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Im Test! Dynasty Warriors 3: Remastered führt euch an die Wiege des Musou-Gameplays

Titel Dynasty Warriors 3: Complete Edition Remastered
Japan 01. Oktober 2026
KOEI TECMO GAMES CO., LTD.
Nordamerika 01. Oktober 2026
KOEI TECMO GAMES CO., LTD.
Europa 01. Oktober 2026
KOEI TECMO GAMES CO., LTD.
System PlayStation 5, Xbox Series, Nintendo Switch 2, PC
Getestet für PC (Steam)
Versionsnummer 24984920 (Build-ID)
Entwickler KOEI TECMO GAMES CO., LTD.
Genres Musou
Texte
Deutschland Nordamerika Japan
Vertonung Nordamerika Japan

Dass ein Dynasty-Warriors-Spiel einmal in meinen persönlichen Top 3 des Jahres landen würde, hätte ich lange Zeit nicht für möglich gehalten. Dynasty Warriors: Origins hat es 2025 jedoch tatsächlich geschafft, mich mit seinem dynamischen Kampfsystem, den gewaltigen Schlachten und seinem Suchtfaktor absolut zu begeistern. Daher war ich auf Dynasty Warriors 3: Complete Edition Remastered natürlich sehr gespannt, auch wenn ich das Original von 2001 selbst nie gespielt habe.

Ich bin erst etwas später zur wohl beliebtesten Musou-Reihe gestoßen, aber der Einfluss von Dynasty Warriors 3 soll mit Abstand am prägendsten gewesen sein. Daher wollte ich nach dem großartigen Origins unbedingt wissen, wie sich einer DER Klassiker der Reihe heute spielt. Kann mich die großzügig überarbeitete Fassung genauso mitreißen wie der neueste Teil? Oder zeigen sich trotz neuer Technik und zusätzlicher Mechaniken noch immer die PlayStation-2-Wurzeln?

Mal was anderes?

Die Handlung von Dynasty Warriors 3 folgt dem mittlerweile zum dutzendsten Mal durchgekauten Three-Kingdoms-Epos. Drei große Fraktionen kämpfen mit ihren eigenen Helden, Motivationen und Intrigen um die Vorherrschaft in China. Der sogenannte Musou-Modus erzählt dabei die Geschichten der einzelnen Offiziere in den typischen kurzen Sequenzen zwischen den einzelnen Missionen.

Trotz der vielen Filmchen und der zusätzlichen Szenarien aus der Xtreme-Legends-Erweiterung bildet sich dennoch kein so richtig rundes Bild. Hier zeigt sich nämlich das Alter des Originals am stärksten. Immerhin ist es schon 25 Jahre alt und stammt aus den Anfängen der PlayStation-2-Ära. Daher fehlt es der Handlung an Tiefgang, Kohärenz und einem passenden Ton.

Hilfreich ist auch nicht, dass diese Geschichte in der Zwischenzeit von dutzenden Spielen deutlich besser erzählt wurde. Fans des Originals werden den nostalgischen Charme aber trotzdem zu schätzen wissen, denn hier geht es weniger um Pathos als um eine ordentliche Menge Humor. Die fast ausschließlich unfreiwillig komische englische Synchronisation sorgt für viel Spaß und oft auch für lautes Aufschreien. Da ich das Original nicht kannte, war das wohl die größte Überraschung für mich.

Jedes Mal, wenn ein neuer Charakter vorgestellt wurde oder das Schlachtfeld verließ, gab es eine kurze Sequenz, die von den Sprechern mit vollem Elan vorgetragen wurde und immer für einen Lacher gut war. Das Remaster bietet natürlich auch die originale japanische und die thematisch passende chinesische Synchronisation zur Auswahl. Die unfreiwillig humorvolle Vertonung aus den frühen 2000er-Jahren ist mittlerweile jedoch Gold wert, und darauf sollte man keinesfalls verzichten.

Unreale Engine

Eine optische Auffrischungskur gehört zu einem Remaster natürlich dazu. In diesem Fall wurde das Spiel vollständig in der Unreal Engine 5 überarbeitet. Matschige Texturen, Kantenflimmern und detailarme Charaktermodelle gehören somit der Vergangenheit an. Es ist durchaus beeindruckend, was das Team aus dem Grundgerüst von 2001 gemacht hat.

Technisch sind alle modernen Spielereien mit dabei. 4K-Auflösung, HDR-Unterstützung und die Kompatibilität mit Ultrawide-Monitoren gehören zum Gesamtpaket. Partikeleffekte, Schattenwurf und Beleuchtung befinden sich auf einem guten Niveau. Doch wie so oft bei rein optisch überarbeiteten Spielen lässt sich das Alter des Originals trotz aller modernen Technik nicht vollständig verbergen.

