Mit dem Nintendo 64, das einst als „Project Reality“ angekündigt wurde, prägte Nintendo über viele Jahrzehnte hinweg die Gaming-Landschaft. Grund dafür waren nicht zuletzt der Controller mit Analogstick, optionaler Rumblefunktion und wegweisender Spiele wie Super Mario 64 oder Zelda: Ocarina of Time.
Doch die Entwicklung der Hardware gestaltete sich schwierig und Nintendo musste immer wieder Rückschläge in Kauf nehmen, während Sony als neues Unternehmen im Gaming-Bereich zum Konkurrenten heranwuchs, der später auch als Gewinner aus der Konsolengeneration gehen sollte.
3D aus einer Position der Stärke
Nintendo war Anfang der 90er das alles bestimmende Unternehmen im Gaming-Bereich. Auf das erfolgreiche Nintendo Entertainment System, das nicht nur durch das „Seal of Quality“ den Grundstein für eine erfolgreiche Konsole legte, folgte das sehr erfolgreiche Super Nintendo Entertainment System, das nahezu perfekte und zeitlose 2D-Pixel-Art-Spiele auf den Röhrenfernseher brachte.
Bereits Mitte der 90er war jedoch das Zeitalter der 2D-Spiele gezählt. Auf den Heimcomputern drängte softwarebasiertes 3D-Rendering auf den Markt, 3D-Beschleunigerkarten waren in aller Munde und 1995 erschien mit Toy Story der erste vollständig animierte Animationsfilm in voller Länge in den Kinos.
Nintendo wollte klotzen und die bestmögliche 3D-Hardware nutzen, um sich in einem schnell verändernden Markt gut zu positionieren. Deshalb suchte man sich mit Silicon Graphics (SGI) einen bereits im Film-Bereich für seine aufwändigen 3D-Effekte bekannten Partner, der das alles und noch viel mehr auf den heimischen Fernsehern möglich machen sollte.
In den Grafiksprung gestolpert
Am 23. Juni 1996 wurde das Nintendo 64 nach mehreren Verschiebungen in Japan veröffentlicht, am 1. März 1997 folgte die Veröffentlichung in Europa. Die Konsole feierte in dieser Woche also ihren 30. Geburtstag. Besonders die 1st-Party-Titel von Nintendo sorgten für Staunen. In Super Mario 64 war nicht nur der rote Klempner super, auch die stufenlose Steuerung mit dem 3D-Stick war wegweisend und die Grafik war herausragend. In Wave Race 64 mit den aufwändigen Transparenzeffekten, Reflektionen und seinerzeit aufwändigen Belichtungseffekten sogar höchst beeindruckend.
Die anfängliche Euphorie ließ hoffen, dass Nintendo weiterhin Marktführer bleibt. Doch die durchaus beeindruckende, auf 3D optimierte Hardware des Nintendo 64 hatte einige eklatante Schwächen, die insbesondere Drittentwicklern das Leben unglaublich schwer machten. Das führte zu einigen durchwachsenen Titeln in der Startzeit des Nintendo 64 sowie einem mangelhaften Spiele-Nachschub – und das zu einer Zeit, in der die PlayStation an Fahrt gewann.
Cartridge + 64DD vs. CD-ROM
Sehr kontrovers aufgenommen wurde Nintendos Entscheidung, bei Steckmodulen statt CD-ROMs zu bleiben. „Project Reality“ sollte keine CD-ROMs unterstützen, stattdessen setzte man auf Cartridges und nach der Launchphase auch auf die Discs des 64DD.
Nintendo begründete diese Entscheidung damit, dass die Daten von den CDs nicht schnell genug geladen werden könnten. Außerdem sei ein CD-Laufwerk teuer und fehleranfällig. Doch diesen Schritt fanden manche Publisher weniger gut, da die Module in der Produktion deutlich teurer waren und weniger Speicherplatz boten.
Nintendo versuchte zu beschwichtigen, dass Module mit 8 Megabyte Speicherkapazität nur der Anfang seien, später sollten auch Module mit 32 Megabyte Speicher erscheinen. Zudem bot das 64DD Platz für Zip-Drive ähnliche Laufwerke, die selbst noch mal 64 Megabyte Speicherplatz boten. Doch auch mit den Hardware-Addons blieb Speicher in allen Formen die große Schwäche des Nintendo 64. Das 64DD sollte sich zudem weiter verzögern und am Ende nur in Japan erscheinen. Die ursprüngliche Vision des N64 konnte also nie vollständig umgesetzt werden.
Speicherknappheit an allen Enden
Wiederholte Kritikpunkte waren der mit 4MB sehr klein ausfallende Grafikspeicher, der mit einem Expansion Pak auf 8MB erweitert werden konnte. Nötig war das, da sich der Grafikchip von SGI (Reality Display Processor) als sehr kostenintensiv erwies. Nintendo setzte daher oft auf einen texturarmen, comichaften 3D-Stil, der viel mit Schattierungen und Farbverläufen arbeitete.
