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Zahltag bei Atlus: Persona-Studio erhöht Gehälter und begrenzt Überstunden

Atlus hat umfassende Änderungen an seinem Vergütungssystem angekündigt. Das Studio hinter Reihen wie Persona und Shin Megami Tensei will sowohl die Einstiegsgehälter für neue Mitarbeitende erhöhen als auch die Grundgehälter bestehender Angestellter deutlich anheben.

Ab April 2026 steigt das monatliche Einstiegsgehalt für neue Mitarbeiter von 300.000 Yen auf 330.000 Yen. Umgerechnet entspricht das etwa 1.800 Euro statt bisher rund 1.640 Euro pro Monat. Gleichzeitig kündigte das Unternehmen an, die jährlichen Grundgehälter aller festangestellten und vertraglichen Mitarbeiter im Durchschnitt um rund 15 Prozent zu erhöhen.

Weniger Überstunden, mehr Fokus auf Kreativität

Neben den Gehaltserhöhungen plant Atlus auch Änderungen bei der Arbeitszeit. Die bislang fest eingeplanten (bezahlten) Überstunden werden reduziert: Statt bisher 30 Stunden pro Monat sollen künftig nur noch 20 Stunden feste Überzeit vorgesehen sein.

Laut Atlus soll die Anpassung dazu beitragen, Kreativität und Produktivität der Mitarbeitenden zu fördern. Investitionen in Personal seien entscheidend, um weiterhin „inspirierende Spielerlebnisse“ liefern zu können. Gleichzeitig wolle man trotz steigender Lebenshaltungskosten ein stabiles Arbeitsumfeld schaffen und den Beschäftigten mehr Sicherheit bieten.

Die Entscheidung dürfte auch vom Mutterkonzern Sega beeinflusst sein. Dieser hatte bereits im November 2025 angekündigt, Einstiegsgehälter ebenfalls von 300.000 auf 330.000 Yen (etwa 1.800 Euro) zu erhöhen und zusätzlich eine allgemeine Gehaltserhöhung von rund 10 Prozent für bestehende Mitarbeiter umzusetzen.

Die japanische Spielebranche befindet sich zunehmend in einem Wettbewerb um talentierte Entwickler. Große Unternehmen versuchen daher verstärkt, Fachkräfte durch bessere Arbeitsbedingungen und höhere Gehälter zu gewinnen. Auch andere Branchengrößen wie z.B. Nintendo hatten in den vergangenen Jahren ähnliche Maßnahmen angekündigt.

via Automaton Media, Bildmaterial: Persona 3 Reload, Atlus, P-Studio

1 Kommentar

  1. Atlus hat umfassende Änderungen an seinem Vergütungssystem angekündigt. Das Studio hinter Reihen wie Persona und Shin Megami Tensei will sowohl die Einstiegsgehälter für neue Mitarbeitende erhöhen als auch die Grundgehälter bestehender Angestellter deutlich anheben.

    Da geht mir als Gewerkschafter das Herz auf. :) Glücklicherweise kann sich die Erhöhung durchaus sehen lassen und auch die Reduzierung der verpflichtenden Überstunden ist sehr zu begrüßen - und das scheinbar ohne vorausgegangenen Arbeitsstreik. Wenn ich mir Tarifverträge hier anschaue, sehe ich die Pflichtüberstunden kritisch, da sie eine Flexibiliisierung bei den Mitarbeitern bewirken und feste Arbeitspläne aufweichen. Aber da will ich nicht urteilen, nachdem ich die japanische Einstellung zu dem Thema nicht kenne.

    Noch ein Vergleich: in unseren Gefilden gibt es schon bei 2-5% Lohnerhöhungsforderungen Warnstreiks oder sogar tagelange Arbeitsniederlegungen, da Arbeitgeber hier sehr schnell blockieren und es gern drauf ankommen lassen. Entsprechend sind 10% für die Atlus-Mitarbeiter sehr erfreulich. Jetzt will ich aber auch bald was von Persona 6 und SMT 6 hören! :D

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