Das zeigt sich besonders beim eher kargen Design der großflächigen Schlachtfelder, bei den Kanonenfutter-Gegnern und den Animationen. Trotz der optischen Überarbeitung und vieler kleiner Neuerungen vergisst man zu keiner Zeit, dass es sich hier im Kern um ein PlayStation-2-Spiel handelt. Das wird im direkten Vergleich mit dem erwartungsgemäß in nahezu allen Belangen stärkeren Dynasty Warriors: Origins besonders deutlich.

Dadurch fällt es mir sehr schwer, Dynasty Warriors 3: Complete Edition Remastered denjenigen zu empfehlen, die bislang nur wenige Berührungspunkte mit der Musou-Reihe hatten.

Clunky

Das Gameplay ist leider ebenfalls ein großer Schwachpunkt des Remasters. Trotz aller Modernisierungen fühlt es sich überraschend schwerfällig an. Die Bewegungen wirken träge, die Kamera hängt manchmal hinterher und die Kollisionen zwischen und mit den Hunderten von Gegnern führen zu seltsamen Physikmomenten. Wirklich viel Abwechslung bietet letztlich nur der Charakterwechsel, denn die einzelnen Movesets der Charaktere halten sich stark in Grenzen und sorgen für ein ziemlich repetitives Spielgefühl.

Trotz neu eingebauter Mechaniken wie der Möglichkeit, gegnerischen Angriffen auszuweichen oder sie zu parieren, gelingt es dem Spiel nicht, dieselbe Dynamik aufzubauen wie das moderne Dynasty Warriors: Origins. Auch Konter, die im perfekten Timing nach diesen Mechaniken ausgeführt werden können, ändern daran nur wenig. Das ist zwar nicht überraschend, kratzt aber dennoch am Spielspaß.

Selbst die als Kanonenfutter dienenden Gegnerhorden verfügen über überraschend viel Lebensenergie und eine durchaus aggressive KI. Hier ist so viel mehr Arbeit nötig, tausende Gegner niederzumetzeln, als in den nachfolgenden Spielen.

Nach etwas Recherche war ich ziemlich überrascht, dass das Original sogar noch einen höheren Schwierigkeitsgrad bot. Erst nachdem sich mein Gehirn an die klobigere Mechanik gewöhnt und ich meine Prioritäten stärker auf das Besiegen der Offiziere und der übermächtigen Bogenschützen gelegt hatte, konnte ich die Missionen beenden, ohne den Game-over-Bildschirm zu sehen. Kaum zu glauben, dass ich das bei einem Musou-Spiel einmal erleben würde.

Waffen ahoi

Eine durchaus sinnvolle neue Mechanik ist das Waffensynthese-System. Im Lagermenü zwischen den einzelnen Missionen kann man nun schwächere Waffen verwenden, um deren Elementarattribute und Fähigkeiten auf eine andere Waffe zu übertragen. Dadurch freut man sich über jede neue Waffe, die man auf dem Schlachtfeld findet, selbst wenn die aktuell ausgerüstete Waffe eigentlich stärker ist. Das hält die Motivation hoch, die Areale zu erkunden und Gegner zu besiegen. Auch wenn das Zeitlimit hier für etwas Stress sorgt.

Um den Puristen jedoch nicht auf die Füße zu treten, bietet Dynasty Warriors 3: Complete Edition Remastered die Möglichkeit, all diese Features einzeln an- und auszuschalten. So kann man das Spielerlebnis ganz individuell an die eigenen Vorlieben anpassen. Wer es einfach und klassisch mag, wählt den Classic-Modus und darf das Original in all seiner klobigen, aber nostalgischen Pracht erleben.

Ich persönlich halte alle Modernisierungen für sinnvoll, da sie für ein deutlich runderes Spielerlebnis sorgen.

Das ist extrem

Wie bereits angedeutet, vereint das Remaster das Basisspiel mit der Xtreme-Legends-Erweiterung. Das bedeutet: über 40 spielbare Offiziere, darunter absolute Fanlieblinge wie Lu Bu und Yuan Shao. Neben dem Story- beziehungsweise Musou-Modus erlaubt der Free Mode, beliebige Offiziere in verschiedenen Szenarien einzusetzen. Dadurch sind auch hypothetische Konstellationen möglich, die im Original noch nicht zur Verfügung standen.

Dazu kommen Klassiker wie der Challenge Mode, Time Attack, der Versus Mode und Assault. Besonders überrascht hat mich die Tatsache, dass das Spiel einen lokalen Koop-Multiplayer bietet. Das ist heutzutage leider eine absolute Seltenheit. Hier kann man sich bei einem 25 Jahre alten Spiel noch immer mit Freunden und Familie auf die Couch setzen, gemeinsam kleine Horden von Feinden oder sich gegenseitig niedermetzeln. Stark!

