Überraschend wurde gestern vor einem Millionenpublikum die Unreal Engine 6 angekündigt – auf der RLCS 2026: Paris Major, einem E-Sports-Event von Rocket League. Denn voraussichtlich wird das seit 2015 beliebte Raketenauto-Fußballspiel das erste Spiel werden, welches die neue Engine in der Praxis nutzen wird.
Dass mit Psyonix ein Studio von Epic Games früh die Engine nutzen wird, verwundert nicht. Doch mit Rocket League als Vorzeigetitel neuer Technologie haben sicher wenige gerechnet.
Technik im Detail
Wie bereits in der Vergangenheit angekündigt, wird die Engine einen starken Fokus auf Raytracing als Beleuchtung haben. Schon in der Unreal Engine 5 war die Raytracing-Technologie Lumen eines der Kernfeatures, doch diesmal sieht es so aus, als ob Raytracing alternativlos wird. Auch der Einsatz von KI zur Unterstützung in der Entwicklung dürfte unstrittig sein. In welchem Umfang sie eingesetzt wird, ist allerdings noch unklar.
Zudem wird auch die Performance spürbar verbessert. Während die Unreal Engine 5 noch auch wenige Kerne optimiert war, soll Version 6 der Engine eine bessere Optimierung auf Multithreading erhalten und somit Mikroruckler reduzieren. Techniken zur Frame-Vorhersage- und Generierungsmodelle und Möglichkeiten zur Reduzierung der Eingabelatenz werden ebenso erwartet, sie sind auf dem PC bereits Quasi-Standard.
Ein weiteres Gerücht setzte Tim Sweeney persönlich in die Welt: Die Entwickler sollen jederzeit die Umgebung von Fortnite in die Engine laden können und mit dessen Voreinstellungen Modifikationen und Erweiterungen für das beliebte Spiel von Epic Games erstellen können. Ähnliche Ansätze nutzen etwa Roblox und Genshin Impact, um ihre Spiele für eine kreative Content Creator Zielgruppe interessant zu machen. Auch einfache Spiele abseits von Fortnite sollen auf dieser Basis in Rekordzeit entstehen können, wie ein Trailer für Indie-Spiele zeigte.
Gemischte Resonanz aus der Community
Bei SpielerInnen wird die Ankündigung eher gemischt aufgenommen – oft auch geleitet von Vorurteilen gegenüber der Unreal Engine 5 und der Skepsis gegenüber KI-Technologien. Während man auf ResetEra darauf hinweist, dass manche Entwickler die Unreal Engine 5 aufgrund von Performanceproblemen meiden und die Unreal Engine 6 aufgrund von Raytracing noch weniger performant werden könnte, nimmt man andernorts eher den Mangel an Spielen ohne KI-Technologien aufs Korn, indem man auf KI-Upscaler und Frame Generation verweist, um schlecht optimierte Spiele zu kaschieren. Wegen dieser Techniken erhielt letztes Jahr auch Monster Hunter Wilds “größtenteils negatives” Feedback.
Das Live-Reveal im Video:
Reveal-Trailer:
via PC Games Hardware, Bildmaterial: Epic Games

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