Aber auch der „Rambus“, kurz RDRAM genannt, machte Probleme. Durch die gesamte Architektur des Nintendo 64 war er zwar extrem schnell, aber wurde durch die hohen Latenzen zum Flaschenhals für Spiele, die regelmäßig große Teile der Texturen austauschen mussten.
Bei Spielen mit einem realistischen Stil führten die Limitationen dazu, dass aufwändige Texturen nicht im Speicher gehalten werden konnten – viele Entwicklerteams behalfen sich, indem sie eine künstliche Nebelwand im Spiel erzeugten, was dem N64 in Deutschland auch den Spitznamen „Nebelwerfer 64“ brachte.
Das N64 im Kontext der PlayStation
Das Nintendo 64 muss natürlich auch im Kontext der PlayStation verstanden werden. Sony setzte nach einem geplatzten Deal für das SNES-CD-Laufwerk voll auf das CD-Format und investierte 200 Millionen Dollar in die Entwicklung einer neuen Konsole.
Teil der Marketingkampagne war eine klare Abgrenzung gegenüber Nintendo. Man wolle mit der PlayStation ein Gerät fürs Wohnzimmer statt fürs Kinderzimmer entwickeln, das auch Audio-CDs und Videosequenzen abspielen kann. Dazu sollten die Spiele dank der 3D-Möglichkeiten der PlayStation realistischer aussehen und sich von den bunten Nintendo-Spielen abheben.
Nintendo stolperte währenddessen von einem Marketing-Fettnäpfchen ins nächste: Die Spiele sahen zu Beginn überwiegend Comicartig und bunt aus, was Sony in die Hände spielte. Dazu verärgerte man durch die hohen Einstiegshürden und Entwicklungskosten 3rd-Party-Publisher, die zur PlayStation wechselten.
Auch die Verzögerung des N64 selbst und die noch größeren Verzögerungen des 64DD, das zur Änderung oder Einstellung mehrerer Spiele führte, ließ kein Vertrauen gegenüber dem damaligen Marktführer aufkommen.
Klare Darstellung vs. Immersion
Sonys Timing und das All-In für die CD als Speichermedium erwies sich als die richtige Strategie zur richtigen Zeit, auch wenn die Hardware der PlayStation nicht ideal war für aufwändige 3D-Spiele. Jedoch war die PlayStation ein klassischer Fall von „gut genug“ – viele konnten über die oft wabernden, blockigen Objekte mit ungefilterten und verzerrten Texturen hinwegsehen.
Stattdessen war für PlayStation-Fans die filmische Inszenierung oft wichtiger als fehlerfreie 3D-Darstellung: Wenn aufwändig vertonte Audio- und Videosequenzen liefen und Charaktere in aufwändig vorgerenderten Szenen platziert wurden, entstand eine neuartige, filmische Atmosphäre, die immersiv wirkte. Spielen wie Resident Evil, Parasite Eve, Metal Gear Solid und Final Fantasy VII (Bilder oben) konnten trotz schwächerer Technik einen bleibenden Eindruck hinterlassen, den man bisher so von Videospielen nicht gewohnt war.
Nintendo konnte seine klare technische Überlegenheit mit dem Nintendo 64 deshalb nicht so deutlich zeigen, wie man es sich wünschte: Die Unterschiede in der Grafik waren für den Endkunden oft nicht deutlich genug.
Ein System der Gegensätze
Das Nintendo 64 bleibt ein faszinierendes Phänomen: Eine Konsole, die technologisch innovativ war, aber von schlechten Geschäftsentscheidungen wie Cartridges und künstlichen Hardware-Bottlenecks sowie aufwändiger Entwicklung belastet war. Doch gleichzeitig produzierte sie einige der besten Spiele aller Zeiten und prägte den Beginn der 3D-Spiele entscheidend, zum Teil über Jahrzehnte.
Die langfristigen Lektionen aus dem N64 zog Nintendo mit dem GameCube. Hier waren nicht mehr die Leistung unter der Haube wichtig, sondern wie man diese Leistung möglichst oft und effektiv auf den Bildschirm bringt. Trotz günstiger und leistungsfähiger Hardware konnte man sich deshalb oft positiv von der technisch aufwändigen und teureren PlayStation 2 absetzen.
Das Nintendo 64 bleibt deshalb ein faszinierendes Stück Videospielgeschichte – eine mit zahlreichen Mängeln behaftete Hardware, die nur selten zeigen konnte, wozu sie fähig war. Beeindruckend waren jedoch die fähigen, unbeirrbaren Entwickler, die den innovativen Geist der Konsole perfekt in Spielform umsetzen. Die Kreativität, die durch die Limitationen und die Neuartigkeit der Hardware nötig war, führte zu Spielen mit zeitloser Qualität, die von vielen auch 30 Jahre später noch gespielt werden.
