„Gut Ding will Weile haben“, dachten sich wohl die Entwickler von Ankae Games. Fünf Jahre nach der ersten Ankündigung ist Elementallis nun endlich erschienen. Unten seht ihr den Launchtrailer zum klassischen Top-Down-Adventure, das sich offen von klassischen Zelda-Spielen inspirieren lässt.
Erste Reaktionen auf das Spiel fallen sehr gut aus – möglicherweise erwartet euch hier ein kleiner Indie-Geheimtipp. Noch läuft Elementallis allerdings unter Radar: bei OpenCritic stehen nur zwei Reviews in den Büchern. Diese fallen allerdings überschwänglich positiv aus.
Nindie Spotlight vergibt 8,8 Punkte und lobt die gut designten Dungeons und Geheimnisse und das Spiel als „fantastische Hommage“ an Spiele wie Link to the Past. Der Gamer Social Club vergibt gar 9 Punkte und lobt die gelungenen und klassischen Mechaniken, die das Genre einst so beliebt gemacht haben. Es sei eine „wahre Freude, Elementallis zu spielen“ – hui!
Die bisherigen Nutzerwertungen bei Steam fallen ebenfalls „sehr positiv“ aus. „Wer Zelda mag, wird voll auf seine Kosten kommen. Eine absolute Indie-Perle“, resümiert ein Fan. Keine Frage, hier gibt es offenkundig viel Zelda-Liebe. Elementallis fügt dem bekannten Stil jedoch eine eigene Note hinzu. So ist die namensgebende Elementarenergie ein zentrales Gameplay-Element.
Die Welt im Ungleichgewicht
Die Welt in Elementallis ist durch das Ungleichgewicht der Elemente dem Untergang geweiht – und ihr seid nicht ganz unschuldig daran. Von Schuldgefühlen getrieben begebt ihr euch auf eine Reise, um das Gleichgewicht der Naturkräfte wiederherzustellen.
Im Spiel gilt es, die Macht von Feuer, Wasser, Elektrizität und weiteren Elementen zu meistern, um Gegner zu bekämpfen und eine weitläufige Welt voller uralter Tempel, Rätsel und Geheimnisse zu erkunden. Acht unterschiedliche Tempel bieten abwechslungsreiche Herausforderungen mit verzwickten Aufgaben, gefährlichen Gegnern und imposanten Bosskämpfen.
Elementallis ist jetzt für Nintendo Switch, Steam, PlayStation und Xbox erhältlich. Noch gibt es in den digitalen Stores die Launchrabatte. Seinen Anfang nahm das Projekt übrigens einst bei Kickstarter. Über 2.800 Unterstützende hatten vor Jahren etwa 110.000 Euro zusammengetragen. Das Warten hat sich wohl gelohnt!
Der Launchtrailer:
Bildmaterial: Elementallis, Top Hat Studios, Ankae Games

Nostalgie ist eine eigenwillige Religion. Da kuckst du durch eine rosarote Brille auf Vergangenes und ignorierst einfach alles, was damals nicht so prima war.
Ich bin jetzt sechs Stunden in Elementallis unterwegs. Das ist weniger Hommage an Link to the Past und mehr Ripoff. Natürlich hat man auch alles kopiert, was am Original vielleicht nicht so toll war und auch nicht mehr zeitgemäß ist. Das erwarten die Retro-Gamer, oder zumindest glauben die Entwickler das.
Kurz, ich hatte Anfangs ziemlich Freude an Elementallis, aber nach sechs Stunden wird es doch so langsam Schwerstarbeit, die rosarote Brille aufzubehalten und mir einzureden, ich hätte noch das gleiche Reaktionsvermögen, die gleiche Zeit und die gleiche Geduld wie vor 35 Jahren.
Eine Einstellung des Schwierigkeitsgrades gibt es nicht. Die Endgegner sind teils bockschwer, teils unfair, also nur mit Glück zu besiegen. Jede Potion, die man dabei verbraucht, steht für den nächsten Anlauf nicht mehr zur Verfügung. Manual Save gibt es trotz eines Buttons im Menü nicht. Ein Controller ist Pflicht, sorry PC-Spieler. Die Karte ist komplett unbrauchbar. Die Unity-Kollisionsabfrage ist ein Alptraum. Die Checkpoints sind teils blödsinnig. Limitiertes Inventar könnte für mich gerne aus dem Katalog der Videospielmechaniken komplett verschwinden. Das ständige Umschalten zwischen den Kräften wird mit jeder neuen Kraft umständlicher und qualvoller, zumal das Spiel dabei nicht anhält, sondern nur in einen Zeitlupenmodus geht. Und bei neun Kräften, die alle neue Wege freischalten, rennt man ohne diese zunächst einmal stundenlang gegen irgendwelche Wände.
Sogar die teils hochgelobte Musik finde ich bislang nichtssagend – für mich ein ziemliches Novum.
Ich setz mich nochmal dran gleich ... aber die Lobhudeleien kann ich tatsächlich nicht so nachvollziehen.