Fans wird’s freuen

Dynasty Warriors 3: Complete Edition Remastered bietet als Gesamtpaket für 29,99 Euro einen ordentlichen Umfang. Über 40 Offiziere können im Musou-, Free-, Challenge- und Versus-Modus sowie im Splitscreen-Koop eingesetzt werden. Dazu kommen Classic- und Normal-Einstellungen, die Waffensynthese und sämtliche Szenarien. Das Paket richtet sich allerdings eher an Spieler, die das Original bereits kennen. Die altbackenen Menüs, die teils hakeligen Animationen und die fehlende Dynamik haben definitiv das Potenzial, Musou-Neulinge abzuschrecken.

Zum Schluss noch ein paar Worte zur Performance. Eigentlich sollte ein Remaster eines so alten Spiels auf aktuellen Plattformen keinerlei Schwierigkeiten bereiten. Doch diverse Bugs, etwa verschwindende Gegner oder fehlende Audiodateien, sowie eine nicht immer flüssige Performance sorgen für einen etwas getrübten Gesamteindruck.

Auf meinem geliebten Steam Deck läuft das Spiel beispielsweise maximal mit 40 FPS bei mittleren bis niedrigen Grafikeinstellungen. Für ein solches Remaster ist das eine ziemlich schwache Performance. Die Unreal Engine 5 dürfte daran nicht ganz unschuldig sein, da ihr Ruf auch hier mal wieder vorauseilt.

Alte Liebe

Dynasty Warriors 3: Complete Edition Remastered schafft den Sprung in die Moderne, allerdings nur mit einem halben Bein. Die überarbeitete Optik ist eine klare Verbesserung und auch Modernisierungen wie Ausweichen, Parieren, Konter und Waffensynthese fügen sich sinnvoll in das über 25 Jahre alte Spielprinzip ein. Trotzdem bricht das klobige Original an nahezu allen Ecken und Kanten durch.

Das zeigt sich in der unfreiwillig komischen Synchronisation ebenso wie in den detailarmen Umgebungen, den veralteten Animationen und der fehlenden Dynamik auf den Schlachtfeldern. Selbst die technische Überarbeitung kann nicht vollständig kaschieren, dass sich viele Elemente noch immer nach einem Spiel aus der frühen PlayStation-2-Ära anfühlen. Das Remaster sieht moderner aus, spielt sich aber eben nur bedingt moderner.

Besonders deutlich wird das im direkten Vergleich mit Dynasty Warriors: Origins. Koei Tecmos jüngster Serienteil ist, zur Überraschung von absolut niemandem, in praktisch allen Belangen überlegen. Vom Kampfsystem über die Inszenierung bis hin zur technischen Performance. Origins wirkt wuchtiger, dynamischer und deutlich zeitgemäßer, während das Remaster trotz seiner Verbesserungen häufig wie ein Relikt mit neuer Fassade wirkt.

Damit richtet sich Dynasty Warriors 3: Complete Edition Remastered vor allem an eingefleischte Fans, die noch einmal zu den Wurzeln der Reihe zurückkehren möchten, sowie an Spieler mit einer besonderen Vorliebe für klassische Musou-Titel. Für diese Zielgruppe ist das Gesamtpaket ein wirklich schönes Geschenk, mit dem man viele Stunden Spaß haben kann.

 

Story

Bekanntes Three-Kingdoms-Epos mit wenig Tiefgang, aber viel nostalgischem Charme und herrlich unfreiwillig komischer englischer Synchronisation.

Gameplay

Für die moderne Zeit klobiges, undynamisches, mittlerweile schwerfälliges Musou-Gameplay, jedoch mit sinnvollen Modernisierungen wie Parieren, Kontern und Waffensynthese.

Grafik

Deutlich aufgehübschte Optik dank Unreal Engine 5, die PlayStation-2-Wurzeln lassen sich bei den veralteten Animationen und Level-Designs aber nie leugnen.

Sound

Soundeffekte und Soundtrack passen zum aufgehübschten, jedoch unverkennbar Dekaden-alten Spiel. Die gute japanische und chinesische Vertonung sollte aber nicht der humorvollen überdrehten englischen Synchronisation vorgezogen werden.

Sonstiges

Sonstiges: Großer Umfang mit über 40 Offizieren, zahlreichen Modi, allen Xtreme-Legends-Inhalten und lokalem Koop. Beeindruckend. Kleinere Bugs und die schwächere Performance trüben das Gesamtbild. Deutsche Texte waren anscheinend leider auch nicht im Budget.

Bildmaterial: Dynasty Warriors 3: Complete Edition Remastered, Koei Tecmo, Omega Force

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