Culture Slot: Die Geschichte vom Hasen im Mond (Tsuki no Usagi) und was Sailor Moon damit zu tun hat

Seid ihr schon im Weihnachtsstress? Eine Geschichte zum Runterkommen.

Titelbild: Vollmond, von Pexels via Pixabay, Zuschnitt als Artikelbild, gemeinfrei unter CC0 1.0

Seid ihr schon im Weihnachtsstress? Hoffentlich nicht. Wenn doch, dann können wir euch vielleicht mit unserem heutigen Culture Slot ein wenig besänftigen. Heute möchten wir euch eine Legende des Landes Japan näher vorstellen. Wie auch in Deutschland gibt es in Japan viele Märchen und Legenden, der Hase im Mond (Tsuki no Usagi) ist wohl eine der bekannteren Geschichten. Doch was steckt hinter dieser Legende? Wenn ihr mehr über diesen Hasen erfahren möchtet, dann lest einfach weiter!

Pareidolie lässt uns Wesen auf dem Mond sehen

„Rabbit in the Moon“ – Na, seht ihr ihn jetzt, den Mondhasen? Vor ihm steht der Mörser zur Zubereitung von Mochi.

Der Hase im Mond, bzw. der Mondhase, ist ein erfundenes Wesen, welches in der japanischen, koreanischen und in der chinesischen Mythologie existiert. In China ist der Mondhase, oft auch als Jadehase bezeichnet, ein Begleiter der Mondgöttin Chang’e. Die japanischen und koreanischen Legenden erzählen jedoch, dass er in einem Mörser Zutaten für einen Reiskuchen (Mochi) vermischt. Nur: Wie kommen die Asiaten auf den Gedanken, einen Hasen im Mond zu sehen?

Betrachtet man den Mond während einer Vollmondnacht, so kann man durch die Pareidolie Gesichter und Figuren auf der Oberfläche des Mondes entdecken. Diese entsteht durch die Vielzahl an Kratern und durch die Reflexion von Licht der verschiedenen Gesteinsarten. Und natürlich durch unsere Vorstellungskraft. Während wir vielleicht ein Gesicht, also den Mann im Mond, erkennen, sehen die Asiaten den Hasen, der vor einem Mörser steht und Reis für die Reiskuchen zermahlt. Diese Figur ist der Mondhase, zu dem es auch eine Geschichte gibt.

Die Geschichte vom Affen, Fuchs und Hasen

So stellte man sich den Mondhasen im 18. Jahrhundert in China vor. Der Jadehase bei der Herstellung des Elixiers der Unsterblichkeit.

Vor einer langen Zeit lebten ein Affe, ein Fuchs und ein Hase in einem fernen Land. Die drei waren durch eine tiefe Freundschaft miteinander verbunden. Eines Tages beschlossen die drei, die Nacht in einem Wald gemeinsam zu verbringen und entfachten daher ein Lagerfeuer. An diesem Abend kam ein alter und erschöpfter Wanderer des Weges, der sie bat, ihm etwas zu Essen zu geben, denn er selbst war schon zu schwach zum Sammeln.

Sogleich rannte der Affe in den Wald und sammelte Nüsse, die er dem Mann gab. Der Fuchs fand Fisch, Reiskuchen und Getränke, die als Opfergaben auf einem Friedhof lagen. Nur der arme Hase konnte nichts finden, also sprang er in das Feuer, um sich selbst zu opfern. Der Wanderer war jedoch kein gewöhnlicher alter Mann, sondern Taishakuten, der Herr des Himmels, der an diesem Abend testen wollte, ob die Tiere, die auf der Erde leben, Barmherzigkeit kennen.

Von der Tat des Hasen war er so gerührt, dass er den Körper des Hasen wiederherstellte und ihn zum Himmel hinaufstiegen ließ, um ihn in seinem Tempel zu begraben. Der Rauch, der bei der Opferung des Hasen erzeugt wurde, stieg dagegen bis zum Mond. Deswegen, so erzählt es die Geschichte, sieht man den Mondhasen auf der Mondoberfläche, damit die Menschen für immer an seine selbstlose Tat erinnert werden.

Von Sailor Moon, Yu-Gi-Oh! und dem Mondfest

Falls ihr in der nächsten Vollmondnacht in den Himmel schaut, werdet ihr nun vielleicht auch den Hasen und seinen Mörser entdecken. In der heutigen Zeit erinnern nicht nur Sailor Moon und Yu-Gi-Oh! an diese Legende. In der Anime-Serie Sailor Moon trägt die Protagonistin den Namen Tsukino Usagi: 月野 うさぎ, Tsukino Usagi = „Mondhase“. Usagi war in ihrem früheren Leben die Tochter der Königin des Mondkönigreichs. In Yu-Gi-Oh! gibt es eine Karte namens Inaba no Shiro Usagi (Weißes Kaninchen Inaba), die an den Mondhasen erinnert.

Auch abseits des Mondhasen hat der Mond in Japan eine besondere Bedeutung. Nicht zuletzt wird dies in dem japanischen Fest zur Ehre des Herbstmondes deutlich, das Tsukimi oder auch Jugoya. Am 15. Tag des achten Monats des traditionellen japanischen Sonnenkalenders, meist im September oder Oktober, wird dieses Fest gefeiert. Bei dieser Gelegenheit wird natürlich auch oft die Legende vom Mondhasen erzählt.

Dieser Artikel wurde ursprünglich im September 2012 veröffentlicht. Autor: Moomba-Miez. Im Rahmen einer Neustrukturierung und Überarbeitung der Website veröffentlichen wir einige alte Artikel erneut. Für die Neuveröffentlichung wurde er leicht überarbeitet und erweitert.

Bildnachweise:

  • Titelbild: Vollmond, von Pexels via Pixabay, Zuschnitt als Artikelbild, gemeinfrei unter CC0 1.0
  • Rabbit in the Moon„, vermutlich von Zeimusu, unverändert, Lizenz: CC BY-SA 3.0
  • Elixier der Unsterblichkeit„, So stellte man sich den Mondhasen im 18. Jahrhundert vor. Ein besticktes kaiserliches Gewand aus China vom Qing-Kaiserhof, reproduziert von Anthony Christie in „Chinese Mythology“, 1983, p. 63, Lizenz: gemeinfrei

Quelle: Wikipedia