-Dancing-Games ist zudem der VR-Modus, der allerdings nicht zwingend notwendig ist, um Spaß am Spiel zu haben. So könnt ihr via PlayStation VR auf PlayStation 4 euch die Charakter-Modelle in VR anschauen, leider keine kompletten Tänze. Oder ihr schaut euch die Räume der Protagonisten in VR an, was aber nun auch kein besonderes Highlight ist.

Große Unterschiede zwischen den Versionen für PlayStation 4 und PlayStation Vita gibt es nicht. Eigentlich gar keine, denn grafisch machen die neuen Dancing-Spiele eine tolle Figur auf dem Handheld von Sony. Lediglich die VR-Funktionen der PS4-Version sind logischerweise nicht vorhanden. Wer die Spiele für beide Konsolen besitzt, kann mithilfe der Crossplay-Funktion seinen Spielstand auf beiden Plattformen nutzen. Dies gilt jedoch leider nicht für eure DLC-Inhalte.«

 

Ihr erwacht plötzlich in einem seltsamen Traum und müsst… tanzen.
Drückt die entsprechenden Knöpfe im richtigen Takt, um zum Tanzgott zu werden.
Wie man es von der Persona-Reihe kennt: Ein buntes Effektfeuerwerk, welches das menschliche Auge oft überfordert.
Fette Bässe, sanfte Klänge, poppige Sounds – alles, was das musikalische Herz begehrt, ist hier vorhanden. Sogar die japanische Sprachausgabe!
Im VR-Modus lassen sich die Charaktere noch besser beim Tanzen beobachten. Außerdem gibt es eine komplett deutsche Lokalisierung!