Angespielt! Dragon Quest XI: Streiter des Schicksals

Nach 14 Jahren ist Dragon Quest in traditioneller Form zurück auf Konsolen! Wir haben es angespielt - lest hier unser Dragon Quest XI Preview.

Mittlerweile ist es fast 14 Jahre her, dass die beliebte Rollenspiel-Reihe Dragon Quest in ihrer traditionellen Form auf einer Heimkonsole erschienen ist. Nach Dragon Quest VIII: Die Reise des verwunschenen Königs auf PlayStation 2 folgten Ableger für Nintendo DS und im Anschluss das heute noch beliebte Dragon-Quest-MMO für diverse Konsolen. Nach dieser langen Zeit erscheint im September der neuste Teil der Reihe: Dragon Quest XI: Streiter des Schicksals.

Ein traditionelles Offline-RPG, welches sich an all die Fans richtet, die sich nach den vielen modernen Auslegungen und Entwicklungen anderer japanischer Rollenspiele nach früher sehnen. Lest unser nachfolgend Dragon Quest XI Preview!

Westliche Version bekommt Sprachausgabe spendiert

Square Enix hat daher diesen Monat die Presse nach London eingeladen, um einen kleinen Blick auf die lokalisierte Fassung zu werfen. Wir nahmen das für unser Dragon Quest XI Preview gerne wahr. Das Spiel mag zwar in Japan seit einer gewissen Zeit erhältlich sein, doch für den Westen haben sich die Entwickler viele kleine Neuerungen einfallen lassen, um die Spielzeit deutlich angenehmer und die Story dramatischer zu machen.

Der wichtigste Punkt zuerst: die Synchronisation. Es war zunächst ein kleiner Schock, als Dragon Quest XI für die Current-Gen angekündigt wurde und über keinerlei Sprachausgabe verfügte. Die westliche Version bietet nun eine wirklich schöne englische Synchronisation, die bereits in den ersten Minuten des Abenteuers ein Lächeln auf das Gesicht der Spieler zaubern wird. Das ist nicht die einzige Neuerung gegenüber dem japanischen Original, das schon seit Sommer 2017 erhältlich ist. Neu sind auch die „Drakonischen Spielregeln“. Dieser Modus ist extra für Spieler, die es anspruchsvoller mögen.

Dragon Quest XI Preview

Obwohl der Release schon eine gewisse Zeit her ist, so weiß die Optik immer noch zu beeindrucken. Welt und Charaktere verzaubern förmlich.

Tradition wird großgeschrieben

Speziell der Bürgermeister von Cobblestone, der Heimatstadt des Helden, ist für den einen oder anderen Lacher gut. Hier startet nun auch die Demo, die aus zwei Teilen besteht. In Cobblestone verabschiedet man sich als stummer Protagonist von Familie und Freunden und macht sich auf in das Königreich Heliodor. Der Grund für diese Reise: Eine mysteriöse Kraft ist im Helden erwacht, welche das Schicksal der Welt bestimmen wird. Wie auch beim Gameplay setzt man in Sachen Story auf pure Tradition. Ein kleines Dorf im Grünen, ein stummer Protagonist, dessen Eltern unbekannt sind, und eine mysteriöse Kraft, die ihm helfen wird gegen das Böse zu kämpfen. Nichtsdestotrotz beleben bereits in den ersten paar Minuten sympathische Nebencharaktere den Plot und es wartet sogar eine große Überraschung im Königspalast von Heliodor, die hier natürlich nicht verraten wird.

Der zweite Teil der Demo spielt ein wenig später in der Wüstenstadt Gallopolis. Wie der Name bereits erahnen lässt, hat das kleine Städtchen etwas mit Pferden zu tun. Hier ist der Held auch nicht mehr auf sich allein gestellt. Mit einer wirklich klassischen Mischung aus japanischen Stereotypen macht sich der Held auf, um ein Objekt in seinen Besitz zu bringen. Da die Demos nur Ausschnitte aus dem fertigen Spiel sind, fehlt hier natürlich ein wenig Kontext. Doch die Gruppendynamik stimmt, die Nebencharaktere sind einmal mehr charmant und vor allem witzig. Dank der Inszenierung und der Synchronisation hat jede Zwischensequenz sehr viel Spaß gemacht. Das gilt besonders für die, in denen der Prinz von Gallopolis die Hauptrolle spielt. Nach einer Zirkus-Darbietung und einem spannenden Pferderennen war es auch schon Zeit für den letzten Kampf der Demo.

