Der Free-to-Play-Shooter Highguard ist inzwischen Geschichte. Erst vor wenigen Tagen wurden die Server endgültig abgeschaltet. Schon kurz nach der Veröffentlichung hatte sich für viele SpielerInnen abgezeichnet, dass das Projekt Schwierigkeiten bekommen könnte.
Einer der wichtigsten Indikatoren für solche Diskussionen sind inzwischen oft die öffentlich einsehbaren Spielerzahlen – vor allem über Dienste wie SteamDB. Nun ist eine neue Website aufgetaucht, die genau diese Daten in den Mittelpunkt stellt und auswertet.
Sie trägt den Namen „Flopathon“ und will laut eigener Aussage Spiele verfolgen, die möglicherweise scheitern. Die Seite greift dabei ebenfalls auf Daten von SteamDB zurück, setzt den Fokus jedoch stärker auf eine Bewertung durch die Community. Die Resonanz ist gemischt.
Das ist Flopathon
Auf der Startseite beschreibt das Projekt seine Mission recht deutlich: „Während sich die Publisher hinter ihren eigenen Zielen und PR-Geschichten verstecken, konzentrieren wir uns auf das, was wirklich zählt – die Spieler. Rohdaten. Echte Zahlen. Keine Schönfärberei.“
Die Seite verfolgt dabei mehrere Grundprinzipien: Spielerzahlen sollen ungefiltert verfolgt werden, die Community soll selbst entscheiden, ob ein Spiel ein Flop ist, und laut Betreiber soll es weder Unternehmens-Einfluss noch bezahlte Bewertungen geben. Besuchende können einzelne Spiele zudem bewerten – etwa mit „Flop“ oder „Hot“.
Darüber hinaus gibt es eine Liste sogenannter „Targets“, also Spiele, die besonders beobachtet werden. Aktuell stehen dort unter anderem Marathon, Crimson Desert, Solasta II, Last Flag, Monster Hunter Stories 3: Twisted Reflection, Skull and Bones sowie 1348 Ex Voto.
Für jedes dieser Spiele werden Diagramme zu Spielerzahlen, Trends und Abstimmungen der Community angezeigt. Ergänzt wird das Ganze durch Chat-Logs und ein Discord. Ein Nutzer schreibt dort etwa: „Diese Seite ist echte Web-Demokratie. Zum Teufel mit den Neinsagern.“
Ganz neu ist die Idee allerdings nicht. Dienste wie SteamDB liefern ähnliche Daten bereits seit Jahren. Der Unterschied liegt hier vor allem darin, dass Flopathon die Diskussion darüber, ob ein Spiel erfolgreich oder gescheitert ist, stärker in den Mittelpunkt stellt.
Zwischen Datenanalyse und Schadenfreude
Dabei stellt sich auch die Frage, wie sinnvoll solche Plattformen sind. Gerade in den letzten Jahren scheint es fast in Mode gekommen zu sein, Spiele anhand kleiner negativer Meldungen sofort als Flop abzustempeln.
Gleichzeitig darf man nicht vergessen, dass hinter vielen dieser Projekte echte Entwicklerteams stehen und zahlreiche Arbeitsplätze daran hängen. Kritik an Spielen ist natürlich legitim – doch sich am möglichen Scheitern eines Projekts zu erfreuen, wirkt auf manche Beobachter zumindest fragwürdig. PushSquare nennt das Projekt einen Tiefpunkt der Gaming-Kultur.
Tatsächlich dürften wenige dürften der Meinung sein, Flopathon biete einen gewissen toxischen Nährboden. Dazu dürfte auch die martialische Aufmachung beitragen. Overwatch-Designer Dylan Snyder nannte es kürzlich ein „typisches Verhalten von Arbeitslosen ohne Freundin“, die Spielerzahlen auf Steam zu nutzen, um auf Spiele wie Marathon herabzuschauen. Seine Meinung zu Flopathon dürfte entsprechend ausfallen. Was ist eure Meinung zu dieser Seite?
via The Gamer, Bildmaterial: Highguard, Wildlight Entertainment

Naja wenn niemand Flopathon nutzt wird Flopathon zum Flop.
Muss sagen das mich dieser Trend im Internet wo man sich an den Verlust von anderen aufgeilt ziemlich widerlich. Was mal einfach eine interessante Beobachtung war, wurde zu einen "mein Geschmack ist besser weil das Spiel was ich mag hat mehr Spieler auf steam".