Ein lange verschollenes „Final Fantasy VII“-Keitai-Spiel wurde vollständig gerettet und wieder spielbar gemacht – das Ergebnis jahrelanger Bemühungen von Fans, die unzugänglichen Dateien wiederherzustellen. Das Projekt macht einen der eher unbekannten Titel aus dem Final-Fantasy-Portfolio fast zwei Jahrzehnte nach seiner ursprünglichen Veröffentlichung für Mobiltelefone wieder zugänglich.
Was Keitai-Spiele sind, fragt ihr euch? Diese wurden von den späten 1990er bis in die späten 2010er Jahre für japanische Feature-Phones entwickelt. Publisher wie Square Enix vertrieben ihre Titel über Dienste wie NTT DoCoMos „i-mode“. Die Archivierung dieser Spiele – insbesondere derer aus der Anfangszeit des Formats – erwies sich als außergewöhnlich schwierig. Proprietäre Hard- und Software, Sicherheitsvorkehrungen sowie Abhängigkeiten von Online-Diensten verkomplizierten die Prozesse.
Initiativen wie Keitai Archive arbeiten seit Jahren daran, Titel zu retten, die kommerziell nicht mehr erhältlich sind. Oftmals erfordern moderne Projekte zur Wiederherstellung von Keitai-Spielen einen enormen Einsatz der jeweiligen Communitys.
Mit Hingabe und tiefem Geldbeutel
Einer dieser Keitai-Titel ist Dirge of Cerberus: Lost Episode -Final Fantasy 7-. Und eben dieser reiht sich nun in die wachsende Liste der geretteten Feature-Phone-Spiele ein. Spiele-Archivar Yuvi schilderte die jüngste Wiederherstellung in einem Artikel auf Medium.
Das Team hatte 2024 eine Kopie von Lost Episode erhalten, nachdem der Besitzer einwilligte, den Inhalt einer SD-Karte mit den Spieldaten auszulesen. Die größte Hürde habe anschließend darin bestanden, dass die Dateien verschlüsselt waren und der Gruppe der Zugriff auf eine spezielle Partition fehlte, die normalerweise zum Abrufen des Entschlüsselungsschlüssels erforderlich ist. Infolgedessen blieb das vollständige Spiel für weitere rund zwei Jahre unzugänglich.
Yuvi stellte schließlich fest, dass „Lost Episode“ die heruntergeladenen Dateien als verschlüsselte ZIP-Archive speicherte, wodurch sich bekannte ZIP-Header nutzen ließen, um mögliche Schlüssel zu testen. Mithilfe einer maßgeschneiderten Brute-Force-Software setzte der Archivar mehr als 90 Server ein, die mit Nvidia-Grafikkarten neuerer Generationen ausgestattet waren. Über mehr als 125 Instanzen der Entschlüsselungssoftware hinweg erreichte man so fast 5,5 Billionen Schlüsselversuche pro Sekunde. Das System ermittelte alle erforderlichen Entschlüsselungsschlüssel innerhalb von rund 72 Stunden. Die Gesamtkosten beliefen sich laut Yuvi auf mehr als 900 US-Dollar.
„Lost Episode“ erschien im August 2006 in Nordamerika und folgte im Juli 2007 in Japan. Der gemeinsam von Square Enix und Ideaworks3D entwickelte Shooter fungiert als Begleitspiel zum PlayStation-2-Titel Dirge of Cerberus: Final Fantasy VII und begleitet Vincent Valentine durch Ereignisse, die im Konsolenspiel nicht dargestellt werden.
via GameRant, Bildmaterial: Final Fantasy VII Rebirth, Square Enix

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