Spotz! Das ist das Wort, welches die Namazu aus Final Fantasy XIV öfter am Ende ihrer Sätze benutzen, zumindest in der deutschen Version des Spiels. Diese Lautmalerei wurde mir persönlich zwar noch nicht erklärt, aber da die Namazu eine Wels-ähnliche Spezies sind, interpretiere ich „Spotz“ einfach einmal als eine Art Schmatzen. Das passt wunderbar zum Kochbuch „Das ultimative Final Fantasy XIV Kochbuch Band 2“, das ich mir zu Gemüte geführt habe!
Da ich sehr gerne koche und einige Kochbücher besitze, war ich als ehemaliger Spieler des MMORPGs gespannt, was sich mir hier bieten würde. Eines ist auf jeden Fall gewiss: Das ist eines der abwechslungsreichsten Kochbücher, die ich habe.
Von japanischen, Ramen-ähnlichen Suppen über arabisches Baba Ghanoush und einer Variante von chinesischem Bao zi, bis hin zu sogar bayrischen Brezeln und österreichischem Einspänner, ist eine kunterbunte Auswahl an Gerichten aus aller realer und Fantasie-Welt dabei. Warum der Schlagobers (die Schlagsahne) aber mit Vanille kredenzt wird, ist mir als Wiener ein Rätsel. Das ist dann der „Fantasy“-Teil des Kochbuchs!
Die Gerichte sind dabei mehr oder minder klassisch aufgeteilt in Frühstück, Vorspeisen, Brote, Suppen & Eintöpfe, Hauptgerichte, Beilagen, Nachspeisen und schließlich Getränke. Die mehr als 70 Gerichte sind dabei relativ gleichmäßig auf alle Kategorien verteilt, auch wenn Freunde des Frühstücks und der Beilagen ein wenig den Kürzeren ziehen.
Da Geschmäcker wie bekannt verschieden sind, vor allem beim Essen und bei Getränken, verzichte ich auf jede Art von Bewertung, ob die Speisen gut schmecken oder nicht. Es sind Nahrungsmittel, man kann alles essen, und ob jemandem etwas schmeckt oder nicht, hängt von der Person ab. Was viel wichtiger für ein Kochbuch ist, ist aber die Verständlichkeit der Rezepte, ihr Schwierigkeitsgrad und die Anzahl und Art der Zutaten.
Aufgetischt ist
Eines muss man dem Kochbuch lassen: Die Rezepte sind sehr genau beschrieben. Ein Beispiel gleich aus dem ersten Rezept: Hier muss man zwei Brotscheiben von beiden Seiten goldbraun in Butter anbraten. Der ganze Prozess nimmt mehr als die Hälfte der elf Schritte eines Rezepts für einen Frühstückstoast ein. Es wird wirklich ausführlich beschrieben, inklusive des Anhebens der Brotscheiben mit einem Küchenspatel.
Wer schon einiges an Kocherfahrung gesammelt hat, wird darüber etwas schmunzeln müssen. Anfänger freuen sich eventuell über diese detaillierten Beschreibungen. Jedoch würde ich das Kochbuch keinem Anfänger empfehlen, da viele der Rezepte doch etwas involvierter sind und schon, meiner Meinung nach, etwas Kocherfahrung voraussetzen.
Zum Beispiel beschreibt ein Rezept für Kartoffelpuffer die Herstellung des dazugehörigen Apfelmus, anstatt dass es einfach als Beilage gekauft wird. Das erhöht natürlich den Aufwand und kann eventuell für totale Anfänger demotivierend wirken, im Sinne von „Wow, Kochen ist so viel Aufwand“.
Aus der Raritätenecke
Die Rezepte sind dabei, und das muss man dem Buch auch lassen, kreativ und teilweise fragt man sich, woher man die Zutaten bekommen soll. So verlangt ein Rezept Tintenfischtinte für ein Brot, das danach schwarz gefärbt ist. Ich habe meine lokalen Supermärkte durchforstet, aber finde das einfach nicht.
Leichter zu finden, aber ungewöhnlicher, ist zum Beispiel Amaretto. „Amaretto?“, fragt ihr euch vielleicht, „Das ist doch nicht ungewöhnlich!“ Stimmt, aber in einem Frühstücks-Müsli? Ich weiß nicht, wie es euch geht, aber meinen Alkohol konsumiere ich etwas später als 8:00 Uhr.
So rar wie manche Zutaten ist jedoch auch die Gestaltung des Kochbuchs. Die Gerichte sind nicht nur in schönen Fotos in Szene gesetzt, Bilder aus dem Spiel, Zeichnungen, sowie kurze Dialoge zwischen drei Charakteren, die auf kulinarischer Entdeckungsreise durch Aetheris sind, geben dem Kochbuch noch einmal einen besonderen Touch.
Spotz!
Als Fazit bleibt mir zu sagen, dass das Buch durchaus interessante Rezeptideen bietet, die auf Gerichten aus Final Fantasy XIV basieren, und es nicht unbedingt für Anfänger geeignet ist, es sei denn, diese wollen gar nicht kochen, sondern das Kochbuch nur als Sammlerobjekt besitzen. Die Rezepte sind kreativ und verlangen teilweise rare und viele Zutaten. Wenn ich eines an dem Kochbuch noch verbessern wollen würde, wäre es ein Band als Lesezeichen, wie das viele Kochbücher anbieten. Ihr findet das hier besprochene Kochbuch bei Amazon*.
Bildmaterial: Square Enix, Panini

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