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„200 Stunden Arbeit“ – Pokémon-Fansite wirft „Pokopia“-App dreisten Datendiebstahl vor

Pokémon Pokopia kann gerade zu Beginn ziemlich überwältigend wirken. Die Vielzahl an Pokémon, unterschiedliche Habitate, zahlreiche Materialien und Rezepte zum Crafting – all das sorgt dafür, dass viele Spielerinnen und Spieler schnell den Überblick verlieren.

Kein Wunder also, dass sich viele Fans Hilfe bei externen Webseiten und Datenbanken suchen, die alle Informationen übersichtlich sammeln. Eine der bekanntesten Seiten in der Pokémon-Community ist dabei Serebii. Doch genau hier sorgt ein neuer Vorfall derzeit für Diskussionen.

Fanseite wirft Companion-App Datendiebstahl vor

Serebii-Betreiber Joe Merrick erklärte auf Twitter, dass eine neue Companion-App namens Pokopedia offenbar Inhalte seiner Guides übernommen haben soll. Laut Merrick habe er über 200 Stunden damit verbracht, Pokémon, Habitate, Rezepte und Geheimnisse in Pokémon Pokopia zu dokumentieren.

Die App präsentiert sich als praktisches Nachschlagewerk für Fans, das Informationen zu Pokémon-Habitaten, Fähigkeiten und weiteren Spielsystemen bereitstellt. Doch laut Merrick spiegeln einige Inhalte exakt den damaligen Stand seiner Datenbank wider – inklusive Fehlern, die während der Erstellung der Guides aufgetreten sind.

Merrick schrieb dazu sinngemäß, dass seine umfangreiche Dokumentationsarbeit offenbar von anderen genutzt werde, um daraus Profit zu schlagen. Die App selbst stammt vom Entwickler Hugo Duarte und bietet unter anderem eine kostenpflichtige Option, mit der sich Werbung entfernen lässt. Einige bekannte Pokémon-Creator hatten Pokopedia bereits empfohlen, offenbar ohne von den Vorwürfen zu wissen.

Entwickler reagiert auf die Vorwürfe

Mittlerweile hat sich auch Entwickler Hugo Duarte zu den Vorwürfen geäußert. Er erklärte, dass er die App zunächst mit eigenen Daten sowie öffentlich verfügbaren Informationen aufgebaut habe und später auch Community-Quellen wie Serebii genutzt habe, da die Datenmenge für eine einzelne Person zu groß geworden sei.

Er sagte dazu: „Irgendwann gab es einfach zu viele Daten, als dass eine Person sie alle hätte bewältigen können, also begann ich, andere öffentlich zugängliche Community-Quellen zu nutzen, darunter auch Serebii.“

Duarte betonte außerdem seinen Respekt für die Arbeit von Joe Merrick und kündigte an, künftig entsprechende Quellenangaben in der App ergänzen zu wollen. Gleichzeitig erklärte er, dass die Reaktionen im Netz inzwischen über normale Kritik hinausgegangen seien: „Ich war Opfer gezielter Anfeindungen, weshalb ich mich entschlossen habe, mich vorerst aus dieser Situation zurückzuziehen.“

Habt ihr schon einmal eine solche Website benutzt? Wie würdet ihr die aktuelle Situation bewerten?

via Kotaku, Bildmaterial: Pokémon Pokopia, The Pokémon Company, Nintendo, Game Freak, Koei Tecmo

1 Kommentar

  1. Kann seinen Unmut gut verstehen. Da gibt sich der Serebii-Betreiber selbst enorme Mühe und investiert viel Zeit in Dokumentationsarbeit, die frei zugänglich ist - und dann nutzt jemand diese Daten und schlägt mit Hilfe einer App daraus Profit. Geht hier gar nicht um die Höhe der Summe, es ist einfach ein grobes Fehlverhalten. Er sollte Joe Merrick einen Teil des erhaltenen Gewinns als Entschädigung erhalten und eine Entschuldigung, das wäre das Mindeste. Den Respekt hat er sowieso verdient und das von der ganzen Community.

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