Bildmaterial: Nintendo

sondern auch die Kamera fürn Popes xD
Das ist die Schattenseite, mit der ich den N64 und dessen First Party Spiele in Erinnerung habe. Mario 64 konnte mich damals daher leider nie so überzeugen, wie es das bei den meisten anderen anscheinend tat. Es war cool und spaßig aber für mich war es eher ein ziemlicher Rückschritt zum grandiosen Mario World^^
Zelda hatte ebenfalls Kameraprobleme, doch konnte das durch andere Stärke die Schwächen wett machen. Allerdings hab es das damals auch nie weit gespielt. Den Anfang kannte ich irgendwann auswendig, da ich immer wieder neu angefangen habe. Aber oft hab ich nicht mal den Deku Baum durch gespielt, weil ich an irgendeiner Stelle vergessen hatte, wies weiter ging xD Bei den Malen, wo ich darüber hinaus kam und mich an die Schlossstadt und Kakariko verliebte, weiß ich gar nicht mehr, wo oder wann es da haperte. Glaub der weiteste Spielversuch war gerade mal der Brunnen bei mir
Erst vor wenigen Jahren hatte ich es endlich mal durchgespielt, als ich alle Zelda Spiele der Timeline nach durchgespielt habe. Da war ich dann überrascht wie beschissen das Angeln war xD Ansonsten war es halt, wie ichs in Erinnerung hatte. Im Guten, wie im Schlechten, wo das Gute jedoch eindeutig überwog^^
Ich hatte ja auch das Glück damals eine N64 und eine PS1 zuhause gehabt zu haben. Bei der PS1 war halt, das darf man auch nicht vergessen, ein weiterer Grund für den Erfolg, dass die sich leicht chippen ließ xD Und die Spiele waren einfach eh günstiger.
Beim N64 hat immer alles um die 140-150 DM gekostet was ich haben wollte. Bei der PS1 eher 90-100, auch wenn es da natürlich auch bis zu 120 DM teure Spiele gab aber ich glaub das war wirklich nur sehr selten bei den Spielen der Fall, die damals mein Interesse weckten.
Ich muss aber zugeben, dass ich die N64 an sich immer lieber mochte. Optisch finde ich die Spiele dort hübscher meist und auch den Controller mochte ich irgendwie lieber, auch wenn das son Klumpen war. Ich fand die Idee auch mit den C Knöpfen immer irgendwie ziemlich cool, sowie dem Knopf an der Rückseite. Das fand ich schon immer angenehmer, als nur Schultertasten.
Aber letzten Endes dachte ich mir als Kind damals schon, dass ich mir bei beiden Konsolen wünsche, dass auch mal Charakteremodelle möglich wären, die nicht so unfassbar eckig sind. Dadurch war ich damals tatsächlich nie so richtig begeistert von dem technischen Sprung bzw. hatte nie diese "Oh wow, alles wirkt so real!" Effekt, wie den viele beschreiben, wenn sie zurückblicken. Bin da manchmal etwas neidisch, dass sie es so beeindruckend empfanden. Bei mir wars eher ein "ok cool, dass man frei rumlaufen kann" und das wars eigentlich
Und nun hat genau diese Optik gerade durch die Ungeschliffenheit und der damit verbundenen Nostalgie auch wieder irgendwie Kultstatus, den ich tatsächlich heute glaub ich auch mehr mag, als ich ihn damals mochte. Irgendwie ein kurioses Gefühl
War schon eine spannende und witzige Zeit damals die Gen. Damals waren Spiele auch noch schön unkompliziert. Ah ich erinnere mich, dass das PS1 Start Menü bei mir immer so ein unangenehmes Gefühl von "irgendwas ist kaputt" ausgelöst hat xD Ich habe das damals nie verstanden und verstehe es nachwievor nicht, warum es so einen komischen Effekt auf mich immer hatte. Aber irgendwie ist selbst das eine witzige Erinnerung, die für mich inzwischen einfach zur PS1 dazu gehört. Könnt aber ein weiterer Grund sien, warum ich die N64 damals mehr mochte xD
Die Cartridges waren wahrscheinlich sogar auch noch ein weiterer Punkt für mich. Ich mochte und mag Cartridges nachwievor erheblich lieber als Discs und freue mich nachwievor, dass man bei der Switch wieder zu Cartridges zurückgegangen ist. Besonders in einer Zeit, in der mir hier alles erklären wollten, dass es nicht mehr möglich sei ohne Zwangsinstallation Spiele zu spielen. Und dann kam Nintendo und hat meine Argumentation bestätigt PAH! Wer zuletzt lacht, lacht halt am Besten!

Jedenfalls, viel Geschriebe für nichts xD... Alles Gute liebe N64 und danke für die schönen Erinnerungen und tollen Spielstunden! Ich wünschte ich hätte damals mehr Spiele auf dir spielen können! Aber dazu waren die viel zu teuer... ._. (Hach wie sehr ich mir wünschte, dass die Switch 2 kurzzeitig komplett floppt, damit Nintendo eine N64 Mini bringt xD Ich will meine N64 Mini! >,< )