Dragon Quest XI Preview

Selbst nach einer Stunde konnten die lustigen Nebencharaktere komplett überzeugen. Besonders der Humor trifft ins Schwarze.

Alles schreit nach „Dragon Quest“

Wirklich alles an diesem Spiel schreit nach Dragon Quest. Das einzigartige Design von Akira Toriyama, die knallbunte Welt und der treibende Soundtrack von Koichi Sugiyama. 30 Jahre Dragon Quest und das Gefühl, das man beim Betrachten des Bildschirmes hat, ist immer noch dasselbe. Nur, dass die Optik an die heutige Zeit angepasst wurde. Auch wenn das Spiel bereits im letzten Jahr in Japan erschienen ist, so zählt Dragon Quest XI: Streiter des Schicksals zu den schönsten japanischen Rollenspielen überhaupt.

Die bunte Optik und der leicht comichaft angehauchte Stil sind absolut zeitlos und beeindrucken heute genauso sehr wie noch vor einem Jahr. Die Umgebungen strotzen vor Leben und Details und auch das Monster-Design weiß zu überzeugen. Bei vielen der Designs handelt es sich um altbekannte Gegner der Dragon-Quest-Reihe, aber auch neue Feinde feiern Premiere. Auch die großen Städte sind voller Leben und bieten überraschenderweise auch ein großes Maß an Vertikalität. So kann man von Dach zu Dach springen und so geheime Orte und Lösungen für Nebenaufgaben finden.

Ein klassisches, rundenbasiertes Kampfsystem

In Sachen Kampfsystem steht die Tradition auch absolut im Vordergrund. Es handelt sich um das klassische Combat-Time-Battle-System. Rundenbasierte Kämpfe in einem separaten Kampfbildschirm, bei denen keine Zeit abläuft und man sich seine Strategie so lange überlegen kann wie man will. Hinzu kommen die bekannten Rollen der Kämpfer. Es gibt unter anderem Schwertkämpfer, Magier und Heiler, die richtig eingesetzt werden müssen, um in den härteren Kämpfen zu bestehen.

Doch auch hier hat man sich eine kleine Modernisierung überlegt. Der Spieler kann jeden einzelnen Charakter selbst steuern und sich sogar in den Kampfbildschirmen frei bewegen. Oder die KI übernimmt einen beziehungsweise mehrere Charaktere. So können Kämpfe voll automatisiert stattfinden, was besonders bei den schwächeren Gegnern nützlich ist. Hinzu kommt noch ein sogenannter „Classic Camera Mode“. Hat man diesen Modus aktiviert, stehen die Charaktere in einer festen Reihe vor den Gegnern und die Kamera schwingt von selbst in die beste Position.

Die Neuerungen für den Westen, allen voran die Synchronisation, sind die beste Entschuldigung für die lange Lokalisations-Zeit.

Hat man genügend Kämpfe für sich entscheiden, steigen die Charaktere selbstverständlich im Level. Neben den bekannten Status-Verbesserungen bietet das Spiel noch ein System, welches ein wenig an das Lizenzbrett aus Final Fantasy XII erinnert. Mit jedem Level erhält man Punkte, die sich auf dem Brett verteilen lassen. Dabei beginnt man in der Mitte und kann sich nach außen vorarbeiten. Hier können die Charaktere unter anderem neue Angriffe, Techniken und Zaubersprüche erlernen. Dabei ist das Brett in vier Teile gegliedert, wobei jeder Teil sich auf einen unterschiedlichen Aspekt konzentriert.

Spagat zwischen Tradition und Moderne

Es ist der Spagat zwischen Tradition und Moderne, der Dragon Quest XI: Streiter des Schicksals zu einem ganz besonderen Spiel macht. Einerseits ist es das Paradebeispiel eines japanischen Rollenspieles des 20. Jahrhunderts, aber andererseits hat man dem Spieler genug Freiheiten und Modernisierungen geboten, damit es sich auch frisch anfühlt. Sound und Optik passen wunderbar dazu und versprühen ebenfalls einen unendlich großen nostalgischen Charme, sind jedoch topmodern. Nach etwa zwei Stunden mit dem Spiel kann ich es kaum erwarten, wieder in diese Welt einzutauchen.

Dragon Quest XI: Streiter des Schicksals wird ab dem 4. September 2018 für PlayStation 4 und Steam erhältlich sein. Habt ihr schon nach unserem Dragon Quest XI Preview genug gehört? Dann könnt ihr euch Dragon Quest XI bei Amazon vorbestellen*. Die Day One Edition bietet einige zusätzliche herunterladbare Inhalte.

Das Eröffnungsvideo zu Dragon Quest XI: