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Ehemaliger „Dragon Quest“-Director erinnert sich an wichtigste Lektion von Schöpfer Yuji Horii

Als Szenario-Autor der „Dragon Quest“-Spiele und Director von Dragon Quest IX und X verdiente sich Jin Fujisawa bei Square Enix seine Sporen. Mittlerweile geht Fujisawa neue Wege, die Lektionen des „Dragon Quest“-Schöpfers Yuji Horii fließen nach eigener Aussage aber immer noch in seine Arbeit ein.

Im Gespräch mit The Change verrät er die wohl wichtigste Lektion, die ihm der Branchenveteran während seiner Zeit bei Square Enix eintrichterte: „Bei Dragon Quest geht es nicht um das Szenario.“

Erlebnis statt Handlung

In seinen jüngeren Jahren glaubte Fujisawa, dass das Szenario bei einem RPG das A und O sei – Horii vertrat jedoch eine andere Ansicht. „Horii-san pflegte zu sagen: ‚Es geht nicht um die Handlung; das Erlebnis ist das, was zählt. Man beginnt damit, darüber nachzudenken, welche Art von Erfahrung der Spieler machen soll.'“

Als Beispiel führt Fujisawa Dragon Quest V: Die Hand der Himmelsbraut an und die Art und Weise, wie der Titel SpielerInnen mit der Entscheidung konfrontiert, wen sie heiraten wollen. „Gerade, weil der Kern dieses Ereignisses in der tiefgreifenden Erfahrung liegt, ernsthaft einen Ehepartner auszuwählen, entsteht für jeden Spieler eine einzigartige Geschichte“, so Fujisawa.

Seinerzeit sei es Fujisawa schwergefallen, den Sinn dieser Perspektive zu erkennen. Heute verstehe Horiis Philosophie nicht nur, er integriere sie sogar in seine eigene Arbeit. „[Horii] ist jemand, der Dinge erschaffen möchte, die noch nie zuvor jemand gesehen hat – Dinge, die Erwartungen auf den Kopf stellen und die Leute staunen lassen“, führt Fujisawa aus.

Er erklärt: „Wenn man jung ist, verfällt man leicht dem Wunsch, die Leute zum Weinen zu bringen; doch Menschen durch Überraschung zu berühren, ist weitaus schwieriger. Und wenn Menschen durch eine Überraschung emotional bewegt werden – genau dann empfinden sie wahres Glück.“

Ob Horiis Philosophie auch im Kontext des nächsten großen Serieneintrags Anwendung findet, bleibt abzuwarten. Noch ist es sehr still um Dragon Quest XII: The Flames of Fate. Zumindest verkündete Horii im letzten Jahr selbstbewusst, dass das Spiel „großartig sei“.

via Automaton Media, Bildmaterial: Dragon Quest VII Reimagined, Square Enix, HexaDrive

2 Kommentare

  1. Ansicht. „Horii-san pflegte zu sagen: ‚Es geht nicht um die Handlung; das Erlebnis ist das, was zählt. Man beginnt damit, darüber nachzudenken, welche Art von Erfahrung der Spieler machen soll.'“

    Aus dem Mund von Yuji Horii glaube ich das, denn die DQ-Hauptreihe fühlt sich genau so an. Die Stories sind unterhaltsam, erfüllen ihren Zweck, müssen sich aber dem Gesamtspielerlebnis fügen.

  2. „Horii-san pflegte zu sagen: ‚Es geht nicht um die Handlung; das Erlebnis ist das, was zählt. Man beginnt damit, darüber nachzudenken, welche Art von Erfahrung der Spieler machen soll.'“

    Ein Grund warum die Reihe mir niemals so nahe ging wie viele andere jrpgs (gutes gameplay gibt es wie Sand am mehr, aber Storys die einem mitnehmen sind halt was besonderes, an die ich mich ein lebenlang erinnere). Aber ich respektiere die Entscheidung die Reihe nach dem Motto zu designen, muss ja nicht alles nach meinen Geschmack gemacht sein, vor allem da ich ja trotzdem ein die DQ Spiele von ok bis ganz gut finde.

    Ich hoffe dennoch das man bei Teil 12 nicht wieder einer der schlecht gemachtesten stummen Hauptcharakteren aller Zeiten ertragen muss und sich da mal wenigsten ein bisschen Mühe gegeben wird.

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