| Titel | Neverness to Everness |
| 29. April 2026 | |
| Perfect World Entertainment | |
| 29. April 2026 | |
| Perfect World Entertainment | |
| 29. April 2026 | |
| Perfect World Entertainment | |
| System | PS5, PC, Mobile |
| Getestet für | PC |
| Entwickler | Hotta Studios |
| Genres | Action-RPG |
| Texte |
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| Vertonung |
Neverness to Everness ist ab sofort für alle spielbar, auch für Fans mit chronisch leichtem Geldbeutel. Nach der tollen Beta blickten wir gespannt der Vollversion entgegen. Nicht nur Teile unserer Community konnten wir mit der Begeisterung für dieses überaus ambitionierte Free-to-Play-Gacha-Game der Hotta Studios und Perfect World Entertainment anstecken, sondern sogar mehrere tausend Fans im deutschsprachigen Raum, welche unseren Anspielbericht per Internetsuche fanden. Dazu kommen über 35 Millionen Vorregistrierungen weltweit durch eine massive Social-Media-Marketingkampagne zum Spiel, die wir in dieser Form noch selten erlebt haben.
Kann Neverness to Everness am Ende die Erwartungen der Fans erfüllen, oder geht es wie bei Nanally im Spiel nach einem ambitionierten Sprint an der Fassade der Hochhäuser schnell auf den Boden der Tatsachen zurück? Um eines vorwegzunehmen: Das Gameplay und die Story sind sehr gut. Doch es gibt auch mehrere Probleme, die sich bereits in der Beta abzeichneten.
Das vielleicht ambitionierteste F2P-Gacha-Spiel bisher
Das Gameplay von NTE ist vielfältig, die unzähligen Möglichkeiten in der Großstadt Hetherau fast schon überwältigend. Beginnend mit einer großen Schlacht, in der eine riesige Anomalie außer Kontrolle geraten ist und die imaginäre chinesische Großstadt „Hetherau“ zu übernehmen droht, seid ihr als Anomalie-JägerIn eines Antiquitätenladens dafür verantwortlich, auftauchende Anomalien zu bewerten und bei Bedarf auch zu bekämpfen.
Diese sind in NTE omnipräsent – an allen Orten entstehen sie, kreieren Monster im „Gravity Rush“-Stil, verursachen Raum-Zeit-Verschiebungen und verleihen Menschen, Tieren und Objekten übernatürliche Kräfte. Die von der Realität abgetrennten Orte erinnern häufig an die Dungeons der Persona-Reihe, sind jedoch im Gegensatz zu diesen nicht zufallsgeneriert. Wer mehr über die ersten Stunden der Story wissen möchte, dem sei unser Anspielbericht der Beta nahegelegt.
Die Präsentation der Story und Großstadt überzeugt
Die Story-Sequenzen werden aufwändig und beeindruckend präsentiert, oft garniert mit handgezeichneten 2D-Overlays oder gar komplett handgezeichneten Szenen. Auch bei der Musik wurde nicht gespart: Die orchestrale Musikuntermalung ist während der Hauptstory top und unterstützt die mysteriöse Atmosphäre des Spiels sehr gut. Kameraarbeit und Inszenierung wurden zum Start noch mal verbessert, auch an den Effekten wurde noch mal geschraubt. Dadurch wirkt die Großstadt inklusive angrenzender Regionen noch mal etwas runder und überzeugender.
Neverness to Everness ist im aktuellen Zustand ein Spiel, das es durchaus mit Vollpreis-Produktionen aufnehmen kann. Zu viel sollte man jedoch auch nicht erwarten – ein echter „GTA“-Konkurrent zum Nulltarif ist NTE nicht. Dennoch macht das vielleicht ambitionierteste F2P-Gacha-Spiel bisher sehr viel Spaß und bietet sehr viel Freiheit und Möglichkeiten abseits des roten Story-Fadens, vom Betreiben einer Café-Kette über den Kauf mehrerer Penthouse-Wohnungen bis hin zu Stadt-Lieferungen und Rennen mit sportlichen Motorrädern und Fahrzeigen. Dazu gibt es mehrere Minispiele, von Angeln über Mahjongg, Bandproben, bis hin zu Gacha-Sammlungen, Greifarm-Automaten und Multiplayer-Tetris in der Arcade.
Viele kleine Probleme im Detail
Bei der ungeheuren Masse an Spielinhalt bleibt es nicht aus, dass manche Bereiche nicht ganz optimal wirken. Vereinzelte Animationen sind ziemlich steif, was besonders in den Zwischensequenzen auffällt. Bei wichtigen Szenen wurde allerdings ordentlich an den Animationen gefeilt.
In den actionreichen Kämpfen könnte die Kamera gerne noch etwas flexibler und dynamischer sein, ebenso wirkt das Fahrgefühl mehrerer Fahrzeuge noch nicht wirklich gut. Viele amüsante Momente brachte die noch etwas unausgereifte Kollisionserkennung.
Unser Favorit war die ohne Fremdeinwirkung einknickende Straßenlampe auf der anderen Straßenseite, als wir einen Metallzaun überfuhren – offenbar eine schwer erklärbare Kettenreaktion der Physik-Engine des Spiels, denn die Straßenlampe war ebenfalls von Metallabsperrungen umgeben. Dazu kommt das bisher etwas vernachlässigte Autoradio, das nach mehreren Stunden Spielzeit etwas repetitiv wirkt. Doch das meiste davon ist zu verschmerzen, da der Kern des Spiels überzeugt.
Kritik aus China am Pacing
Die lobenswerte, spannende und mysteriöse Story bekommt nach wenigen Stunden einen leichten Dämpfer. Das Story-Pacing wird in der bereits spielbaren China-Version des Spiels kritisiert, und das nicht zu Unrecht. Die Hauptquest des Anomalie-Otters Tageydo wirkt nach einer spannenden Anfangsphase fehl am Platz.
In dieser Mission müsst ihr eurem kleinen Freund beim Dating helfen. Ohne zu viel spoilern zu wollen wirkt die Story etwas konstruiert, führt euch aber währenddessen durch zentrale Bereiche von Heteherau und zeigt auf, dass auch kleine Anomalien in der Masse zum Problem werden können. Sowohl vor als auch nach dieser Questline geht es in den aufwändig und kreativ gestalteten Dungeons spannend und mysteriös zu – nur dieser Teil wirkt wie eine zu groß geratene Nebenquest, die sich in die Hauptquests verirrt hat.
Monetarisierung ins Gameplay eingebaut – Grind ist vorprogrammiert
Wie bei vielen F2P-Spielen ist die Monetarisierung ins Gameplay eingebaut. In den Kernpunkten orientiert man sich an anderen Genrevertretern, das Charakter-Gacha ist sogar auffällig fair und auch die Haupt-Storyline ist lange ohne Grind oder zusätzliche Ausgaben spielbar.
Jedoch ist das bereits im Anspielbericht angesprochene, süchtig machende multiple Level-System der verschiedensten Bereiche des Spiels ein Faktor, der wie befürchtet zum Problem wird. Die verschiedenen Level messen nicht nur die Progression in verschiedensten Bereichen des Spiels, sondern limitiert sie zum Teil auch. Solltet ihr also außerhalb der Hauptquests mehrere Bereiche der Stadt ausbauen wollen, stellt euch auf eine mühsame Progression ein – oder zahlt Echtgeld.
Nicht nur Echtgeld ist ein Thema in NTE, auch die virtuelle in-Game-Währung ist zum Teil nur schwer zu verdienen. Das liegt an den limitierten Energie-Ressourcen, die ihr für Ingame-Jobs nutzen könnt. Kurz: Um euch eine teure Penthouse-Wohnung im Stadtzentrums-Wolkenkratzer mit moderner Einrichtung inklusive sportlichem Flitzer leisten zu können, ist wochen-, wenn nicht sogar monatelanger Grind angesagt.
Es gibt im Spiel jedoch die Möglichkeit, mit illegalen Aktivitäten schnell reich zu werden. Denn wo Reichtum angehäuft ist, gibt es auch einen Tresor, der geknackt werden will. Die Community sammelt hierzu bereits die besten Optionen, die jedoch riskant werden können und euch im schlechtesten Fall ein oranges Jäckchen und eine kleine Gitterzelle einbringen. Auf der anderen Seite muss das auch nicht unbedingt negativ sein: Für Unterhaltung bis in den Herbst hinein ist damit gesorgt.
Spielperformance in den unteren Qualitätsstufen gut
Etwas zu viel versprochen haben die Hotta Studios und Perfect World bei den High-End-Grafikoptionen. Das volle Feature-Set von DLSS 4.5 inklusive Raytracing und Multi Frame Generation und den vielen Einstellungsmöglichkeiten der Unreal Engine 5 sind vorhanden. Doch die Performance bei den High-End-Optionen enttäuscht und führt zu wiederholten Framerate-Einbrüchen.
Ein exklusives PC-Problem ist die Shader-Kompilierung – schon die ersten Minuten von Neverness to Everness sind durchsetzt von kleinen Rucklern. Ebenso PC-exklusiv dürfte die schwache Implementierung von Raytracing und HDR sein, die vor allem bei der Beleuchtung deutlich sichtbare Probleme hervorrufen. Das Pop-In von Objekten ist etwas zu deutlich sichtbar und störend.
In niedrigen und mittleren Grafiksettings ist die Performance jedoch überraschend gut für ein derart ambitioniertes Spiel. Erste Berichte aus China stellen fest, dass das Spiel auch unter den ohnehin schon geringen Mindestanforderungen noch akzeptabel läuft – zum Beispiel auf Grafikkarten mit nur 4 GB VRAM oder diversen integrierten Grafikeinheiten.
Kurz zusammengefasst: Alles über mittleren Grafikeinstellungen benötigt noch Optimierung bei der Performance, darunter läuft das Spiel jedoch hervorragend. Auf den Smartphones, insbesondere dem iPhone, wird die Performance auf Social Media durchweg gelobt.
Beschäftigt über Monate, hat aber auch mit Problemen zu kämpfen
Neverness to Everness können wir trotz der Schwächen der F2P-Gacha-Mechaniken empfehlen. Die aufwändig gestaltete Großstadt Hetherau, die nett ausgearbeiteten Charaktere und die überwiegend überzeugende, mysteriöse Detektiv-Story rund um Raum und Zeit manipulierende Anomalien ist erfrischend und gut präsentiert. Hetherau ist vielfältig und lädt zum Erkunden ein – nicht nur wegen der unzähligen Möglichkeiten, Minispiele, Geheimnisse und Easter Eggs.
Die Schwächen des Spiels liegen vor allem im Detail und der Monetarisierung, welche die Progression abseits der Hauptstory limitiert, um euch zum Geld ausgeben zu bewegen. Positiv aufgefallen ist vor allem die gute Performance auf schwächeren Geräten und Smartphones. Wer nur einen älteren PC oder ein Smartphone hat und trotzdem ein frisches und umfangreiches Spiel spielen möchte, kann bedenkenlos bei Neverness to Everness zugreifen.
Story
Gameplay
Grafik
Sound
Sonstiges
Bildmaterial: Neverness to Everness, Perfect World Games, Hotta Studio

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