Die Technik-Experten von Digital Foundry haben es sich nicht nehmen lassen, sich die aktuellen „RenderDX“-DLSS-5-Mods mal genauer anzusehen. Bereits in der Vergangenheit waren sie beeindruckt von der modernen KI‑Technik. Manchmal sogar vielleicht etwas zu sehr, wie man an ihrem Video Anfang des Jahres sah, in dem sie zugaben, dass die Berichterstattung vielleicht etwas verfrüht war.
Diesmal nahmen sie einen differenzierteren Blick auf die Technik. Sie stehen der Technik immer noch ziemlich positiv gegenüber. Eine große Ausnahme gibt es allerdings – und das sind stilisierte Gesichter, oft im Anime-Stil.
Stärke in Umgebungsbeleuchtung und Schattenwürfen
Die Stärke sieht Digital Foundry vor allem bei der Beleuchtung der Umgebung und findet dafür auch sofort ein Paradebeispiel mit Forza Horizon 6. Die Umgebungsbeleuchtung an Gebäuden fällt in diesem Spiel komplett aus, da die Hardwareleistung aktuell nicht für die detaillierten Schattenberechnungen ausreicht.
DLSS 5 in Forza Horizon 5
DLSS 5 verbessert in Forza Horizon 6 vor allem Okklusions-/Auflageschatten an Gebäuden, Vegetation und Fahrzeugen, ohne den Art-Style stark zu verfälschen. Die realistisch gestaltete, japanische Welt wirkt so noch realistischer, weil vorher fehlende Schattendetails nachträglich berechnet werden. Die Objekte wirken so oft weniger flach, erklärt man ab ca. 8:20 im unten stehenden Video.
Auch in anderen Titeln sieht Digital Foundry positive Verbesserungen: In Monster Hunter Rise zeigen sich teils sinnvolle Verbesserungen, aber es scheiden sich die Meinungen. Hier kommt es offenbar stark auf die persönliche Präferenz an, ob man die neuen Schattenwürfe in den Gesichtern mag oder nicht (ab ca. 12:00) – manch einer bevorzugt die flach wirkenden Gesichter ohne realistische Schatten.
DLSS 5 in Monster Hunter Rise
Stilisierte Gesichter als Schwäche von DLSS 5
Allgemein scheinen stilisierte Gesichter im Anime-Stil eine Schwäche der neuen KI‑Technik zu sein. Digital Foundry vermutet, dass die Technik zu sehr mit realistischen Gesichtern trainiert wurde und deshalb bei stilisierten Gesichtern häufig nicht ideale Ergebnisse liefert.
DLSS 5 fügt oft zu viele Details wie Hautporen, oder zusätzliche Textur in der Haut ein. Insbesondere bei Anime- bzw. stilisierten Charakteren wie zum Beispiel in Final Fantasy VII Rebirth wirkt es unnatürlich, da die gewollte Glätte und dadurch der Artstyle verloren gehen. Auch die Lippen wirken oft auffällig rosa. Die Umgebungsbeleuchtung in Final Fantasy VII Rebirth wird allerdings deutlich verbessert.
Weitere Anpassungen für DLSS 5 nötig
Damit DLSS 5 seine Stärken voll ausspielen könne, seien Anpassungen in der Engine notwendig. So könnte man bereits im Voraus Fehlerantizipieren –- etwa, indem man Gesichter separat maskiert und ihnen andere DLSS-5-Parameter gibt, welche explizit angeben, dass keine Texturen geändert werden, aber durchaus die Beleuchtung vorsichtig angepasst werden könne.
DLSS 5 in Final Fantasy VII Rebirth
So könnte die Umgebung von DLSS 5 profitieren, ohne die Gesichter zu zerstören. Ein weiteres Problem seien etwa schlechte Parameter der aktuellen Mods: So konnte man beispielsweise das durch die Medien gehende Gesicht von Cloud in den Tests (ab 7:00) nicht nachstellen. Es wird vermutet, dass man hier DLSS 5 extra angepasst hat, sodass das Gesicht besonders schlecht aussieht.
DLSS 5 sei deshalb eine interessante Technik, aber es brauche insbesondere bei stark stilisierten Spielen noch weiteres Training, um sein Potenzial auch in diesen Spielen ausschöpfen zu können. Bis dahin sei es wichtig, die Technik gezielt einzusetzen sowie sinnvolle Einstellungen und Parameter zu finden.
Das neue DF-Video:

0 Kommentare