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Angespielt! Tides of Annihilation sieht nicht nur spektakulär aus – es spielt sich auch so

Tides of Annihilation gehört zu den chinesischen Produktionen, die bereits bei ihrer ersten Vorstellung für Aufmerksamkeit sorgten. Das Singleplayer-Action-Adventure verbindet ein zerstörtes modernes London mit der Artus-Sage, schnellen Character-Action-Kämpfen und gigantischen Rittern. Entwickelt wird der Titel von Eclipse Glow Games, einem Studio aus dem chinesischen Chengdu, für PlayStation 5, Xbox Series und PC.

Im Mittelpunkt steht Gwendolyn, eine junge Frau, die eine übernatürliche Invasion Londons überlebt hat. Seit der Katastrophe überlagert sich die Realität zunehmend mit einer fantastischen Welt, die sich großzügig bei den Geschichten um König Artus und die Ritter der Tafelrunde bedient.

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Das Ergebnis erinnert stellenweise an eine wilde Mischung aus Devil May Cry, Final Fantasy XVI, Bayonetta, NieR und Shadow of the Colossus – nur eben in den Ruinen Londons.

Auf der diesjährigen Gamescom konnten wir einen guten Teil des Abenteuers selbst ausprobieren. Dabei durften wir nicht nur das Kampfsystem kennenlernen, sondern auch einen ausführlicheren Blick auf die Erkundung und die Rätsel werfen.

Gwendolyn kämpft niemals wirklich allein

Gwendolyn selbst setzt auf schnelle Nahkampfangriffe, doch damit beginnt das Kampfsystem eigentlich erst. Eine zentrale Rolle spielen die verschiedenen Ritter, die sie beschwören kann. Jeder davon verfügt über unterschiedliche Fähigkeiten und Angriffe. Teilweise erscheinen sie lediglich für eine Attacke neben Gwendolyn und verschwinden anschließend wieder.

Dadurch entsteht ein interessantes Gefühl, als würde man zeitweise mehrere Figuren gleichzeitig kontrollieren. Eclipse Glow Games bezeichnet dieses Konzept als „Dual Frontline Battle System“. Die eigenen Angriffe und die Fähigkeiten der Ritter lassen sich miteinander verbinden, wodurch schon während unserer Demo zahlreiche Möglichkeiten für Kombinationen entstanden.

Bei düsterer Fantasy und großen Bosskämpfen fällt heutzutage schnell der Begriff „Soulslike“. Ein paar entsprechende Elemente finden sich tatsächlich auch in Tides of Annihilation. So gibt es beispielsweise eine Art Lagerfeuer, an dem sich Gwendolyn ausruhen kann, wodurch allerdings auch besiegte Gegner zurückkehren.

Der eigentliche Kampf fühlt sich jedoch deutlich stärker nach normaler Character Action an. Geschwindigkeit, Combos, spektakuläre Aktionen und ein gewisser Style stehen wesentlich stärker im Vordergrund. Und genau hier konnte unsere Demo bereits überzeugen. Die Kämpfe gingen erstaunlich gut von der Hand und fühlten sich schon in der aktuellen Version angenehm direkt an.

Ein ziemlich beeindruckender Ausflug ins British Museum

Tides of Annihilation besteht allerdings längst nicht nur aus Kämpfen. Einen großen Teil unserer Demo verbrachten wir mit der Erkundung des von der Katastrophe gezeichneten British Museum. Unsere Aufgabe bestand darin, dort ein besonderes Artefakt aufzuspüren.

Gerade visuell hinterließ dieser Abschnitt einen starken Eindruck. Das verwitterte Museum und seine teilweise zerstörten Räumlichkeiten sahen hervorragend aus und liefen während unserer Anspielsession butterweich. Generell wirkte Tides of Annihilation für seinen aktuellen Entwicklungsstand bereits erstaunlich polished. Die unterschiedlichen Mechaniken griffen gut ineinander und machten einen weitgehend fertigen Eindruck. Natürlich spielten wir nur ausgewählte Sektionen, man muss also abwarten, ob auch alles so gut laufen wird.

Auch die Ritter kommen außerhalb der Kämpfe zum Einsatz. Ihre unterschiedlichen Fähigkeiten werden beispielsweise benötigt, um Rätsel zu lösen und neue Wege zu öffnen. In diesen ruhigeren Passagen erinnerte uns das Abenteuer stellenweise stark an die neueren „God of War“-Spiele.

Dazu gehört allerdings auch eine Eigenheit moderner Action-Adventures, die nicht jedem gefallen dürfte. Das Spiel nimmt euch teilweise recht deutlich an die Hand und weist mit auffälligen Markierungen den Weg – Stichwort gelbe Farbe. Trotzdem machte die Erkundung viel Spaß. Gerade aufgrund der beeindruckenden Kulissen wollten wir uns gerne etwas genauer umsehen.

Dieser Boss wollte noch einmal alles von uns wissen

Zum Abschluss unserer Demo wartete schließlich das große Highlight: ein aufwendig inszenierter Bosskampf gegen eine Art Anubis-Ritter. Der Kampf erstreckte sich über mehrere Phasen und verlangte uns durchaus einiges ab.

Besonders positiv fiel dabei auf, dass wir nicht einfach unsere stärksten Angriffe wiederholen konnten. Stattdessen zwang uns der Boss dazu, unterschiedliche Mechaniken und Möglichkeiten des Kampfsystems tatsächlich einzusetzen. Gerade die Kombination aus Gwendolyns eigenen Fähigkeiten und den beschworenen Rittern sorgte dadurch für einen abwechslungsreichen Kampf.

Die audiovisuelle Inszenierung erreichte dabei ein erstaunlich hohes Niveau. Gewaltige Attacken, schnelle Animationen und die entsprechende Soundkulisse machten den Kampf zu einem würdigen Abschluss unserer Anspielsession.

Eine Veränderung gibt es derweil bei Gwendolyns englischer Stimme. Ursprünglich sollte Jennifer English, bekannt unter anderem aus Baldur’s Gate 3 und Clair Obscur: Expedition 33, die Protagonistin sprechen. Sie verließ die Rolle 2026 aus gesundheitlichen Gründen, blieb Berichten zufolge jedoch beratend involviert und half bei der Suche nach einer Nachfolgerin. Inzwischen wurde Angela Sant’Albano, die Grace Ashcroft in Resident Evil Requiem spricht, als neue Stimme von Gwendolyn bestätigt.

Unsere Vorfreude ist nach der Demo deutlich größer

Tides of Annihilation hat bei unserem Gamescom-Termin einen überraschend fertigen Eindruck hinterlassen. Vor allem das schnelle Kampfsystem und die Kombination aus Gwendolyn und ihren beschworenen Rittern machen bereits jetzt Lust auf mehr. Gleichzeitig überzeugten uns die Erkundung des British Museum und die hervorragende audiovisuelle Präsentation. Gerade technisch und spielerisch wirkte unsere Demo schon bemerkenswert sauber.

Natürlich bleibt abzuwarten, ob das Abenteuer dieses Niveau über die gesamte Spielzeit halten kann und ob hinter den spektakulären Kulissen auch eine spannende Geschichte steckt. Unsere erste längere Begegnung mit Tides of Annihilationhat die Vorfreude jedenfalls deutlich gesteigert. Wenn Eclipse Glow Games die Qualität der Demo auf das gesamte Abenteuer übertragen kann, könnte hier einer der interessanteren kommenden Action-Titel aus China auf uns warten. Wann der Titel genau erscheint, wissen wir aber leider noch nicht.

Bildmaterial: Tides of Annihilation, Eclipse Glow Games

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