Die erfahrenen Square-Enix-Veteranen Yoshinori Kitase, Hiromichi Tanaka und Koichi Ishii – bekannt für ihre Arbeit an den Reihen Final Fantasy und Mana – wurden kürzlich von der japanischen Zeitschrift Famitsu anlässlich des 35-jährigen Jubiläums der Mana-Reihe interviewt.
Dabei sprachen sie ausführlich darüber, wie die Entwicklung von Videospielen früher aussah, wie sie heute aussieht und wie sie sich künftig verändern könnte. Na klar, da geht es auch um KI. Tanaka ist sich in einem Punkt sicher: In naher Zukunft werde es „ganz sicher darauf ankommen, wie gut man den Umgang mit KI beherrscht“.
KI wird zunehmend zum Alltag der Entwicklung gehören
Kitase teilt diese Einschätzung: KI werde zunehmend zum Alltag der Entwicklung von Games gehören. Entwickler müssten jedoch sorgfältig überlegen, wie sie die Technologie einsetzten. Tanaka verwies dabei insbesondere auf urheberrechtliche Fragen bei der Erstellung KI-generierter Grafiken.
In der Programmierung seien bereits deutliche Veränderungen zu beobachten, erklärte er: Indie-Entwickler setzten die Technologie effektiv ein. Tanaka erwarte deshalb, dass die Zahl der Indie-Spiele steige. Er fügt hinzu: „“Große Spieleunternehmen müssen ihre Entwicklungsmethoden überdenken, damit sie nicht von dieser Welle überrollt werden.“
Dank etablierter Engines wie Unreal Engine und Unity ist die Spieleentwicklung bereits deutlich zugänglicher geworden. „Wenn dann noch die Unterstützung neuer Werkzeuge und Technologien hinzukommt, können selbst Menschen mit wenig Erfahrung leichter Spiele entwickeln“, sagte Kitase. Diese größere Zugänglichkeit sei eine bedeutende Veränderung – insbesondere, weil unerfahrene Entwickler dadurch praktische Erfahrung sammeln und ein Spiel bis zur Fertigstellung begleiten könnten.
Menschliche Kreativität bleibt unverzichtbar
Menschliche Kreativität werde jedoch unverzichtbar bleiben, besonders zu Beginn des Entwicklungsprozesses. „Menschen müssen beim ersten Schritt dabei sein: aus Null Eins zu machen. Daran wird sich nie etwas ändern“, sagte Kitase. Damit spielte er auf Ishii an, den er zuvor im Interview dafür gelobt hatte, bei der Entwicklung der Mana-Spiele „aus Null Eins zu machen“. Dieser Prozess sei zeitaufwendig und erfordere echte Inspiration und originelle Ideen.
Tanaka stimmte Kitase zu und meinte, die Branche werde künftig noch stärker zu einem „Wettbewerb der Ideen“. Kitase ergänzte, KI und Game-Engines könnten dabei helfen, die Entwicklung effizienter zu gestalten: „Wenn wir beim Schritt von Eins zu Hundert die Effizienz steigern können, indem wir die traditionelle Arbeit von Menschen durch KI und Game-Engines ergänzen, können sich die Menschen meiner Meinung nach stärker auf den ersten Schritt konzentrieren: aus Null Eins zu machen.“
Ishii zeigte sich begeistert davon, dass KI die Entwicklung von Prototypen beschleunigen und Entwicklern mehr Zeit geben könne, ihre Ideen zu testen und zu verfeinern. Zugleich warnte er davor, der KI den kreativen Prozess zu überlassen. Ihm zufolge müssten Menschen weiterhin sowohl für den Anfang als auch für das Ende der Entwicklung verantwortlich sein: „Wenn die KI alles allein erledigt, ist das Ergebnis vielleicht ausgefeilt, kann sich aber so anfühlen, als fehle ihm menschliche Wärme.“
via Automaton Media, Bildmaterial: Trials of Mana, Square Enix

Im Prinzip das was ich die meisten normalen Menschen von Anfang an dachten.
Es gibt halt Leute (Führungsetage) die gerne KI ohne Sinn und Verstand pushen wollen und sich davon Luftschlösser erhoffen. Auf der anderen Seite gibt es die KI-Hasser Fraktion die uns auch nicht weiter bringen. Und natürlich Abstufungen.
Heißt nicht, dass man die Probleme und offnenen Fragen von KI vom Tisch wischen sollte.
Es ergibt sich halt nur das Problem, wer noch die mit KI-Unterstützung erstellten Games kaufen soll, wenn a) die Hardware immer teurer und teurer wird und b) durch KI immer mehr Jobs wegrationalisiert werden.
Weiterführend zu a: angeblich sollen alleine die Materialkosten der PS6 inzwischen 1000 $ betragen, ohne Forschung und Entwicklung, Vertrieb an den Großhandel (der ja dank des Mango Moron im Oval Office und seinem Irankrieg immer teurer wird), Cut an den Einzelhandel, Marketing und Mehrwertsteuer. Wenn man das alles draufrechnet... schätze ich dass wir bei 1300 € UVP landen hier in Deutschland.
Weiterführend zu b: erst diese Woche gab es z. B. die Meldung, dass Microsoft 60.000 Stellen streichen will. Zwar über Abfindungen, aber... der Weg ist klar.