| Titel | Nioh 3 |
| 06. Februar 2026 | |
| Koei Tecmo | |
| 06. Februar 2026 | |
| Koei Tecmo | |
| 06. Februar 2026 | |
| Koei Tecmo | |
| System | PlayStation 5, PC |
| Getestet für | PlayStation 5 |
| Entwickler | Team Ninja |
| Genres | Soulslike |
| Texte |
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| Vertonung |
Ein weiterer großer Vertreter im Souls-Genre ist zweifelsohne die Nioh-Reihe aus dem Hause Team Ninja. Mit dem ersten Teil der Reihe schafften es die japanischen Entwickler im Jahre 2017 eine ernstzunehmende Alternative zu den ebenfalls aus Japan stammenden Titeln des Entwicklers FromSoftware zu etablieren. Der damals PlayStation-4-exklusive Titel erschien später auch noch für PCs.
Die Nioh-Reihe orientierte sich zwar bereits von Beginn an stark an den FromSoftware-Titeln, schaffte es mit neuen Gameplay-Elementen und dem ein oder anderen Kniff allerdings gekonnt auch eigene Ideen im eigentlich recht festgefahrenen Genre umzusetzen und dem Ganzen einen eigenen Touch zu verleihen.
Dem durchaus beachtlichen Erfolg des ersten Teils ist es letztendlich zu verdanken, dass wir nach und nach mit weiteren Story-DLCs und später sogar mit einem Nachfolger versorgt wurden. Denn im Jahre 2020 erschien mit Nioh 2 ein vollwertiger Nachfolger, der neben noch eindrucksvolleren Bosskämpfen auch das ein oder andere neue Gameplay-Element zu bieten hatte. Auch hier folgten nach und nach weitere DLCs. Einige Zeit später erschien der Titel zusammen mit dem ersten Ableger der Reihe auch noch für PCs und in einer technisch aufgewerteten Version auch für PlayStation 5.
Im Juni 2025 war es dann letztendlich so weit und der Publisher Koei Tecmo kündigte den dritten Teil der erfolgreichen Reihe an. Nioh 3 soll den Erfolg der beiden Vorgänger wiederholen und vielleicht sogar noch toppen. Erstmals in der Geschichte der Nioh-Reihe soll Nioh 3 nun sogar eine Open-World einführen.
Bereits am 6. Februar ist es so weit und wir dürfen erneut in die Rolle eines furchtlosen Kriegers schlüpfen, der es mit den unzähligen Horden der Unterwelt aufnehmen muss. Ob sich das brandneue Samurai-Abenteuer aus dem Hause Team Ninja erneut gegen die mächtige Genre-Konkurrenz aus dem Hause FromSoftware behaupten kann und ob sich der Ausflug in das dämonenverseuchte Japan lohnt, erfahrt ihr natürlich wie immer in unserem ausführlichen Test.
Ein Kampf, der das Schicksal der Welt für immer entscheiden soll
Die Geschichte von Nioh 3 spielt zur Zeit der frühen Edo-Periode. Wir übernehmen die Rolle des Tokugawa Takechiyo, der den Kampf zwischen den Menschen und den finsteren Dämonen der Unterwelt sogar über die Zeiten hinweg bestreiten muss.
Takechiyo, der während dieser turbulenten Zeit zum Shogun ernannt werden soll, ahnt allerdings nicht, dass sein jüngerer Bruder Tokugawa Kunimatsu andere Pläne für ihn und das zukünftige Shogunat vorgesehen hat. Der von blinder Wut getriebene Kunimatsu lässt sich anschließend von der dunklen Seite beeinflussen und leitet eine Horde finsterer Yokai direkt zum Schloss Edo um dieses und damit einhergehend auch seinen Bruder, den zukünftigen Shogun, zu stürzen. Das Chaos beginnt und eine neue Ära des Krieges zwischen den Menschen und den Yokai entfacht.
Abseits der Edo-Periode bereisen wir in diesem neuen Abenteuer aus dem Hause Team Ninja auch die Sengouku-, die Heian- und die Bakumatsu-Periode. Erstmals in der Geschichte der Nioh-Reihe gibt es also Zeitsprünge innerhalb der Geschichte. Auf diesem beschwerlichen Weg trifft man auch auf allerlei historische Charaktere wie beispielsweise Hattori Hanzo und Saito Fuku. Eine spannende Geschichte inmitten eines turbulenten Krieges erwartet uns.
Gewohnte Soulslike-Kost gepaart mit einigen neuen Ideen
Spielerisch bleibt sich die Reihe natürlich auch weiterhin treu und so setzt auch Nioh 3 auf die allseits bewährte Souls-Formel. Auch Teil 3 verlässt sich also auf die bewährten Stärken der Vorgänger und kann vor allem mit den beeindruckenden und absolut fordernden Bosskämpfen glänzen. Ein Boss ist gefühlt schwerer als der andere und speziell im späteren Spielverlauf wird einem wirklich alles abverlangt. Hier muss man seinen Charakter und damit auch die Waffen und deren Spezialfähigkeiten wirklich äußerst gut beherrschen um am Ende siegreich aus den Kämpfen zu gehen. Extrem anspruchsvoll und absolut nichts für schwache Nerven.
