Capcom ist einer der wenigen Entwickler, die noch eine eigene Engine nutzen – mit gemischten Ergebnissen. Bei Resident Evil funktioniert der Ansatz ausgezeichnet, Monster Hunter Wilds hatte jedoch erheblich mit der Technik zu kämpfen.
Jetzt möchte man die hauseigene RE Engine schrittweise verbessern und in eine „AI-Generation Game Engine“ verwandeln. Das gab Capcom am 2. Oktober auf der Technologiekonferenz Capcom Open Conference RE: 2026 bekannt.
Besonders eindrucksvoll war ein Vortrag des Programmierers Satoshi Ishida mit dem Titel „The Outlook and Future of the REX Project, Further Evolving the RE Engine for the Next Generation“. Demnach soll die Engine in mehreren Stufen verbessert und auf die nächste Konsolengeneration vorbereitet werden.
Das Projekt trägt intern den Namen REX. Ishida nennt drei zentrale Herausforderungen: Heutige Videospiele sind so umfangreich, dass ihre Entwicklung sehr viel Zeit in Anspruch nimmt. Daraus ergibt sich das zweite Problem: Die gestiegene Zahl an Mitarbeitenden muss alle mit der Engine vertraut sein. Drittens sei die Integration von KI-Technologie in die Entwicklungsworkflows zentral für einen reibungslosen Ablauf und eine effizientere Entwicklung.
Drei Herausforderungen
Der Bericht der japanischen Seite GameBiz (via IGN) bestätigt, dass REX diese Probleme vor allem durch Verbesserungen der Effizienz der Spieleentwicklung, der Spielleistung, der Tools und der Qualitätssicherung lösen soll. Capcom möchte vermeiden, aufwendig eine völlig neue Engine zu entwickeln. Stattdessen werden Teile der RE Engine sowie deren neue Verbesserungen als Open Source veröffentlicht. Sie sollen sowohl für Menschen als auch für KI leicht verständlich sein.
Das bedeutet allerdings nicht, dass KI in der Engine zur Erstellung von Assets eingesetzt wird. Dieser im März öffentlich kommunizierte Standpunkt scheint also weiterhin zu gelten. Gleichzeitig erklärte Capcom damals: „Allerdings planen wir, sie aktiv als unterstützende Technologie einzusetzen, um die Effizienz und Produktivität des Spieleentwicklungsprozesses zu verbessern. Zu diesem Zweck prüfen wir derzeit Möglichkeiten, sie in verschiedenen Bereichen einzusetzen, darunter Grafik, Sound und Programmierung.“
Für Capcom war 2026 ein gutes Jahr mit einem starken Output: Resident Evil Requiem, Pragmata und Onimusha: Way of the Sword wurden von der Kritik gefeiert. Dazu kommen zwei Verfilmungen: Zach Creggers Resident Evil und Legendarys Street-Fighter-Film, der am 16. Oktober 2026 in die Kinos kommt. Daher wird es spannend zu sehen sein, was Capcom für die nächste Konsolengeneration anzubieten hat.

0 Kommentare