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Angespielt! Indie-Abenteuer will das Beste aus Zelda, Banjo-Kazooie und Metroid vereinen

Manchmal reicht schon ein kurzer Blick auf ein Spiel, um ziemlich genau zu wissen, welche Ära seine Entwickler lieben. Second Stone: The Legend of the Hidden World gehört definitiv in diese Kategorie. Das kommende Indie-Action-RPG verbindet 3D-Platforming, Action-Kämpfe und Erkundung miteinander und erinnert dabei ganz bewusst an die farbenfrohen 3D-Abenteuer der späten 90er- und frühen 2000er-Jahre.

Entwickelt wird das Abenteuer von Skyward Entertainment, einem Indie-Studio aus Helsinki, während Headup das Publishing übernimmt. Auf der diesjährigen Gamescom konnten wir Second Stone bereits selbst ausprobieren und uns zusätzlich mit den Entwicklern über das ambitionierte Projekt unterhalten.

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Im Mittelpunkt steht der junge Schatzsucher Shiren aus dem Dorf Arimaya, der versucht, das Geheimnis einer verborgenen dunklen Welt aufzudecken. Dabei bewegt ihr euch zwischen zwei vollständig spielbaren parallelen Welten: einer lebendigen, farbenfrohen Welt und ihrem gefährlichen dunklen Spiegelbild, der sogenannten Shrouded World.

Zelda ist nur eine von vielen Inspirationen

Das Konzept erinnert zunächst natürlich an das klassische Lichtwelt-/Dunkelwelt-Prinzip, wie man es beispielsweise aus The Legend of Zelda: A Link to the Past kennt. Doch Zelda ist längst nicht die einzige Inspirationsquelle.

Im Gespräch nannten uns die Entwickler unter anderem Jak and Daxter, Banjo-Kazooie und weitere Klassiker dieser Ära. Das Ziel besteht dabei nicht darin, ein einzelnes Vorbild zu kopieren. Vielmehr möchte Skyward Entertainment unterschiedliche Mechaniken aus zahlreichen Spielen herausgreifen und daraus gewissermaßen das Beste verschiedener Welten miteinander verbinden.

Das merkt man bereits beim Kampfsystem. Neben normalen Attacken verfügt Shiren über unterschiedliche Elementangriffe. Insgesamt gibt es acht Elemente, die allerdings nicht einfach nur unabhängig voneinander eingesetzt werden. Ihr könnt sie miteinander kombinieren und dadurch neue Effekte erzeugen. Verbindet ihr beispielsweise Wind und Elektrizität, entsteht Donner.

Die Elemente werden dabei längst nicht nur zum Kämpfen benötigt, sondern spielen auch bei verschiedenen Rätseln eine Rolle. Insgesamt soll das System mehr als 300 unterschiedliche Builds ermöglichen und damit reichlich Raum zum Experimentieren bieten.

Gleichzeitig steckt auch ein wenig Metroidvania in Second Stone. Mit neuen Fähigkeiten sollen sich nach und nach zuvor unerreichbare Pfade öffnen. Passend dazu nannten die Entwickler auch Metroid ausdrücklich als eine weitere wichtige Inspirationsquelle.

Acht Elemente, Zeitreisen und jede Menge Geheimnisse

Und damit sind die spielerischen Möglichkeiten noch längst nicht ausgeschöpft. Eine weitere zentrale Fähigkeit erlaubt es Shiren beispielsweise, die Zeit für bestimmte Objekte zurückzudrehen. Damit lassen sich unterschiedliche Rätsel lösen und Situationen manipulieren. Während unserer Demo erinnerte uns das Prinzip durchaus an die Zeitumkehr aus The Legend of Zelda: Tears of the Kingdom.

Auch die klassische Erkundung spielt eine große Rolle. Die verschiedenen Gebiete wollen nicht einfach nur durchquert, sondern gründlich untersucht werden. Shiren kann dabei unter anderem schwimmen und tauchen, wodurch auch unter der Wasseroberfläche weitere Bereiche und Geheimnisse warten.

