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Die Preise für den Nintendo 3DS auf dem Zweitmarkt klettern und niemand weiß warum

Der Nintendo 3DS erschien ursprünglich 2011 und verkaufte sich nach einem etwas schwachen Start bis zum Ende der Lebenszeit der Konsole über 75 Millionen Mal. Damit war er nicht der Mega-Erfolg wie zuvor der Nintendo DS mit über 154 Millionen Einheiten, aber trotz aufkommender Konkurrenz von Smartphone-Gaming und Playstation Vita konnte der Nintendo-Handheld mit schwächerer Hardware ein respektables Ergebnis erzielen.

Falls ihr euch erst seit ein paar Monaten für den 3DS interessieren solltet, habt ihr vielleicht bemerkt: Seit einiger Zeit explodieren die 3DS-Preise auf dem Gebrauchtmarkt, insbesondere in den USA, aber auch bei uns. In den USA muss man beispielsweise für einen New 3DS XL bis zu 350 Dollar berappen.

Der Gegencheck auf dem deutschen Ebay-Markt zeigt, dass zuletzt Modelle des New 3DS XL für 250 Euro (umgerechnet fast 300 US-Dollar) aufwärts verkauft worden sind. Sondermodelle und Modelle mit IPS-Display gehen auch mal für 350 Euro aufwärts weg.

Zum Vergleich: Die Switch (1) gibt es neu vom Händler derzeit für 280 Euro. Dabei muss man beachten, dass die Software-Versorgung der Nintendo Switch deutlich besser und moderner ist als die des 3DS. Bis heute erscheinen für das erste Nintendo-Hybridsystem neue Spiele, während der Software-Support für den 3DS versiegt ist.

Warum ist der 3DS plötzlich so beliebt?

Die Beliebtheit des 3DS könnte viele Gründe haben, aber die Dynamik der letzten Monate ist nicht eindeutig auf einen bestimmten Umstand zurückzuführen. Go Nintendo und Kotaku versuchen sich in Erklärungsversuchen.

SammlerInnen suchen gezielt nach Konsolen in sehr gutem oder neuwertigen Zustand – für sie ist der Preis zweitrangig. Für Fans, die nur spielen möchten, hat der 3DS mit seinem 3D-Bildschirm sowie dem zweiten Touchscreen ein Alleinstellungsmerkmal. Die lange Akkulaufzeit und das recht kompakte Clamshell-Design, das den Bildschirm automatisch vor Kratzern schützt, ist ebenfalls beliebt bei Leuten, die viel unterwegs sind.

Auch die Abwärtskompatibilität zum Nintendo DS könnte ein Grund sein: Zählungen ergeben bis zu 3.000 Spiele für den DS inkl. DSiWare und weitere 1.800 Titel für den Nintendo 3DS, was eine beeindruckende Softwarebibliothek darstellt. Ein weiterer Punkt könnte das einfache Software-Modding sein. Damit ist neben der gelungenen Virtual Console auch die Emulation von Systemen wie dem GameBoy Color, GameBoy Advance und dem Super Nintendo möglich, wenn auch mit einigen Einschränkungen.

Wie bereits erwähnt ist es auch sehr schwer, den Nintendo 3DS angemessen zu emulieren, ohne bei einigen Spielen Abstriche in der Spielerfahrung zu machen. Der einzigartigen 3D-Bildschirm lässt sich kaum nachbauen, zudem sieht man das „Dual Screen“-Design bei Android- und PC-Handhelds nur sehr selten – auch wenn es der chinesische Handheld-Experte Ayaneo und ihre Schwestermarke AYN mit mehreren „Dual Screen“-Handhelds mit einem Preispunkt von 200 bis 400 versuchen. So greift sicherlich manch einer lieber zum Original statt zur Kopie.

Am Ende des Tages lässt sich nur spekulieren, warum der 3DS plötzlich so gefragt ist – aber der einzigartige Bildschirm, die lange Akkulaufzeit, das kompakte Klappdesign mit Schutz vor Displaykratzern sowie die riesige Spielebliothek mit über 4.000 DS- plus 1.800 3DS-Titeln sowie Retro-Titel über die Virtual Console und simple Softmods sind offenbar gute Argumente, sich auch 2025 und 2026 noch einen 3DS zuzulegen.

via Go Nintendo, Kotaku, Bildmaterial: Nintendo

2 Kommentare

  1. Erscheint mir ziemlich klar, weshalb der Preis jetzt langsam ansteigt. Der Support für das Gerät sowie den Online Store wurde offiziell beerdigt, folglich ist die Hardware nun Freiwild für Hacking und es wäre dumm sich die Möglichkeit entgehen zu lassen ein Gerät zu besitzen, dass mit geringem Aufwand alle 3DS Spiele für nen Appel und ein Ei spielbar macht.

    Zudem hat jeder der Spiele besitzt die er nicht neu im Switch Online Store kaufen will einen weiteren Grund, sich das Gerät mindestens in der Standard Variante zu kaufen.

    Also ziemlich hirnlos mMn da jetzt ein großes Fass draus zu machen. Kein offizieller Anbieter mehr sorgt automatisch für höhere Preise.

  2. Das war mir aber schon relativ nah am Switch Release aufgefallen, dass der 3DS echt preisstabil bleibt.
    Ich hab mir bei meinem leider ein wenig den Modulslot kaputt gemacht (geht aber noch) und halt jailbreaked.

    Und das ist auch ein Ding wo Emulation meiner Ansicht nach echt mal problematisch ist aufgrund des 3D Effekts. Und der doppelte Screen etc helfen da auch nicht.

    Insofern bleibt der 3DS für die SPiele und auch NDS echt noch attraktiv.

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