Mit unzähligen Rüstungen und Upgrades kann man sich das digitale Leben zwar etwas erleichtern, jedoch wird genau dieser Aspekt durch die schier endlose Item-Drop-Flut nach wie vor etwas erschwert. Hier noch die Übersicht zu behalten, nachdem man gefühlte hundert Mal das gleiche Rüstungsteil erhalten hat, ist wahrlich nicht einfach. Hier schaffen es die Entwickler von Team Ninja auch nach unzähligen ähnlichen Titeln einfach nicht das gefühlt wahllose Item-Drop-System anzupassen. Auch das 2024 erschienene Rise of the Ronin hatte dieses Problem. Durch den deutlich geringeren Schwierigkeitsgrad fiel das bei diesem Titel jedoch nicht so sehr ins Gewicht wie bei den Nioh-Ablegern oder Wo Long: Fallen Dynasty.
Charakteranpassung ist das A und O um erfolgreich zu sein
Wie in diesem Genre üblich, macht die Charakterentwicklung die Musik und so ist es extrem wichtig, dass man sich gut mit den Fähigkeiten, den Skills und den unzähligen Gegenständen auseinandersetzt. Denn gerade Bosskämpfe, die sich während der ersten Versuche noch unmöglich anfühlen, werden mit dem geschickten Einsatz des richtigen Items oder der richtigen Waffe plötzlich durchaus machbar. Hier ist also Ausprobieren angesagt.
Spielerisch ist Nioh 3 also durchaus mit Arbeit verbunden. Spieler, die das nicht mögen und lieber eine gemütliche Gaming-Session auf der heimischen Couch haben und erleben möchten, sollten also einen großen Bogen um Nioh 3 machen. Der Schwierigkeitsgrad gehört serientypisch mit zur absoluten Spitze im Gaming-Sektor und kann durchaus als unverzeihlich und äußerst frustig beschrieben werden.
Hat man die extrem hohe Hürde jedoch erstmal genommen, erwartet euch ein tolles und spannendes Abenteuer mit vielen tollen Kämpfen und ordentlich Tiefgang in Sachen Kampfsystem und Charakterentwicklung.
Neuer Gameplay-Kniff sorgt für die längst überfällige Abwechslung
Die wohl größte Neuerung von Nioh 3 dürfte das neue Wechsel-Feature darstellen. Denn mit diesem neuen Feature können wir unser Item-Set nun schnell von Samurai auf Ninja beziehungsweise Shinobi ändern. Man hat also jederzeit die Möglichkeit das aktuell ausgewählte Item-Set per Tastendruck zu ändern und so schnell von einem starken, aber eher langsamen Samurai-Moveset auf das deutlich schnellere, aber auch etwas schwächere Ninja-Moveset zu wechseln.
Das ohnehin schon sehr gelungene Kampfsystem erhält mit diesem Feature nun also nochmal mehr Tiefgang. Im Klartext heißt das also, dass es nun möglich ist, seine Item-, Waffen- und Rüstungsauswahl perfekt auf die jeweilige Situation während eines Kampfes anzupassen. Dieses neue Feature mag im ersten Moment zwar etwas banal und unwichtig klingen, macht während der hektischen Bosskämpfe aber absolut Sinn und man fragt sich ernsthaft, wieso Team Ninja nicht schon deutlich länger auf diese Idee gekommen ist.
Offene Spielwelt nicht so wichtig, wie man meinen möchte
Eine weitere große Neuerung ist die Einführung der nun offenen Spielwelt. Diese fällt jedoch, anders als man im ersten Moment vielleicht meinen möchte, deutlich weniger relevant aus. Denn anders als bei den beiden Vorgängern, die sich recht strikt an eine schlauchartige Levelstruktur hielten, sind die Areale bei Nioh 3 nun deutlich größer und freiläufiger. Man hat also, fast schon wie bei Elden Ring, die Möglichkeit auch mal aus einem optionalen Bosskampf zu fliehen und den Gegner einfach an Ort und Stelle stehen zu lassen.
Ein interessanter neuer Kniff für die Nioh-Reihe und auf jeden Fall ein Feature, welches das Spielgefühl doch etwas modernisiert und erweitert. Mit der bombastischen und äußerst spannend und interessant gestalteten Spielwelt von Elden Ring kann die Spielwelt eines Nioh 3 jedoch keinesfalls mithalten und man sollte die Open-World von Nioh 3 eher als eine Art erweiterten Spielplatz sehen, in dem sich das Ganze abspielt.
Technisch etwas angestaubt und nicht mehr zeitgemäß
Grafisch ist Nioh 3 wahrlich kein Augenschmaus. Die Texturen sind ordentlich, die Charaktermodelle durchaus ansehnlich und die Effekte immer noch recht schön anzusehen. Einen grafischen Quantensprung sollte man hier aber auf keinen Fall erwarten.
Die mittlerweile deutlich betagte hauseigene „Katana Engine“ des Entwicklers Team Ninja hat die besten Jahre hinter sich und bereits bei Rise of the Ronin und Wo Long: Fallen Dynasty zeigte die Engine deutliche Alters- und Abnutzungserscheinungen. Hier kann man einfach nicht mehr mit anderen modernen Titeln mithalten und müsste die Engine dringend austauschen oder überarbeiten. Die Engine wurde unter anderem auch bei Titeln wie Wild Hearts und Hyrule Warriors: Zeit der Verheerung verwendet.
Dennoch lief Nioh 3 stets mit flüssigen 60 Frames über den Bildschirm und ermöglichte so ein einwandfreies Spielerlebnis das sich, auch trotz der angestaubten Optik, immer noch sehen lassen kann. Und seien wir ehrlich, für die grafischen Qualitäten war die Nioh-Reihe nie wirklich berüchtigt.
Tontechnisch wie immer ordentlicher Durchschnitt
Auch klangtechnisch gibt sich Nioh 3 keine Blöße. Durchaus ordentlich klingt der ausgewählte Soundtrack und auch die Soundeffekte leisten sich keine Patzer. Absoluter Durchschnitt also und wie auch schon die durchschnittliche Optik absolut typisch für die Nioh-Reihe.
Lediglich während der hektischen Bosskämpfe dreht der Sound, wie in diesem Genre üblich, auf neue Höhen auf. Hier wird das ohnehin schon äußerst hektische und stressige Gameplay dann auch noch mit hektischer und stressiger, aber stets epochaler Orchester-Musik untermalt. Team Ninja hält sich auch in diesem Punkt also strikt an den gewohnten Souls-Fahrplan.
Mehrspielermodus leider noch nicht testbar
Während unserer Testsession war der Mehrspielermodus leider noch nicht spielbar oder ich habe aus irgendeinem Grund einfach keine weiteren Mitspieler finden können. Dies wird sich zum Release aber sicher ändern, da hier ja dann auch deutlich mehr Spieler unterwegs sein werden.
Der Fokus dieses Multiplayer-Modus liegt aber auch hier, typisch für die Nioh-Reihe, auf Koop-Gameplay oder dem Überfallen einer anderen Spieler-Welt. Man hat also die Möglichkeit sich in eine aktuell laufende Spielwelt eines anderen Spielers teleportieren zu lassen um diesen zu überfallen und diesem das digitale Leben zur Hölle zu machen.
Forderndes Samurai-Abenteuer mit Souls-Formel und hohem Frust-Faktor
Nioh 3 tritt gekonnt in die durchaus großen Fußstapfen seiner Vorgänger und auch der dritte Teil der Reihe gibt sich keine Blöße in Sachen fordernder Bosskämpfe. Diese sind, wie auch schon bei den beiden Vorgängern, extrem stressig, fordernd und oft auch sehr frustig. Eine hohe Frust-Grenze sollte man also auf jeden Fall haben um mit Nioh 3 Spaß zu haben.
Technisch wirkt die Optik von Nioh 3 leider nicht mehr zeitgemäß. Auch wenn der Titel insgesamt durchaus ansehnlich ausgefallen ist, so merkt man Nioh 3 seine mittlerweile deutlich angestaubte Optik und Engine leider an. Auch soundtechnisch trifft man hier auf gewohnte Durchschnittskost, die durchaus ordentlich ausgefallen ist, aber eben keine größeren Sprünge nach oben hin vorweisen kann.
Das neue Wechsel-Feature sorgt für die nötige Abwechslung während der Kämpfe und dürfte das wohl mit Abstand wichtigste Feature des neuen Nioh-Ablegers darstellen. Hier hatte Team Ninja einen wirklich guten Einfall, der es hoffentlich auch in weitere Team-Ninja-Titel schaffen wird.
Im Großen und Ganzen ist Nioh 3 also durchaus gelungen und wer auf Soulslike-Abenteuer steht, macht mit diesem Titel ohnehin nichts falsch. Hier bekommt man gewohnte Souls-Kost auf hohem Niveau serviert. Nicht mehr und nicht weniger. Für Nioh-Fans Pflichtprogramm. Für Spieler, die noch neu und unvertraut mit diesem Genre sind, gibt es allerdings andere Alternativen, die vielleicht ein klein wenig einsteigerfreundlicher ausgefallen sind, als es bei Nioh 3 der Fall ist.
Story
Gameplay
Grafik
Sound
Sonstiges
Bildmaterial: Nioh 3, Koei Tecmo, Team Ninja










Wie gut dass es für Nioh 3 eine Demo gibt, sonst wäre ich dem Verlangen wohl erlegen. So konnte ich mich daran erinnern, warum ich mir geschworen habe, das Spiel nicht zu kaufen. Was eigentlich wirklich Schade ist, denn ich mag das Design und die Ästhetik sehr. Aber leider nicht so. Ich frage mich, wann endlich damit aufgehört wird, die interessantesten Spiele durch eine unnötig hohe Schwierigkeit zu verunstalten.