| Titel | Darwin’s Paradox |
| 02. April 2026 | |
| Konami | |
| 02. April 2026 | |
| Konami | |
| 02. April 2026 | |
| Konami | |
| System | PlayStation 5, Xbox Series, PC, Nintendo Switch 2 |
| Getestet für | PC (Steam) |
| Entwickler | ZDT Studio |
| Genres | Puzzle-Plattformer |
| Texte |
|
| Vertonung |
Die letzte State of Play im Februar dieses Jahres war schon beeindruckend. Mehrere neue Ankündigungen und das ausgerechnet von Konami. Nicht viele haben mit so einem Comeback gerechnet. Inmitten von Metal Gear Solid und neuen JRPGs hat auch ein kleiner Oktopus seine Trailer-Premiere gefeiert.
Darwin’s Paradox ist das erste Spiel von ZDT Studio. Einem Pariser Studio, das von ehemaligen Branchenveteranen gegründet wurde. Eine Aussage, die aus offensichtlichen Gründen für Aufsehen sorgt. Nun konnten wir den Puzzle-Plattformer genauer unter die Lupe nehmen und entscheiden, ob Oktopoden sich als Helden eignen.

Ebbe
Nicht viele Puzzle-Plattformer glänzen mit ihrer tiefen Erzählung und genau hier reiht sich Darwin’s Paradox eindeutig ein. Die Geschichte ist zeitgleich simpel und abstrakt, da der Held eben ein Oktopus ist und nicht ordentlich kommunizieren kann. Kurz gesagt: Aliens wollen die Erde mittels grünem Gehirnwäsche-Schleim erobern und entführen dabei den Partner unseres achtarmigen Protagonisten. Um diesen zu befreien, muss der kleine Oktopus tief in das Herz der humoristischen Invasion eintauchen und dabei alle möglichen terrestrischen und extraterrestrischen Hindernisse umgehen.
Dank der tollen Animationen der humorvollen Invasion und der Dialog-freien Erzählung trifft der ein oder andere Lacher mitten ins Schwarze, aber die Geschichte an sich wird von den vielen geskripteten Sequenzen in den Hintergrund gerückt. Von einer Verpackungsfabrik über düstere Labore bis hin zu einem Karatezentrum zum Training der außerirdischen Roboter – hier wird die wahre Geschichte erzählt.
Leider dauert das Ganze dabei keine fünf Stunden. Der ominöse Soundtrack passt zwar gut, ist aber generisch und absolut unmemorabel. So bleibt hier nur die Optik als einzige große Stärke. Das gilt sowohl für das Art-Design, das teilweise an große Studio-Produktionen erinnert, als auch für die grafische Qualität an sich, die das mal mehr und mal weniger maritime Thema mittels Unreal Engine 5 schön umsetzt.

Oktopussy
Spielerisch überzeugt das Oktopus-Abenteuer nur teilweise. Auf einer strengen 2D-Ebene kann der Oktopus zwar an jeder Oberfläche haften, was viele Möglichkeiten eröffnet, aber die kleinen Areale nutzen dieses Potenzial nicht voll aus.
Hinzu kommt eine Tarnfunktion, die auf Knopfdruck angewandt werden kann, sowie die Möglichkeit, Tinte zu verspritzen, um sich darin zu verstecken. Das passt zum Stealth-Kern des Gameplays, ist für das kurze Spiel jedoch zu wenig und nur in bestimmten Situationen einsetzbar.
Weder die Rätsel noch die Stealth-Einlagen sind besonders komplex und am Ende ist es eher die unpräzise und teils träge Steuerung, die für die meisten Neustarts und Frustrationen verantwortlich ist. Letzteres kommt dabei für ein Spiel dieser Länge viel zu häufig vor. Trial-and-Error gehört bei Plattformern zwar dazu, hilft aber hier nicht.

Lieber das Steak
Die klassischen Bosskämpfe, sofern man sie so nennen kann, sind nur kleine Fluchteinlagen, die man in so vielen anderen Puzzle-Plattformern schon viel besser gesehen hat. Generell fasst das Darwin’s Paradox ganz gut zusammen. Praktisch jedes Element hat man im übersättigten Genre schon mal genauso oder besser gesehen. Ob Limbo, Ori oder eine der vielen anderen Genre-Koryphäen, Darwin’s Paradox kommt an diese nicht einmal annähernd heran. Sehr schade.
Trotz der überschaubaren Dauer bietet das Spiel kaum Wiederspielwert. Es gibt nur 20 lustige Werbungen/Zeitungs-Ausschnitte zu finden, die sonst nichts Intrinsisches bieten und an offensichtlichen Orten versteckt sind. Ansonsten bleibt es, was Erkundung angeht, eher mau.
Technisch gibt es nicht viel zu bemängeln. Selbst ein schwacher PC wird mit dem Spiel keine Probleme haben, aber eben auf niedrigen/mittleren Grafikeinstellungen und nur in 30 FPS. Für die beste Optik und stabile 60 FPS braucht es schon einen sehr starken Rechner, was wohl kaum für die Optimierung dieses kleinen Plattformers spricht. Dennoch bin ich immer froh darüber, wenn ein neues Spiel auch auf dem Steam Deck stabil läuft, auch wenn es optisch deutliche Einbußen gibt.

Weniger saugstark
Eigentlich war ich Darwin’s Paradox sehr wohlwollend gesinnt. Es sollte immer gelobt werden, wenn große Publisher das viele Geld, welches sie mal mehr und mal weniger verdient haben, in kleine Projekte investieren. Ebenso sollten Entwickler gefeiert werden, die der Großindustrie entfliehen und mit einem kleineren Studio kreative Risiken eingehen. Aber hier ist die Rechnung nicht ganz aufgegangen.
Darwin’s Paradox hat zweifellos seine Stärken wie das tolle Art-Design, die starke Optik, die schönen Animationen oder den humorvollen Ton. Einige Einlagen als Oktopus sind dabei auch durchaus gelungen. Aber mit nur knapp fünf Stunden Spielzeit und wenig Wiederspielwert in einem vor Koryphäen strotzenden, übersättigten Genre reicht es leider nicht.
Statt spannender Rätsel und komplexer Stealth-Einlagen gibt es eine oft unpräzise Steuerung und Frustration trotz großzügiger Checkpoints. Nichtsdestotrotz kann man mit Darwin’s Paradox seinen Spaß haben und spürt die Leidenschaft der Entwickler.
Story
Gameplay
Grafik
Sound
Sonstiges
Bildmaterial: Darwin’s Paradox, Konami, ZDT Studio

0 Kommentare