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Ubisoft schließt Studios und zieht mehreren Projekten den Stecker – auch Prince of Persia

Sicher, schlechte Nachrichten sind in der (AAA-)Videospiellandschaft lange kein Novum mehr. Dass Ubisoft solch eine Bombe platzen lassen würde, dürften aber trotzdem die wenigsten auf dem Schirm gehabt haben.

Wie das Unternehmen kürzlich bekannt machte, habe man gravierende Maßnahmen im Zuge eines „umfassenden organisatorischen und operativen Portfolio-Resets“ vorgenommen. Konkret bedeutet das: Ubisoft schließt die Pforten zweier hauseigener Studios, stampft sechs Projekte ein und verschiebt sieben weitere.

Besonders schade: Unter den eingestellten Projekten ist auch das gebeutelte Remake von Prince of Persia: Sands of Time. Ubisoft begründet die radikalen Schritte als Reaktion auf einen „immer selektiveren AAA-Markt und einen zunehmend wettbewerbsintensiven Shooter-Markt“.

Im Zuge der Umstrukturierung werde man seine Ressourcen auf fünf „Kreativhäuser“ verteilen. Diese konzentrieren sich jeweils auf die Skalierung und Erweiterung der größten Marken (darunter Assassin’s Creed, Far Cry und Rainbow Six), auf kompetitive und kooperative Shooter-Erlebnisse (The Division, Ghost Recon, Splinter Cell), auf Live-Erlebnisse (For Honor, The Crew, Riders Republic, Brawlhalla, Skull & Bones), auf immersive Fantasy-Welten und storygetriebene Universen (Anno, Might & Magic, Rayman, Prince of Persia, Beyond Good & Evil) sowie auf Casual- und Familienspiele.

Umstrukturierung bedeutet auch den Verlust von Arbeitsplätzen

Die erste gravierende Folge dieser bedeutenden Umstrukturierung ist die Schließung der Ubisoft-Studios in Halifax und Stockholm. Auch für die Teams in Abu Dhabi, RedLynx und Massive wurde eine Umstrukturierung bestätigt. Wie viele Mitarbeitende dadurch ihren Arbeitsplatz verlieren werden, ist noch unklar. Laut IGN sollen alle verbleibenden Mitarbeitenden jedoch wieder fünf Tage pro Woche im Büro arbeiten, allerdings mit einer jährlichen Zuteilung von Homeoffice-Tagen.

Im Zuge dieser Umstrukturierung hat Ubisoft die Einstellung von sechs in Entwicklung befindlichen Spielen bestätigt, die laut Ubisoft „nicht den neuen, höheren Qualitäts- und Priorisierungskriterien für das Portfolio entsprechen“. Vier dieser Titel wurden nie angekündigt – drei davon sind neue IPs, einer ein Mobile-Game.

Auch neue IPs fallen zum Opfer

Der einzige namentlich genannte Titel ist das Remake von Prince of Persia: The Sands of Time. 2020 angekündigt, machte die Neuauflage zahlreiche Verschiebungen und gar einen Neustart durch. Zuletzt spekulierte man gar auf eine baldige Veröffentlichung, umso überraschender die plötzliche Absage. Diverse weitere, nicht näher bezeichnete Titel werden derweil verschoben, um „die erhöhten Qualitätsstandards vollständig zu erfüllen“ und „die langfristige Wertschöpfung zu maximieren“.

„Diese Maßnahmen markieren einen entscheidenden Wendepunkt für Ubisoft und unterstreichen unsere Entschlossenheit, Herausforderungen direkt anzugehen und den Konzern langfristig neu auszurichten“, schreibt Ubisoft-CEO Yves Guillemot in einer Erklärung. „Die Neuausrichtung des Portfolios wird die kurzfristige Finanzentwicklung des Konzerns, insbesondere in den Geschäftsjahren 2026 und 2027, deutlich beeinflussen.“

Und weiter: „Dieser Neustart wird den Konzern jedoch stärken und ihm nachhaltiges Wachstum sowie eine solide Cashflow-Generierung ermöglichen. Ubisoft tritt in eine neue Phase ein – eine Phase, die darauf abzielt, die kreative Führungsrolle zurückzuerobern und langfristig Wert für Spieler und Stakeholder zu schaffen.“

via Eurogamer, Bildmaterial: Prince of Persia: The Sands of Time Remake, Ubisoft

21 Kommentare

  1. Es gibt immer andere Probleme und trotzdem ist dies ein Teil davon. Das hat nichts mit rechten Trollen oder Hass zutun, sondern ganz simpel mit Präferenzen und Prioritäten. Sicherlich gibt es diese auch ohne woke Vorwürfe, denn diese Aspekte sind ein genereller Bestandteil. Wenn ein Unternehmen allerdings woke Präferenzen hat, dann kann das dazu führen, dass ein Titel Elemente beinhalten, welche die Präferenzen des Publikums nicht erfüllen, weil man dann unter Umständen aktiv gegen sie arbeitet. In letzter Konsequenz wird das mit einem Ausbleiben des Konsums beantwortet. Genauso wie andere Aspekte mit dem Nichtkauf bestraft wurden. Zu sagen, wokeness hätte hier überhaupt keinen Faktor, ignoriert Diskussionen mit UbiSoft Bezug, in denen das seit Jahren Thema ist. Das zu negieren ist genauso unsinnig wie andere Faktoren wie die genannten schon zu negieren. Alles fließt hier in die Entwicklung mit hinein.

    Also demnach kann man ja das gleiche über Spiele sagen die die sogenannten "woken" Sachen nicht drinnen haben und underperformen. Schließlich gibt es ja auch genug Leute die Präferenzen in diesem Gebiet haben, weshalb man dann genauso wie es hier nur anders herum auch sagen kann das fehlende "Woknes" schuld hat.

    Ich hätte schon noch gerne anstatt einen weiblichen, schwarzen, homosexuellen Charakter, der vom Plot begünstig wird, mal einen einen weißen, homosexuellen Kerl der Marke Nathan Drake oder James Bond, je nach Setting, der sein Abenteuer erlebt wo man am Ende das Gefühl hat, dass die eigene Figur sich sein HappyEnd verdient hat. Wie besagte Archefiguren.

    Das wäre mal was kreatives.

    Als jemand der gerade alle Assassins Creed Teile durchspielt, kann ich echt nicht verstehen was du hier sagen willst. Gerade in der AC Reihe ist doch alles voll mit denen die du es beschrieben hast.

    Weiße, Heterosexuelle (natürlich je nach Wahl) Hauptcharaktere gab es in:

    AC 2

    AC Brotherhood

    AC Revelations

    AC Black Flack

    AC Rogue

    AC Unity

    AC Syndicate (doppel Protagonisten)

    AC Odyssey (nach Wahl)

    AC Valhalla (nach Wahl)

    Und je nachdem wie hoch du Agypter, Araber und Amerikanische Ureinwohner einordnest können auch diese zählen, da diese auch Männlich und Heterosexuell sind:

    AC 1

    AC 3

    AC Origins

    AC Mirage


    Dagegen Weiblich:

    AC Liberation

    AC Syndicate (doppelt Protagonisten)

    AC Odyssey (nach Wahl)

    AC Valhalla (nach Wahl)

    AC Shadows(doppel Protagonist)


    Dagegen schwarze:

    AC Freedom Cry

    AC Shadows (doppelt Protagonist)


    Also ich sehe hier irgendwie nicht das es an weißen, heterosexuellen Protagonisten fehlt. Vor allem da auch alle durchweg (auch die weiblichen und schwarzen) sehr attraktive gemachte Charaktere sind.

  2. Also demnach kann man ja das gleiche über Spiele sagen die die sogenannten "woken" Sachen nicht drinnen haben und underperformen. Schließlich gibt es ja auch genug Leute die Präferenzen in diesem Gebiet haben, weshalb man dann genauso wie es hier nur anders herum auch sagen kann das fehlende "Woknes" schuld hat.(...)

    Wokeness als Kritik ist für gewöhnlich gemeint als gut gemeint aber schlecht gemacht mit Bezug zu Themen die dem progressiven Spektrum zugeschrieben werden, wie eben Diversity, Inklusivität ecetera. Ich habe noch nirgendwo eine populäre öffentliche Nachfrage nach soetwas gesehen. Wenn sie aber existiert, dann klar, kann man sagen, dass das Fehlen schuld hätte aber gemeinhin wollen denke ich die meisten Konsumenten es doch eher gut gemacht haben.

  3. Also demnach kann man ja das gleiche über Spiele sagen die die sogenannten "woken" Sachen nicht drinnen haben und underperformen. Schließlich gibt es ja auch genug Leute die Präferenzen in diesem Gebiet haben, weshalb man dann genauso wie es hier nur anders herum auch sagen kann das fehlende "Woknes" schuld hat.

    Kommt drauf an, aus welchem "Lager" der JEWEILS ÜBERWIEGENDE Teil der kaufwilligen Konsumenten kommt.

  4. @ElPsy: Ich meinte das es eher schon kreative wäre einen klassisches Spiel wie mit einem Nathan Drake, nur das er nicht (nur) auf Frauen steht, sich aber sonst nicht viel ändert. Gute Geschichte, spaßiges Spiel.

    Also weiß und homosexuell (oder eben auch bi).

    Ich mag eine Reihespiele die auch einen total guten Ton getroffen haben. Ich mochte von Anfang an Steve Cortez aus Mass Effect 3.

  5. @ElPsy: Ich meinte das es eher schon kreative wäre einen klassisches Spiel wie mit einem Nathan Drake, nur das er nicht auf (nur) auf Frauen steht, sich aber sonst nicht viel ändert. Gute Geschichte, spaßiges Spiel.

    Also weiß und homosexuell (oder eben auch bi).

    Ich mag eine Reihespiele die auch einen total guten Ton getroffen haben. Ich mochte von Anfang an Steve Cortez aus Mass Effect 3.

    Ah sorry dann hatte ich dich tatsächlich falsch verstanden. Ich wäre dafür jedenfalls offen. Problem ist nur, auch wenn ich noch zu den gehöre die spaß mit Ubisoft spielen haben, glaube ich das die Ubisoft einfach nicht die wirtign fähigkeiten hat sowas zu erschaffen was auch nur annähernd an die Qualität von Mass Effekt Charakteren rankommt.

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