Gerade optisch konnte sich unsere Gamescom-Version bereits sehen lassen. Die kräftige Farbpalette, eine schöne Beleuchtung und die abwechslungsreichen Landschaften sorgten sowohl an Land als auch auf dem Wasser immer wieder für tolle Bilder. Das Spiel schafft es dabei gut, den Charme seiner deutlich älteren Vorbilder aufzugreifen, ohne selbst entsprechend alt auszusehen.

Wer sich gerne in solchen Welten verliert, dürfte hier einiges zu tun bekommen. Zusätzlich zu den normalen Gebieten soll es nämlich auch optionale Roguelike-Dungeons geben. Und weil offenbar noch nicht genug Systeme im Spiel stecken, arbeitet Skyward Entertainment sogar an einem umfangreichen Kartenspiel, das wiederum verschiedene Mechaniken des eigentlichen Abenteuers aufgreifen soll.

Vielleicht schon fast zu viele gute Ideen?

Genau diese enorme Vielfalt war nach unserer Gamescom-Demo gleichzeitig die spannendste Eigenschaft und unser größtes Fragezeichen. Second Stone wirft mit Ideen geradezu um sich. 3D-Platforming, Action-RPG, zwei Welten, Metroidvania-Fortschritt, acht kombinierbare Elemente, Zeitmanipulation, Schwimmen und Tauchen, Roguelike-Dungeons und sogar ein eigenes Kartenspiel: Langweilig dürfte es Shiren definitiv nicht werden.

Phasenweise wirkte diese Vielzahl an Möglichkeiten allerdings schon fast etwas überladen. Hier muss sich letztlich zeigen, ob Skyward Entertainment all diese Systeme sinnvoll miteinander verbinden kann oder sich das kleine Team vielleicht doch etwas zu viel vorgenommen hat.

Gleichzeitig sorgte aber genau diese Vielfalt dafür, dass unsere Neugier nach der Demo eher größer als kleiner war. Ständig hatten wir das Gefühl, noch einen anderen Weg ausprobieren, eine neue Kombination testen oder hinter das nächste Geheimnis kommen zu wollen. Second Stone spricht den Entdecker- und Experimentiergeist damit ziemlich erfolgreich an.

Auch eine mitreißende Geschichte soll Teil des Abenteuers werden. Davon konnten wir während unserer Gamescom-Demo allerdings noch nicht genug sehen, um uns bereits ein richtiges Urteil erlauben zu können.

Unser Entdeckergeist war jedenfalls geweckt

Second Stone: The Legend of the Hidden World fühlt sich ein wenig so an, als hätte Skyward Entertainment eine ganze Liste mit Lieblingsspielen aus mehreren Jahrzehnten genommen und sich gefragt, welche ihrer besten Ideen man in einem einzigen Abenteuer unterbringen könnte. Gerade die zwei Welten, das umfangreiche Elementsystem und die Metroidvania-artige Erkundung haben uns neugierig gemacht. Dazu kommt eine farbenfrohe Präsentation, die den Charme klassischer 3D-Abenteuer erstaunlich gut einfängt.

Die große Frage ist momentan eigentlich nur, ob weniger am Ende vielleicht mehr gewesen wäre. Second Stone hat unglaublich viele Ideen und Systeme, die alle genügend Raum benötigen. Sollte es dem Entwicklerteam gelingen, daraus ein stimmiges Ganzes zu formen, könnte gerade diese Vielfalt allerdings zur größten Stärke des Spiels werden. Noch in diesem Jahr soll eine Demo erscheinen, mit der ihr euch selbst einen Eindruck verschaffen könnt. Die vollständige Veröffentlichung ist für Anfang kommenden Jahres für den PC vorgesehen.

Bildmaterial: Second Stone: The Legend of the Hidden World, Headup Games, Skyward Entertainment

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