Während viele Studios inzwischen zunehmend auf künstliche Intelligenz setzen, geht Veritas Tales: Witch of the Dark Castle bewusst den entgegengesetzten Weg. Das neue Projekt des ehemaligen Vanillaware- und Capcom Veteranen Yoshio Nishimura wirbt offensiv damit, vollständig von Hand erstellt worden zu sein – ohne den Einsatz generativer KI.
Wie Nishimura’s Indie-Label Digitalis Publishing und Entwickler 15 Industry bekanntgaben, erscheint das „Choose your own adventure“-RPG am 9. Juli für PC via Steam. Unterstützt werden Englisch, Japanisch und vereinfachtes Chinesisch.
Sechs Jahre Entwicklung – über 300 handgezeichnete Illustrationen
Im Mittelpunkt steht eine klassische Fantasy-Abenteuergeschichte im Stil alter Gamebooks und Pen-&-Paper-Rollenspiele. SpielerInnen treffen Entscheidungen, führen Kämpfe oder umgehen Konflikte auf unterschiedliche Weise. Laut Entwickler beeinflussen sowohl Entscheidungen als auch Würfelwürfe den Verlauf der Geschichte und die Reaktionen der Spielwelt.
Verantwortlich für das Projekt ist Yoshio Nishimura, der bereits seit rund 30 Jahren in der Spieleindustrie tätig ist. Seine Karriere begann einst bei Capcom, wo er später unter anderem als leitender Hintergrundgrafiker an der Monster Hunter-Reihe arbeitete. Danach wechselte er zu Vanillaware und war dort über etwa zwei Jahrzehnte hinweg an Spielen wie Odin Sphere, Dragon’s Crown und 13 Sentinels: Aegis Rim beteiligt.
Wie Nishimura kürzlich gegenüber Denfaminicogamer (via Automaton Media) verriet, verließ er Vanillaware nach der COVID-19-Pandemie im Guten. Während dieser Zeit zog er in ein abgelegenes Bergdorf in Japan und gewöhnte sich an ein ruhigeres Leben fernab der Studioarbeit in Osaka. Dort widmete er sich schließlich vollständig seinem Herzensprojekt Veritas Tales, an dem er bereits während seiner letzten drei Jahre bei Vanillaware nebenbei gearbeitet hatte.
Insgesamt befindet sich das Spiel damit seit rund sechs Jahren in Entwicklung. Über 300 Illustrationen entstanden dabei vollständig per Hand. Auf der Steam-Seite betont das Team ausdrücklich, dass in keiner Phase generative KI verwendet wurde.
Rückbesinnung auf klassische Fantasy
Inhaltlich versteht sich Veritas Tales als Rückkehr zu den Wurzeln klassischer Fantasy-Abenteuer. Als Inspiration nennt das Projekt moderne Werke wie Elden Ring, Baldur’s Gate III oder Dungeon Meshi, verweist aber gleichzeitig auf deren Ursprünge in alten Gamebooks und Tabletop-RPGs. Trotz der klassischen Ausrichtung modernisiert Veritas Tales das Konzept mit einer Sprachausgabe und Musik von Hitoshi Sakimoto (Final Fantasy Tactics).
Mit seinem stark handgezeichneten Stil und dem Fokus auf klassischer Fantasy dürfte Veritas Tales insbesondere Spieler ansprechen, die nostalgische Abenteuer mit viel Atmosphäre suchen. Wie gefällt euch der Stil? Mehr Eindrücke gibt es im „Release Date“-Trailer.
Der Trailer:
via Gematsu, Automaton Media, Bildmaterial: Veritas Tales: Witch of the Dark Castle,

Wie ich mir das ruhige Leben im Bergdorf vorstelle: